Kitten-in-the-fridge 24.06.2007, 15:34 Uhr 1 1

Der Betriebsrat und das Indiemädchen...

Warum man sich nie auf Dinge einlassen sollte, bei denen man voher schon weiß das sie zu nichts führen...

mitte der woche nämlich, da war ich mit meiner lea auf dem betriebsinternen sommerfesthappening des wdr.
dort habe ich vin rouge getrunken und war ein wenig angesäuselt.
durch die wärme. durch den wein. durch die menschen, die so laut waren.
jedenfalls war dort so ein typ.
zu groß.
zu schlacksig.
zu segelnde ohren.
die haare gefärbt, und das war viel zu auffällig.
hemd, lackschuhe.
nicht mein typ!
sollte man jedenfalls meinen.
eingelullt hat er mich.
mit seiner art mit mir zu sprechen.
mit den netten sachen die er sagte.
ein netter gesprächspartner.
aber trotzdem:
nicht mein typ!
jedenfalls hab ich ihm doch meine nummer gegeben.
und tatsächlich:
er rief an.
und wir unterhielten uns gut.
entschieden uns uns am freitag zu sehen.
und dann am freitag, da hatte ich keine lust mehr.
weil ich genau wusste wie das enden wird.
weil ich genau wusste, wie ich mich am samstag fühlen werde.
weil ich genau wusste, dass das für beide parteien nicht gut ist.
aber ich dachte mir:
vielleicht wird es toll.
vielleicht ist er ja doch was für dich.
vielleicht überzeugt er dich.
und dann hab ich ihn abgeholt. und sofort waren da tausende von kilometern zwischen uns. er war aufgeregt. sehr sogar. aber doch bitte nicht wegen mir dachte ich. ich war nicht aufgeregt. sonst bin ich immer aufgeregt wenn ich mich mit jemandem treffe, den ich kaum kenne.weil es spannend ist. er war nicht spannend.
er war ermüdend.
er war viel zu durchsichtig.
er war nicht witzig.
er hat meinen witz und meine art nicht verstanden.
und er hat krampfhaft über seine eigenen witze und seine eigene art gelacht.
wir tranken bier bei mir zu haus und so richtig mit ihm anfreunden konnte ich mich nicht. also hab ich lea mit einbezogen. sowas mache ich eigentlich nicht. denn sowas schickt sich nicht. und eigentlich weiß ich immer was ich sagen soll. aber ich konnte nicht reden.
dann sind wir noch in was trinken gegangen.
unser gesprächsthema: politik, religion und meine und seine wahlabsichten. er ist im betriebsrat und wählt die fdp. und ich lache innerlich, weil ich denke, dass er bei mir nicht richtig ist.
betriebsrat und der genaue plan vom leben mit 26. herzlichen glückwunsch. aber leider hast du dich mit diesem plan vom leben noch weiter aus meiner umlaufbahn katapuliert.
geküsst hab ich ihn trotzdem. nach etlichen schnaps' und aus verzweiflung. ich habe gehofft, dass es sich richtig anfühlt. aber das tat es nicht. auch nicht beim zweiten oder dritten mal. es fühlte sich immer schlechter an. und es musste mehr schnaps her. an die musik kann ich mich nicht mehr erinnern. getanzt hab ich ganz wild. weil ich wollte das ich ihm aufhöre zu gefallen. getrunken hab ich wie eine alkoholikerin. weil ich wollte das ich ihm aufhöre zu gefallen.
diesem betriebsrat-lackschuh-hemdchen-träger-spießer.
der ja eigentlich kein spießer ist.
aber er ist nicht mein typ!
und gefallen hab ich ihm weiterhin.
ich mochte nicht wie er tanzt.
ich mochte nicht wie er mit mir redet.
ich mochte nicht wie er mich anfasst.
wie ein roboter.
als hätte er noch nie einen menschen angefasst.
am liebsten wäre ich einfach weggelaufen.
nach hause in mein bett. und da hätte ich geheult. und voher hätte ich mir noch eine backpfeife gegeben.
weil ich so blöd bin.
aber anstatt so gemein zu sein, hab ich ihm natürlich angeboten mit zu mir zu kommen. er könne auf dem sofa schlafen.denn er kommt ja nicht von hier.
aber in meinem bett hätte ich ihn nicht ertragen.
er sagte es wäre ok.
aber bestimmt hatte er anderes im kopf.
wir sind dann bei mir gewesen und am liebsten hätte ich geschrien.
mir war heiß.
mir war schlecht.
ich war verschwitzt und wollte einfach nur alleine sein.
ich hätte das erste album von kante angehört und hätte mir vorgestellt dass ich woanders bin.
irgendwo wo die hitze einen sinn macht.
denn der abend machte ja schon keinen.
und dann fing er an noch mehr unsinn zu machen.
mir wurde schwindelig und meine kehle schnürte sich zu nur um mir wieder schweiß auf die stirn zu treiben. mein magen zog sich zusammen und ich konnte nicht mehr denken. und mein gesicht wurde heiß und ich fühlte meinen puls in jeder pore meines körpers.
ab ins bad und auf die knie.
details spare ich nun.
danach hab ich mich noch schlechter gefühlt.
am liebsten hätte ich dort über dem weißen porzellan geschlafen. aber ich hab mich aufgerafft, die zähne geputzt und bin in mein bett gekrabbelt.
eingeschlafen bin ich schnell.
und als ich aufgewacht bin dachte ich kurz, ich hätte alles geträumt.
aber ein blick aus eminem bett verriet dass der feind noch da war.
aber ziemlich schnell abgespeist habe ich in.
und gefragt hab ich mich, wie man morgens schon so viel reden kann.
ich bring dich dann nun zur bahn hörte ich mich sagen und war froh über meine eigenen worte.
dann war er weg.
und ich bin unter die dusche.
und hab gelüftet.
und staub gesaugt.
und dann hab ich pizza gegessen und gelesen.
und nicht mal 5 stunden später ein anruf.
und auf dem display leuchtet sein name.
und die harmonie ist vorbei.
seit ein paar stunden klingelt hin und wieder mal mein handy.
auf dem display seine nummer.
ich geh nicht dran.
ich weiß dass das gemein ist.
aber ich bin zu feige.
ich kann nicht mit ihm reden.
ich möchte das er mich in ruhe läss

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Kommentare

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  • 0

    ahh... aus dem leben gegriffen :)
    schön beschrieben... der schreibstil mit den "abgehackten" sätzen passt irgendwie gut zum thema :)

    25.06.2007, 09:59 von girasole
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