Der alte Sack und die Rückkehr seiner Freundin
Werden seine Gebete erhört?
(der alte
Sack am Telefon)
aS: War gar nicht leicht dich zu erreichen.
Katharina: Ja, wir haben hier viel zu tun.
aS: Beten und Buckeln?
Katharina: Ora et la Bora, ja genau.
aS: (nerven lateinische Sprüche) Bist voll dabei, bei dem Club?
Kati: (schnippisch) Mal was anderes.
aS: Abenteuer Kloster oder Goodbye weltliche Welt?
Kati: Beides.
aS: Warst doch sonst nie so …
Kati: So was?
aS: Fromm.
Kati: (kurz) Warum rufst du an?
aS: Wollte nur mal hören wie´s dir geht.
Kati: (noch kürzer) Prima und dir.
aS: Hm
Kati: (besorgt) Was ist los? Ist was mit Lee (Lisa, ihre Tochter)?
aS: Nein, Nein, alles in Ordnung. Wollte nur mal anrufen, fragen wie´s dir geht.
Kati: Das ist aber lieb, (kleine Pause) vermisst du mich?
aS: Hm
Kati: Das bin ich ja gar nicht gewohnt von dir?
aS: Was denn?
Kati: Das du mich vermisst.
aS: Ist nur ne ganze Weile her, dass wir uns gesehen haben.
Kati: noch keinen Monat.
aS: Doch schon so lange.
Kati: (rechnet nach) Drei Ein halb Wochen.
aS: wie die Zeit vergeht.
Kati: Hast du getrunken?
aS: Quatsch (dreht sich mit dem Hörer von der Tequila-Flasche weg)
Kati: Wegen mir?
aS: Quatsch! …äh… Feierabendbier.
Kati: Wegen mir besäufst du dich?
aS: (trotzig) Feierabendbier!
Kati: Das find ich total süß, da bin ich ja ganz gerührt.
aS: (zögerlich) Kommst du?
Kati: Wenn du mich so lieb bittest. (legt auf)
(der alte Sack trinkt den Rest, feiert, wo er sich vorher Mut angetrunken hat)
(Aber sie
kommt nicht, nicht an diesem Abend, nicht am nächsten Tag, nicht die nächste
Woche.
Der alte Sack schleppt sich so durch den Alltag. Ist zurück in seinen
Job an der Beschwerdestelle der Telefonzentrale. Er ist noch effektiver wie
vorher, weil ihm alles noch mehr am Arsch vorbei geht. Ist Lustlos seinen Kolleginnen,
seiner Chefin gegenüber, sie nennen ihn schon 'den Zombie von der
Beschwerdestelle'.
Seine Nebentätigkeiten bei der Chefin werden von einem
jüngeren Volontär übernommen, seine Kolleginnen geben es auf mit ihm ein
Gespräch anfangen zu wollen.
Der alte Sack kommt nach Hause, trifft auf der Treppe Frau Hauptgefreite Kolbe)
Frau Kolbe: Hallo Alduin, kommst du zu mir nachher? Ich bestell uns beiden Pizza.
aS: (schaut sie mit müden Augen an, verneint kopfschüttelnd) Hm.
Frau Kolbe: O Je, was ist denn mit dir passiert?
aS: (jammert) Kati.
Frau Kolbe: Kati?
Frau Schnetzler (Frau Schnetzler hängt sich über die Brüstung der ersten Etage, erklärt): Kati, ist die Freundin von Herrn Sack.
Frau Kolbe: (überrascht) Du hast eine Freundin?
Frau Schnetzler: (bestätigt) Ja, sie wohnt aber nicht hier. (An den alten Sack) Die hatte bestimmt die Faxen dicke, Herr Sack? Dass sie ihre Freundin ständig hintergangen haben, Herr Sack!
Frau Kolbe: (brüllt hinauf) Kehrt Marsch! Frau Schnetzler!
(Frau Schnetzler zieht sich rasch in ihre Wohnung zurück, mit heftigem Türenknallen)
aS: Danke.
Frau Kolbe: Hat sie dich verlassen?
aS: Kloster.
Frau Kolbe: (lacht) Da hast du sie ja weit getrieben?
Frau Schnetzler (ruft durch den Türspalt): Er hat´s zu viel getrieben! (schlägt die Türe wieder zu, bevor ihre Nachbarin sie rüffeln kann)
Frau Kolbe: (laut, dass es bis nach oben hallt) Die Schnetzler ist bestimmt auch ganz geil auf dich, sonst würde sie dir nicht so hinterher spionieren.
Frau Schnetzler: (Schnetzlers Tür geht wieder auf) Frau Kolbe! Das verbiete ich mir!
Frau Kolbe: (ihr laut entgegen) Aber wollen würden sie schon? Stimmt’s?
(die Tür zu Schnetzlers geht wieder schlagartig zu. Der alte Sack setzt sich mit schweren Schritten in Bewegung, ersteigt die letzten Stufen zu seiner Wohnung, fummelt mühsam den Schlüssel aus der Hosentasche)
Frau Kolbe: (mütterlich) Komm, ich helf dir (nimmt ihm den Schlüssel ab, schließt seine Wohnung auf). Komm, ich setz dir Kaffee auf. (der alte Sack trottet ihr hinterher, sie bleibt abrupt im Türrahmen der Küche stehen)
zwei weibliche Stimmen überschneiden sich: Was wollen sie hier?
aS: (steht hinter der Berufssoldatin, sehr erstaunt) Katharina!
Katharina: (schnippisch) Hast du Damenbesuch? Störe ich?
Frau Kolbe: Ich wollte ihm nur einen Kaffee aufsetzen.
Katharina: (leicht angesäuert) Kann er das nicht alleine?
Frau Kolbe: (leicht angesäuert, spitz) Müssten sie nicht in ihrem Kloster sein?
Katharina: Und sie in Afghanistan?
Frau Kolbe: (verstimmt) Ich geh dann mal besser.
Katharina: Auf Wiedersehen und Danke, dass sie Deutschland am Hindukusch verteidigen.
Frau Kolbe: (wollte schon gehen, dreht noch einmal um) Sie sollten ihn anbinden, neulich hat er sich in meine Muschi verlaufen.
Katharina: (erwidert ihren strengen Blick) Schön für ihn.
Frau Kolbe: (sieht, dass sie noch nichts erreicht hat, legt nach) Laut Frau Schnetzler, hat er auch bei Frau Kamazura den Pinsel geschwungen.
Katharina: (bleibt cool) Ist ein sehr fleißiger und geschickter Mann.
Frau Kolbe: (sieht dass sie noch nichts erreicht hat, legt nach) Laut Frau Schnetzler haben in den letzten Tagen mehrere junge Damen seine Wohnung eilends verlassen.
Katharina: (bleibt locker) Ist Frau Schnetzler ihr Spion, Frau Kolbe?
(Frau Kolbe bekommt rote Flecken an Hals und Wangen, dreht um und eilt hinaus, mit einem ordentlichen Rums der Wohnungstür.
Katharina lehnt sich mit verschränkten Armen zurück an das Küchenmobiliar, betrachtet den alten Sack, der sich an den Küchentisch gesetzt hat)
Katharina: (fordert eine Erklärung) Und?
(der alte
Sack erzählt die schreckliche Wahrheit, aber auch, dass er Katharina so
vermisst hat. Sie geht.
Er sitzt mit hängenden Schultern und hängendem Gesicht
da, ist fürs Heulen zu erschöpft oder um sich zu erheben, um aus dem Fenster zu
springen.
Er sitzt da, ein Häuflein Elend, das nichts mit sich anzufangen weiß. Tröstend kraulen ihm Finger durchs Haar. Katharina ist zurückgekommen, er umarmt ihre Taille, sein Kopf an ihrem Bauch)
Katharina: Nicht heulen, das passt nicht zu dir.
(Jetzt, wo sie es sagt, bekommt er Pipi in die Augen)





Kommentare
auch wenn mir am ende oder kurz davor noch was richtiges gefehlt hat, wegen sowas les ich hier überhaupt noch irgendwas.
du schmierst ganz schön Schmalz auf die Stulle!
12.03.2013, 12:33 von SteveStitcheswat soll ich sagen:
- lies dir den rest hier mal durch?
Erfreu mich immer an den Sack-Geschichten, sehr fein ;)
11.03.2013, 20:51 von seiduselbstKatharina hätte sagen müssen "Nicht heulen, das passt nicht in dein Sujet"
11.03.2013, 15:05 von TaneaSujet - solche Worte passen nicht zu Katharina ; )
12.03.2013, 00:32 von SteveStitchesWieder siegt Integrität!
12.03.2013, 01:03 von CodeCivilIrgendwie hab ich gedacht, jetzt kommt noch was am Ende...
11.03.2013, 14:53 von Sasalieigentlich wollte ich noch weiterschreiben, aber da hatte ich plötzlich Pipi in den Augen
12.03.2013, 00:31 von SteveStitchesOffensichtlich ist nicht nur dein Userbild ein Hinweis auf deine Einflüsse. Trotzdem sehr sehr nett geschrieben. Respekt.
11.03.2013, 13:46 von CodeCivilwenn der aS nicht wäre, würd ich noch weniger hier on sein. ich danke dir hier erneut- offiziell- dass du den eingeführt hast...
11.03.2013, 12:02 von zehnmomentealduin is wundertoll:)
10.03.2013, 19:56 von pocketbittebitte mehr!
...nur die Wurst hat zwei
10.03.2013, 20:01 von SteveStitcheskloster-kathi und der kolben in frau kolbe -
Der alte Sack - (k)ein sympathischer Mensch - nicht wahr?
10.03.2013, 15:32 von kuckucksvatermal so, mal so
10.03.2013, 18:57 von SteveStitcheshach. zeit für ein abo, der alte sack ist doch zu interessant für mich.
10.03.2013, 11:46 von SultanineSchade, dass die alten Sack Geschichten zu Ende gehen.
10.03.2013, 18:58 von SteveStitches:-( Aber wiesu denn bluß, wiesu tut sie su? Pfui pfui!
10.03.2013, 20:53 von SultanineVielleicht gibt es ja junge Sack Geschichten oder sonst irgendwas verschwurbeltes. Mal schaun. Noch bleibt Alduin uns erhalten, aber er fährt in die Pfingst- oder Sommerferien...
10.03.2013, 22:36 von SteveStitchesbin gerade dabei den Kerl in Schwierigkeiten zu bringen und damit den Boden für neue aS Texte zu bereiten.
14.03.2013, 23:05 von SteveStitches