strenchen 08.08.2012, 17:33 Uhr 1 1

Der Schatz

ODER: Vom Glanz des Augenblicks.

Sein ganzes Leben lang sucht man nach ihm: dem Schatz. Nach DEM einen Schatz, der nur für einen bestimmt ist. Der, der nur für einen leuchtet und glänzt. Den Schatz, dessen einzige Bestimmung es ist von genau einem einzigen Menschen auf der Erde gefunden zu werden – von einem selbst.

Und eines Tages passiert es: Tausende von Sternen weisen den Weg. Dünne Grashalme leiten verweisen zu der Stelle. Leise flüstert der Wind. Und will es der Zufall, ist einem das Schicksal wohlgesonnen, so wird man fündig - sieht ihn am Wegesrand. Glitzernd liegt er da und wartet nur darauf aufgehoben zu werden. Gefunden will er werden – wartete schon sein Leben lang. Zitternd streckt man die Finger nach dem funkelnden Etwas aus, hebt es auf. Warm und wohlig schmiegt es sich an. Als wäre das seine einzige Bestimmung: bei einem zu sein. Glänzend liegt es da, strahlt und blendet einen mit seiner Schönheit. Verzaubert mit seiner Anmut. Durchflutet den Körper mit Wärme und spendet Geborgenheit - verscheucht Ängste und Zweifel. Für einen klitzekleinen Moment scheint es, als würde die Zeit still stehen und für einen Augenblick könnte man meinen, das Universum feiert das Zusammenkommen. Man hat gesucht, man hat gefunden. Zugleich wurde man gesucht und ebenso gefunden.

Doch ehe man sich versieht verblasst der anfänglich so helle Glanz - schwindet die Schönheit. Die Harmonie, die so schöne Melodien spielte, geht verloren. Die Form, das Wesen verändert sich – so sehr, bis schlussendlich nur noch ein Schatten sich festklammert, der mit einem kühlen Windhauch entschwindet. Alleine bleibt man zurück, inmitten der Sterne, im feuchten Grass. Wäre da nicht diese Leere, könnte man meinen, es wäre nie etwas geschehen…

 


Tags: Schatz, Hamonie, Traum, Sterne
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Kommentare

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    wundervoll geschreiben, große Lyrik.


    und wieder:
    der Wunsch ist oft schöner als der Besitz.....

    09.11.2012, 13:53 von Sarkast
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