DadaDoc 30.11.-0001, 00:00 Uhr 27 65

Der Sommer geht zu Ende

Dieser Sommer war unser letzter, weil Freunde sich nicht so lieben, wie ich Dich. Wir waren die großartigen Verrückten zwei.

Ich sitze hier. Schaue in den Nachthimmel. Bin müde. Sehe die Wolken vorbei ziehen. Das haben wir immer so gemacht. Die Nächte habe ich erst so richtig mit Dir zu lieben gelernt. Ich zünde mir eine Zigarette an. Vermisse Dich jetzt noch mehr. Das war schon immer das, was ich am besten konnte, dich vermissen. Darin war ich schon immer unschlagbar gut. Das war immer unser kleiner Moment vor dem Schlafen. Sterne und Wolken Beobachten. Rauchen. Du und ich. Eigentlich genieße ich diesen Moment für mich. Trotzdem fehlst Du. Bin auf Reisen. Wollte mir beweisen, dass ich auch ohne Dich sehr gut kann. Muss immer wieder feststellen, was ich eh schon weiß. Muss mir eingestehen, dass immer noch nichts gut ist und Du immer noch fehlst oder wieder. Davonlaufen bringt nichts. Je weiter ich weg bin, desto näher bringt es mich Dir. Auch das war immer schon so. Ich frage mich ob du auch an mich denkst. Mich vermisst gerade, so wie ich dich. Das wäre schön.


Drei Sommer waren wir die Verrückten zwei. Du und ich. Für mich gab es nur Dich. Wir haben uns genervt und irgendwie auch mehr geliebt als gut war. Waren ziemlich großartig und hatten am Ende trotzdem zuviel Angst. Angst einander einzugestehen, was wir sowieso längst wussten. Das wir einander brauchen, irgendwie. Das wir nicht ohneeinander sein wollen. Ich habe nie Worte oder Definitionen gewollt. Oder Entscheidungen. War glücklich mit Dir. Mit Wolken und Sternen am Nachthimmel und Dir. Wollte uns immer so, wie wir waren und nicht anders. An manchen Tagen hätte ich Dich einfach nur gegen die Wand klatschen können. An anderen war ich das anstrengendste Mädchen auf der Welt für dich. Neben diesen Sommern haben wir Jahre geteilt. Meine schönste und wildeste Zeit. Sind zusammen erwachsen geworden oder ich mit Dir, irgendwie. Dieses Erwachsenwerden hat manchmal unglaublich weh getan. Ich dachte immer Du verstehst. Habe irgendwie immer darauf gehofft, dass Du dich irgendwann einmal verliebst. In Mich. In den Menschen, der so viel Zeit mir Dir verbringt und dich auch dann mag, wenn du so gar nicht liebenswert bist. Und das warst du oft. Auch in diesen Momenten habe ich dich geliebt. Sehr sogar. Mir nichts mehr gewünscht, als dass du nur einmal hinsiehst und wirklich verstehst. Nichts hast du verstanden von alldem. Nichts gesehen und nichts verstanden.


Der Sommer geht zu Ende. Genau, wie wir. Ich freu mich schon jetzt wieder auf dich. Freu mich nachhause zu kommen, denn das warst du immer für mich. Meine Zeilen erzählen von uns und ich hoffe du verstehst jetzt endlich.Vielleicht ist es zu spät. Ich weiß es nicht. Aber es sind Worte die gesagt werden mussten, auch wenn sie dem Gefühl nie gerecht werden können, weil es so viel mehr ist als ein paar Zeilen zu sagen vermögen. Oder schöne Worte. Ich habe Angst vor deiner Antwort. Unser erster Sommer war unser Anfang. Sommer war immer unsere Zeit. Jetzt ist schon wieder ein Sommer vorbei. Diese Zeilen mussten sein. Ich würde alles wieder so machen. Alles nochmal so machen. Dich ein zweites mal so lieben und kaputt gehen dabei. Ich bereue nichts. Fast nichts. Nur einen Fehler hatte das ganze. Ich habe Dich zu sehr gewollt.


Es tut mir Leid, ich wollte mich nicht verlieben und war's doch irgendwie von Anfang an. Verliebt in Dich und uns. Ich wollte uns nicht kaputt machen. Doch habe ich es irgendwie getan mit meinen Worten. Ich weiß, dass Du damit nicht klar kommen wirst oder wir. Ich habe Angst vor deiner Antwort. Jahrelang habe ich diese Frage nicht gestellt aus Angst vor deiner Antwort. Aber was wäre wenn, das gibt es jetzt nicht mehr. Dieser Sommer war unser letzter, weil Freunde sich nicht so lieben, wie ich Dich. Wir waren die großartigen Verrückten zwei. 

Du warst ein wunderbarer Freund, der vielleicht beste den ich je hatte und so viel mehr. Wenn du nur ein bisschen Mut hättest, würdest du feststellen, dass du mich gar nicht so anders liebst als ich Dich. Aber Du bist nicht mutig, wir beide sind es nicht. Wir haben zu viel Angst und zu wenig Mut. Es tut mir Leid, aber das ist mein Abschied von Dir und mir. Ich werde loslassen. Dich Dich sein lassen. Wenn Du magst, dann kannst Du trotzdem Teil meines Lebens sein. Zurückkommen. Weil Du es willst, nicht weil Du musst. Das würde mich sehr freuen. Nach ein bisschen Zeit. Nicht gleich. Nicht jetzt. Aber irgendwann. So wie damals wird es nicht mehr sein, das weiß ich. Ich habe uns geliebt und Dich noch mehr. So verdammt viel mehr. 


Tags: Ende einer Freundschaft und Liebe
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27 Antworten

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    Einer meiner absoluten Lieblingstexte...

    28.10.2014, 18:49 von GartenVonGettis
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    Klasse geschrieben...


    27.10.2014, 18:40 von penelopegarcia
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    Ich könnts immer & immer wieder lesen!

    .. und irgendwas erinnert mich an 
    http://www.youtube.com/watch?v=he4mi5lcHWI

    28.09.2014, 16:00 von Schnuz
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    Wenn du nur ein bisschen Mut hättest, würdest du feststellen, dass du mich gar nicht so anders liebst als ich Dich. Aber Du bist nicht mutig, wir beide sind es nicht. Wir haben zu viel Angst und zu wenig Mut.

    Wow wunderschön geschrieben! Selten habe ich einen Text gelesen, in dem ich mich so gut wiedergefunden habe!

    26.09.2014, 23:03 von Lea2406
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    Fast schon ein bisschen erschreckend, wie sehr man sich in einem Text wiedererkennen kann...
    Klasse geschrieben, gefällt mir sehr :)

    25.09.2014, 18:00 von MelliMelson
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    Traurig und doch irgendwie so schön ....

    24.09.2014, 11:39 von PrinzessinFabiola
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    schön geschrieben :)

    23.09.2014, 17:08 von Schtscherbakow
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    Und da sach noch einer: "Der Sommer soll durschwachsn wern"

    23.09.2014, 12:50 von MaasJan
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