deea 14.07.2007, 07:43 Uhr 2 0

Der Käfig.

Ist es die moderne Welt mit ihren alternativen, modernen Anschauungen, oder haben wir uns in der Liebe vertan. Warum können wir nicht zusammenziehen?

Wenn ich mich im Spiegel seh, seh ich die Andulina vor 3 jahren. Fertig mit der Welt, abgeschlossen mit dem Begriff Liebe. Die Hoffnung, nach einem glücklichen Leben, mit einer Liebe... lächerliche Illusion. Nachher ist man immer schlauer. Andreea, in der heutigen Zeit geht das doch nicht mehr...
Die Sonne strahlt mit ins Gesicht. Zum ersten Mal, seit Tagen. Im Zustand des Taubseins, nimmt man seine Umwelt ganz anders wahr. Winzige Staubpartikel wirbeln vor meinen Augen eine Choreografie der Oper "Finde deinen Weg!" Als ob Staubpartikel auf so einen lächerlichen Namen kommen könnten.
Ameisen auf Beton.
Kippen im Gras.
Ich zerzaust.

Wie in Molokai. Es wird nie mehr so wie in Molokai. Irgendjemand hat es geschafft mir damals das Paradies auf die Erde zu schaffen. Und du warst dabei. Wir hätten da bleiben sollen. Für immer. Du als Fischer, ich als Farmerin.
Du wirst alleine deine Milchschnitten kaufen.
Und ich werde alleine aufwachen.
Jeden Morgen mit dem täglich neu akzeptierenden Wissen, dass du so glücklich bist. Ich bin es nicht. Und werde es nie sein.
Heute ist heute. Vor drei Jahren, wusste ich nicht wieso ich so bin. Warum ich nicht glücklich bin. Heute weiss ich, was ich brauche, und was ich will. Ganz ohne Zweifel. Das Streben nach Glück, ist das Streben nach Liebe. Und nichts anderes könnte mich glücklich machen. Ein Mann, der mich aus all seinen Blickwinkeln mit Vollaussteuerung liebt. Es geht nicht darum, dass wir nicht zusammenziehen. Sondern, dass du nicht mit mir zusammen sein möchtest.

Und das kapiert mein Hirn, aber mein Herz nicht. Dieses denkt nicht rational wie das banale Hirn, wir würden in einer modernen Zeit leben mit modernen Werten und Ansichten, also sollten wir unsere Lebensweise auch daran anpassen. Auch durch unermesslichen Zwang es ihm verständlich zu machen, diesem dummen naiven Herzen, schaff ich es nicht mich und es anzupassen. Im Gegenteil.

Ich hasse diese moderne Welt.
Ich hasse alles was sein muss, nur weil das alle anderen so machen. Der Trend der Zeit. Ich spül es runter.
Es ist mir scheissegal was andere machen. Wie andere leben. Andre und Maria zwingen sich auf der Party, sich nicht über den Weg zu laufen, damit jeder seine größtmöglichste Freiheit hat. Ilo und Peter kleben förmlich aneinandre. Chris und Rosi sind schon längst zu einer Person geworden.
Ich will das alles nicht!
In diesem Leben, das so kurz ist, will ich nicht alleine aufwachen. Ich will aber auch nicht an dich gekettet sein. Ich will nur ... mein Leben mit dir leben. Ist das ein Verbrechen? Wenn das so ist, sei ich schuldig, für das konservative, alte Denken meines Herzens. Bis ich so werde. Bis ich modere und von Würmern aufgefressen wrden. Aber bis dahin werde ich meine Ansicht nicht ändern.
Was ich tue?
Ich weiss es nicht.
Dich verlassen? Aber ich liebe dich doch.
Mit dir zusammenbleiben und jeden Morgen neu aufwachend, alleine, hoffend, dass dich dein Herz eines Tages zu mir zurückbringt und wir glücklich zusammen werden?
Zu erniedrigend.
Vielleicht sollte ich meine Liebe zu dir einschränken. Es etwas anderem widmen.

Aber das sind doch alles wieder mal nur Spekualtionen.
Ich schwebe in der Luft. Weit oben über den Meerespiegel.
Nicht so wie gerade die Spatzen über meinen Kopf, die sich freuen, dass sie sich haben. Freude am Leben.
Wie ein Wurm, der darauf wartet vom Fisch Verzweiflosa aufgefressen zu werden, seine Gedärme in Stücke gerissen zu haben.
Der Magen ist schon weg. Ich hab Hunger, mir ist schlecht.
Dumme Polarisation.
Ich erklärte dir, ich könnte keine Wochenendbeziehung führen. Das ist für mich keine Beziehung. Du hast es verstanden, mir versprochen wir würden uns in München eine Wohnung suchen. Ich habe mich gefreut dir Andulina-Sandwitches zu machen. Jeden Tag für die Pause. Habe mich gefreut, auf jeden Abend an dem ich warte bis du Heim kommst, wir nen Film anschaue und in der Liebe versinken.
Habe mich so gefreut.
Überall unsere Bilder.
Ich spiel meine Ukulele und du mixt deine Beats. Vielleicht hätten wir sogar eines Tages meinen Traum des DJ-Western-Teams erschaffen.
Schaffen.
Alles wollt ich mit dir zusammen schaffen. Und auch nichts. Nun muss ich das alleine schaffen.
Wie ich das hasse.
Dieses Wort. Alleine.
Es gibt nichts Schönes, Wünschenswertes daran. Warum das alle wollen, ist mir absolut unerklärlich. Warum du das willlst, erst Recht.

Ich bin ein Kuki (Vogel). Ich sterbe alleine.
Ich brauch meinen Tschutschu (Vogel) an meiner Seite.
Aber solange es nicht DEIN Wunsch ist, dein Leben zu riskieren, es mit mir zu leben, solange werde ich dich nicht zwingen. Das versprech ich dir.
Aber ich versprech dir auch, dass ich auch meinen Käfig einrichten muss. Und damit meine ich Käfig.

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    Wir leben in einer Welt, mit der wir nichts anfangen können. Sie zwingt uns, Kompomisse einzugehen, die unseren Gefühlen widerstreben. Und doch bauen wir alle täglich mit an dieser neuen, großen Welt. Nur gelegentlich fragen wir uns, warum wir dies tun. Ob es vielleicht doch eine bessere Alternative geben könnte? Wir leben in ihr und gestalten sie, die globalisierte Gesellschaft, doch wir verstehen sie nicht mehr. Wir sind wie fremde in unserem eigenen Zuhause.
    Doch wir sind nicht alleine. Nein, wir sind in bester Gesellschaft. Doch nur die wenigsten gestehen sich ihre Gefühle ein.

    14.07.2007, 11:37 von Studioalbum
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