Kirschbaumfee 16.08.2010, 15:07 Uhr 4 5

Deinen Betrug in der Jackentasche.

Und du bleibst einfach hier und du sagst nichts mehr. Und auf mich warten wirst du nicht und du denkst, ich weiß es nicht.

" Glaubst du, dass es weitergeht? Das mit uns. Das mit meinem Leben. Das ich dich festhalten kann. Meinst du, ich habe genug Kraft? Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, weißt du. Ich kann dir nichts versprechen. Manchmal brechen Herzen eben und wenn es passiert, dann tut es mir leid. "

Du sitzt da. Malst mit deiner Fingerspitze immer tiefere Linien in den warmen Sand. Schaust manchmal hoch, traust nicht ganz meinem Blick standzuhalten. Gibst ihn auf, gibst uns auf. Und ich kann nur da sitzen, zwischen deinen Linien, die du zeichnest. Mit denen du mich einsperrst. In deinem Bann hälst. Die mir nicht erlauben zu flüchten, vor Ängsten, der Zukunft oder Einsamkeit. Ganz nah an deiner Seite, die mich erdrückt, die kalt ist, wie der Sand neben mir. Ich fahre mit meiner Hand hinein und erfriere fast. Und alles wird wieder wie Stein, versteinert, nur deine Schönheit nicht.

Du bist dieser ganz besondere Mann. Dieser Mann, bei dem man nicht mehr weg guckt. Der dich ewig beschäftigt. Der deine Gedanken und Träume einfängt, um sie zu seinen zu machen. Mit langen Wimpern und sonnengebräunter Haut. Die zart aussieht. Sich rau anfühlt. Den man kennenlernt, weil man sonst nicht mehr weiterleben könnte. Der abhänig macht. Wie Drogen deinen Tag bestimmt. " Ich würde sterben ohne dich " flüstere ich dir ins Ohr und weiß doch genau um dein hinterhältiges Lächeln.

Ich habe es gefunden. Deinen Betrug in der Jackentasche. Die Nummer und das Herz. Und ich habe meine Sachen gepackt. Hatte sie abends, als du nach Hause kamst , wieder im Schrank hängen. In deinem Schrank, wo ich nur Gast bin. Gast im Herzen, den Platz, den ich mir nicht eingestehe. Ich habe geschwiegen, dich geliebt und geschlafen. Habe dich betrachtet, auf dein Kissen geweint und Flecken hinterlassen, mich mit deinen Küssen wachgehalten. Gehofft, aber gewusst, wo du manchmal bist, wenn du nichts sagst. Habe dich geteilt und mich trotzdem immer wieder neu verliebt. Und jetzt sitzen wir hier am Strand. Um am Ende der Dünen wartet das Auto. Und mein zu Hause in der Ferne. Und du bleibst einfach hier, und du sagst nichts mehr. Und auf mich warten wirst du nicht und du denkst, ich weiß es nicht.

" Es ist dunkel geworden " , sagst du jetzt. Und ich kann das Meer noch hören. Dann sehe ich dich aufstehen. Es ist dunkel geworden um uns. Und ich weiß, ich gehe links und ich weiß, du gehst rechts. Es gibt kein geradeaus.
" Ich habe dich geliebt, " denke ich und ich drehe mich um. Nehme langsame Schritte durch den kühl gewordenen Sand. Du hattest Recht, du kannst nichts dafür, wenn Herzen brechen. Das passiert. Und jeder ist mal an der Reihe. Irgendwann auch du. In Gedanken sehe ich dein trauriges Gesicht und dann bist du gar nicht mehr so schön. Und ich trete über die erste Linie.

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4 Antworten

Kommentare

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    die Gefühle kamen beim Lesen an.
    Ich hoffe, es gab weitere Linien.

    22.02.2011, 19:00 von topfbluemchen
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    ...hat mich wie immer, sehr berührt. DANKE!

    17.12.2010, 13:03 von Henriette.
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    ...wundervoll !

    26.08.2010, 11:50 von Julez_80
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    Wunderschön.wunderschön geschrieben...soviel Gefühl...ich bin sprachlos...

    23.08.2010, 22:54 von Crazyblu
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