Der Klügere gibt nach?
Dating und andere Desaster
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ich die einzige in meinem Freundeskreis war, die in einer festen Beziehung steckte. Um mich herum nur suchende Singles. Pärchenabende waren Quatsch, da es kaum Pärchen gab. Damals gab es uns und die ganzen Alleinstehenden. Inzwischen hat sich die Situation um 180 Grad gewendet. Alle um mich herum sind vergeben, nur ich bin auf der Suche. Die Suche gestaltet sich einigermaßen anstrengend, da zunächst einmal jemand gefunden werden muss, der nicht nur Single, sondern auch suchend ist. Hin und wieder verirrt sich jedoch ein solches männliches Exemplar in meine Umgebung. Und genau an dieser Stelle beginnen die Dramen. Es wird sich beschnuppert und die Euphorie ist groß – auf beiden Seiten. Schließlich besteht mal wieder die Chance auf die große Liebe. Topf und Deckel könnten aufeinander passen. Ich werde um ein Date gebeten. Vor meinem inneren Auge sehe ich uns händchenhaltend über Blumenwiesen springen und sage – natürlich – ja.
Die Dates laufen meistens recht ähnlich ab und sind für diesen Artikel auch nicht weiter von Belang. Spannend wird es nämlich erst in den letzten 5 Minuten. JEDES MAL das gleiche: „Ich fand’s schön mit dir.“ „Ich auch.“ „Wir telefonieren.“ „Gerne“. (Völlig unerheblich übrigens, wer hier was sagt).
Nun gibt es zwei Möglichkeiten wie ich nach Hause gehe. Möglichkeit Nr. 1: Ich bin völlig aus dem Häuschen. Bin begeistert. Will ihn wieder sehen. Am liebsten morgen. Aber das gebe ich natürlich nicht zu.
Möglichkeit Nr. 2: Es war ganz nett. Ich würde ihn auch wieder treffen, aber ich finde ihn einfach nicht attraktiv. Es fehlt die Anziehung. Ich kann mir nicht mal vorstellen ihn zu küssen.
Man sollte meinen, es gäbe dann verschiedene Möglichkeiten für die andere Seite. Er mag mich auch/ auch nicht. Aber nein, so ist es nie. Mag ich ihn, mag er mich nicht. Mag er mich, mag ich ihn nicht. So gut wie nie hatte ich, dass wir beide nichts voneinander wollten. Und nur ein einziges Mal hatte ich, dass wir uns beide wollten (besagter Freund vom Anfang des Artikels).
Dies habe ich gefühlte dreißigtrilliaden Mal durchgemacht und habe es satt. Ich frage mich: Ist es nur dann möglich, eine Beziehung zu beginnen wenn einer nachgibt? Das heißt obwohl er/ sie keine Anziehung empfindet es trotzdem zu versuchen? Und muss ich die sein, die es versucht? Muss ich über meinen Schatten springen und mich küssen lassen, obwohl es mich innerlich schüttelt? Oder möchte ich es jemand antun sich zu überwinden? Wird das Gefühl der Verliebtheit sowieso überschätzt?
Oder kommt irgendwann der „Richtige“ und ich muss nur Geduld haben? Und wie lange muss ich mich gedulden? Oder gibt es nur eine Liebe im Leben und die hab ich halt vermasselt?
Und ist es vielleicht so, dass wer alles will, am Ende alleine dasteht?




Kommentare
Wir sollten nie aufhören, auf unser Bauchgefühl zu hören, auch wenn es manchmal sehr verwirrend schwer ist.
21.12.2009, 11:35 von MogeishaUnd hey süße....niemals küssen, wenn diese Gedankengänge vorher schon sind!
Es wird mit sicherheit kein Frosch sein, der sich danach verwandelt. Sondern er bleibt wie er ist. Auch wenn du noch so bezaubernd küsst;-)
@[Benutzer gelöscht] ja, das ist der aktuelle Stand ;-)
15.11.2009, 10:27 von BembelbabeWenn es klappt, braucht es zum Knutschen nicht Überwindung... sondern Überwindung es nicht zu tun... daran merkt man, ob es wirklich gefunkt hat...
03.10.2009, 20:34 von DieFraeuleinHm... wenn's tatsächlich Überwindung kostet, dann lieber nicht küssen.
02.10.2009, 23:49 von Lucky_13Lieber warten, den Nächsten herankommen lassen, ihn ordentlich beschnuppern... Warum dann die, die man gut riechen kann, dann nicht selten ihr Interesse verlieren, kann ich leider auch nicht beantworten. Ich fand dieses Dating während meiner Singlezeit aber auch immer extrem anstrengend...
Leider bleibt es auch immer so lange anstrengend, bis es dann endlich mal wieder beidseitig funkt. Ich für meinen Teil kann aber sagen, dass es bei mir dieses Mal nicht gleich am Anfang das "WOW" war, sondern erstmal "nur" Sympathie. Vielleicht, weil ich zu dem Zeitpunkt ausnahmsweise auch mal nicht vorrangig auf der Suche war...
Klar, das "Männlein-Weiblein-Wir-könnten-natürlich-auch..." spielte schon irgendwo mit, aber es war sehr unverkrampft und locker. Und jetzt laufe ich schon fast ein Jahr mit einem Kerl rum, den ich im Grunde erstmal nur als Fremdenführer für die neue Stadt im Internet gefunden habe... ^-^
Klischee voll erfüllt... was soll ich sagen?
Also... vielleicht lieber Motivation ändern, als Ansprüche runterschrauben...?
Wie Tim123 schon sagte... Regeln gibts keine. Außer sich selbst treu bleiben.
Auch wenn alle stetig behaupten, man solle nicht auf den Prinzen auf dem Schimmel warten, denn der käme niemals, ist es noch lange nicht wahr. Er kommt. Irgendwann. Und fast immer, wenn man es nicht erwartet. UNd gerade dann, wenn man ihn nicht sucht. Das ist ein bisschen Catch22, aber nicht zu ändern.
01.10.2009, 19:08 von Tim123Bloß mit "Dates" allein klappt es wohl eher nicht. Das ist so wie mit Freundschaften. Die kann man auch nicht daten, sondern nur empfinden. Manchmal sofort, manchmal erst nachdem man sich Jahre kennt. Da gibt leider und zum Glück keine Regel außer dem Bauchgefühl.
Solche, die im Bauchgefühl Frösche sind, küsst man aber besser nicht, denn da kommt niemals ein Prinz heraus.
(Eigenkommentar zum Kommentar: ganz schön altklug!)