TakeMeToTheCoast 30.11.-0001, 00:00 Uhr 2 6

Den Dingen einen Namen geben

Ich kann das so nicht mehr, denke ich mir immer wieder und es geht von vorne los...

Seit Wochen hast du mich zur notorischen Online-Status-Stalkerin gemacht. Ständig gucke ich, ob du meine Nachricht eventuell schon gelesen hast und nach der Enttäuschung überlege ich mir alle
erdenklichen Gründe, die dich davon abgehalten haben könnten, mir daraufhin zu antworten. Vielleicht warst du gerade dabei, ein romantisches Dinner für uns zu kochen, hast dir dabei allerdings leider Chillipulver in die Augen gerieben und kannst nun nichts mehr sehen. Oder ein Dieb ist bei dir eingebrochen, hat die Nachricht kurz gelesen , aber nicht geantwortet. Woher soll er schließlich wissen, ob du heute Abend Zeit hast? Das Handy hat er dann aber trotzdem geklaut, von irgendwas muss so ein Dieb ja auch leben.

Solche Dinge passieren heutzutage ja schließlich ständig und sie sind ja auch völlig nachvollziehbar.
Allerdings ist mir bei dir alles völlig nachvollziehbar; Dass du nie Zeit hast, weil du immer so gestresst bist (nur du natürlich, andere Menschen haben alle immer so viel Zeit, wie machen die das?!),dass du keine Verpflichtungen eingehen willst, denn wer will das schon, wenn man stattdessen auch einfach frei sein kann. Man muss ja nicht allen Dingen immer einen Namen geben! 
Aber ich nehme das hin, ich führe eine Fernbeziehung auf 2 Kilometer Entfernung, schließlich will ich dich auf keinen Fall einengen, denn das geht ja schnell. Wenn man sich einmal im Monat sieht reicht das ja. Und jedesmal wenn ich deine Wohnung verlasse ist da dieser Hintergedanke, dieser Teil in meinem Hirn, der mir immer wieder sagt: So, das war´ s jetzt, jetzt sieht man sich wohl nicht mehr wieder. Und immer, wenn ich es gerade schaffe, etwas weniger an dich zu denken, wenn ich nicht mehr wie eine Irre mein Handy überwache, unsere alten Fotos durchgucke oder deine Lieblingslieder höre, dann meldest du dich wieder. Dann darf ich wieder deine Freundin sein, oder eben nur eine Freundin, jemand der gerade zufällig in deiner Nähe ist und mit dem du eben Sex hast. Denn man muss ja den Dingen nicht immer einen Namen geben. Das wäre ja spießig und dem gilt es in jeden Fall entgegenzuwirken. Denn so einen Eindruck will ich nun wirklich nicht erwecken, also melde ich mich auch wochenlang nicht, natürlich stört es mich nicht, wenn du in letzter Sekunde absagst, heey, ich hatte eigentlich ohnehin schon andere Pläne; und außerdem, wer braucht schon Pläne, wie spießig!

Aber vielleicht will ich ja spießig sein. Vielleicht möchte auch ich einfach die Gewissheit haben, dir ein bisschen wichtig zu sein und nicht einfach nur die Teilzeitfreundin, die im einen Moment die große Liebe ist und im anderen das nervige Mädel, die sich immerzu meldet und die du einfach nicht loswirst.

Dabei bist du es, der den Anfang gemacht hast. Du hättest auch einfach dieser eine Typ bleiben können. Der, der mal dabei war. Der, den man über Freunde kennt. Irgendjemand, den ich überhaupt nicht kennen will. Aber du hast nicht locker gelassen, und dann als du mich hattest, wolltest du mich nicht mehr. Oder hin und wieder. Oder eben doch. Wahrscheinlich setzt dich einfach die russische Mafia unter Druck, weil du es dir mal mit denen verscherzt hast, und jetzt möchtest du mich da nicht mit reinziehen. Eigentlich sehr plausibel und lobenswert ,wenn ich es mir recht überlege...

Ich will es einfach nur aus deinem Mund hören. Ich will einfach nur wissen, dass es dir nicht ernst ist. Und das wäre okay. Irgendwann wärst du wieder dieser Typ. Der, in den ich mal verliebt war, aber der einfach nicht auf mich stand, haha, damals, das waren noch Zeiten!

Aber im Moment bist du das eben nicht. Im Moment wanderst du einfach nur in meinem Kopf herum, machst dir dort Popcorn und beobachtest das ganz Spektakel. Siehst zu, wie ich in der Luft hänge und hast deinen Spaß dabei. Weil du weißt, egal, was du machst, irgendwann schlägt mein “Ach, dieser Arsch!” - Gedanke immer um zu “Naja, vielleicht ja doch nicht...” und ich melde mich wieder bei dir. Und dann geht es von vorne los. Immer und immer wieder. Jedesmal, wenn ich dich sehe ist alles wieder vergessen und du gibst mir dieses Gefühl, jemand besonderes zu sein, eben nicht nur irgend jemand, was denke ich denn auch immer. Ich übertreibe maßlos, steigere mich in etwas hinein, denn eigentlich ist es doch klar, ich bin dir wichtig! Zumindest gerade jetzt. Mal sehen, wie es morgen aussieht...

Aber jetzt ist endlich Schluss damit, es reicht mir mit dir. Es gibt jede Menge Leute, die mir näher stehen als du, Leute, die sich durchgängig für mich interessieren, die Dingen einen Namen geben wollen, denen ich immer wichtig bin und nicht nur dann, wenn sie gerade einsam sind und ein bisschen Nähe suchen. Und du hast inzwischen so viele Chancen gehabt und sie nicht genutzt, hast dich immer und immer wieder auf der Unverbindlichkeit ausgeruht, die du dir zu deinem Prinzip gemacht hast.

Weißt du was, manchmal muss man mit Sachen einfach abschließen, und es liegt auf der Hand: du bist einfach ein Arsch!

Aber naja, vielleicht ja doch nicht...

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2 Antworten

Kommentare

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  • 0

    [kopfindenmixersteck]

    28.10.2014, 14:18 von Die.sass.da
    • 0

      Hmm?

      29.10.2014, 14:28 von TakeMeToTheCoast
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