acurls 12.10.2007, 02:56 Uhr 4 2

Der Sommer.

Als du gesagt hast, dass du gehen wirst, haben wir versucht, zu bleiben.

Als ich dich fragte, ob ich dich fotografieren kann war das ziemlich oberflaechlich, weil ich dachte, dass du sicher ein gutes Model abgeben wuerdest und dass dich zu fotografieren meiner Schulaufgabe sicher gut tun wuerde.

Als du dann vor mir standest, so unscheinbar und hager, irgendwie zurueckhaltend, aber doch bei vollem Bewusstsein, war mir klar, es wuerde ein schoenes Shooting werden. Unser Shooting ging 3 Tage und eine Nacht.

Als du am letzten Tag im Café vor mir saßest, wussten wir, dass irgendwas passiert war, obwohl nichts passiert war. Es gab nicht einmal einen Kuss. Nun wuerdest du nach Hause fliegen, dann nach Island, fuer 3 Monate.

Als ich vom Flughafen nach Hause lief, war ich innerlich wie zerrissen. Was war da mit uns passiert? Wir wussten beide, dass es eigentlich sinnlos ist, 2 Menschen, zur falschen Zeit am richtigen Ort.

Als du in Island warst schrieben wir uns Briefe, jede Woche, mindestens einen, meistens zwei. Ich schrieb dir waehrend ich in der Schule saß, waehrend ich im Park lag, waehrend ich aß, waehrend ich weinte und waehrend ich lachte. Ich konnte dir alles sagen und du sagtest es mir zurueck.

Als du zurueck in Deutschland warst, hatten wir eine unglaublich schoene Zeit. Mal in Berlin, mal in Koeln. Es war wie Urlaub, immer die Frage im Kopf, ob es echt ist. Die Abschiede waren immer der einzige Schmerz in dieser Zeit. Am Ende des Sommers wuerdest du nach Wales ziehen und ich das letzte Jahr an der Uni beginnen. Da hast nie ein Geheimnis daraus gemacht und ich mir immer eingeredet, dass es nichts aendern wuerde.

Als es dann soweit war ging es mir zunehmend schlechter. Zu schlecht. Ich troestete mich mit Dingen, die nicht gut fuer mich sind, wusste mir nicht zu helfen, wenn ich dich nicht sehen konnte. Die Schule, das wenige Geld, die Einsamkeit, das alles wuchs mir ueber den Kopf und ich hatte das Gefuehl, den Halt im Leben zu verlieren. Ich hatte nicht die Kraft, um dich zu kaempfen. Nicht ohne mein Leben dafuer aufzugeben. Ich rief dich an und machte Schluss.

Als ich dich dann doch in deiner neuen Stadt besuchte, waren wir nur noch Freunde, zumindest tagsueber funkionierte das gut. Freunde sein, was ist das schon. In dieser einen Woche hab ich dich mehr vermisst, als jemals zuvor. Obwohl ich so nah bei dir war.

Als ich zurueck nach Berlin flog wusste ich, dass ich nicht soviel Traenen habe, wie ich weinen wollte. Am letzten Abend hast du unsere Songs gespielt als ich neben dir lag. Warum weiss ich bis heute nicht. Es sind eben schoene Songs.

Als ich dich neulich nach fast einem Jahr wiedergetroffen habe war es nur ein Tag und am Ende des Tages war ich froh, dass es nicht 3 Tage und eine Nacht wurden. Es ist echt. Noch immer.

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4 Antworten

Kommentare

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    Wunderschön.

    11.08.2011, 22:11 von Nuance
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    Als du gesagt hast, dass du gehen wirst, haben wir versucht, zu bleiben.
    In deinen Worten steckt so viel Wahres.
    Ich kenne es leider nur zu gut...
    Aber manchmal tut es gut Worte zu lesen, welche es auf den Punk bringen.

    19.12.2010, 03:00 von Beautiful_Mistake
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    wunderschöne worte.
    und es kneift ins herz.

    25.10.2007, 12:07 von shelovesthemoonman
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