Schreibschnabel 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 3

Der "Was-Wäre-Wenn-Moment"

Aber doch gibt es Momente wie diesem in dem alles kurz ins Wanken kommt. Was wäre wenn?

Als du aus dem gleichen Zug stiegst und im Treppenaufgang zur Bahnhofshalle plötzlich zwei Stufen vor mir standest, war es wie ein Flashback ins letzte Jahr. Genauer gesagt in die Zeit vor ganz genau einem Jahr. Es war alles schlagartig wieder da.Das Atmen fiel mir wieder schwer, mein Füße wurden zittrig. Ich wollte weg, ganz schnell. Aber ich konnte nicht. Es war zu eng, zu viele Menschen um mich.Ich war hin und her gerissen was ich tun sollte, sollte es passieren, dass du dich in diesem Moment umdrehen würdest und mich mit deinem eisig blauen Augen ausschauen würdest.

Würden wir uns knapp begrüßen bis wir dann schnell das Weite suchen würden und zwischen dem Getummel wieder verschwinden? Würde es einen kurzen Smalltalk geben, bei dem ich erfahre, ob du noch dort arbeitest, wo du eben immer gearbeitet hast und ob du immer noch die gleiche wunderschöne Designerwohnung in der Innenstadt bewohnen würdest, in der ich mit dir die Wochenenden verbracht habe?

Obwohl wir mittlerweile in der gleichen Stadt wohnen, sind wir uns seid der Trennung, der letzten Aussprache, dass es nie gepasst habe und wir vielleicht lieber Freunde werden sollten, nie mehr begegnet. Ich habe mich seid dem oft gefragt, was gewesen wäre wenn. Wenn einfach dieses Gespräch anders verlaufen wäre. Wenn wir uns eine Chance gegeben hätten.

Ich bereue seid diesem Tag nichts, weil ich mich weiter entwickelt habe und auch glücklich bin so wie es jetzt ist. Aber doch gibt es Momente wie diesem in dem alles kurz ins Wanken kommt.

Was wäre wenn?

Ich habe mich aber dann sobald es eine Lücke in der Masse der vielen drängelnden Menschen gab, zurückfallen lassen.

Habe nur noch gesehen, wie du mit der immer noch gleichen Daunenjacke mit den Händen in deiner dunkelblauen Jeans mit gesenktem Kopf alleine aus der Halle liefst und mit der nächsten S-Bahn in Richtung Stadt fuhrst.

Ich weiß nicht, ob es besonders feige war dich nicht anzusprechen und mich zu verstecken. Ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht, mehr als sonst.Ich würde oft gerne wissen, ob es dir gut geht, was im letzten Jahr in deinem Leben passiert ist.

Aber was wäre, wenn wir uns gut verstanden hätten, uns kurz unterhalten hätten. Und nach allem was schief vielleicht gelaufen ist, ist es vielleicht besser, mir nur auszumalen: Was wäre wenn?


Tags: früher, Beziehungen, Veränderung, Moment
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