scepticalmila 24.10.2014, 00:30 Uhr 1 1

Dein gestreiftes Shirt und du

Weil es nie anders sein wird, nie besser, nie Liebe. Nie eine Entscheidung für mich.

Auf einmal warst du da. Mit deinem gestreiften Shirt hab ich dich in mein Leben gelassen.

 

Viel ist passiert seitdem, und doch nicht genug.

 

Nie ging es mir so wie bei dir. Beziehungen, ja. Verliebt sein, ja. Liebe, ja. Alles da gewesen.

Aber nie hätte ich gedacht, dass ich mal zu den Mädchen gehören würde, die ich ja selber nicht verstehen kann. Die nicht einfach mal sagen können „Reiß dich zusammen und hak’ es ab. Er steht einfach nicht auf dich.“ Die sich an jeden noch so kleinen Strohhalm klammern und hinter deren Rücken man nur mitleidig den Kopf schütteln kann.


Aber dann frage ich mich, wieso du es einfach nicht verstehen willst, dass es perfekt wäre. Ich merke, wie gern du mich hast. Reicht diese Zuneigung nur für ein Treffen im halben Jahr? Reicht es dir wirklich, mich zu sehen und dann zurückzufahren und keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden, wie ich auf deinem Bauch liege und du über meinen Rücken streichst?

Leider ist mir die Antwort auf diese Frage klar vor Augen, das „Ja, es reicht ihm!“ schreit mir ins Gesicht und packt mich an den Schultern um mich Hin und Her zu schütteln. „Sei doch nicht so dumm“, brüllt es mich an und ich merke es ist meine eigene Stimme, die mich beschwört, mich doch nur davor bewahren will, mein Herz wieder von der Straße keh­ren zu müssen. Weil es nie anders sein wird, nie besser, nie Liebe. Nie eine Entscheidung für mich. Die Gedanken an dich machen mich krank.

Jedes Mal, wenn es besser wird, jedes Mal, wenn ich mich wieder mühevoll von dir entliebt habe, jedes Mal, wenn ich jemanden kennen lerne, bist du wieder da. Und dann denke ich, es macht mir nichts aus, es lässt mich kalt und du kommst und bist da und gehst wieder...und so gut es mir dann auch im ersten Moment noch geht, ich warte...warte...warte... – bis die Verzweiflung in mein Herz und meinen Kopf schießt, weil es wieder viel zu schön war mit dir. Weil du mir nicht nur sagst, dass ich hübsch bin, sondern auch klug.

Dabei hast du es gar nicht verdient, dass ich mein Herz an dich verschenkt hab. Hast mich nicht verdient. Hast nicht verdient, dass ich hier sitze und über dich schreibe, keine einzelne Zeile. Du bist noch nicht mal mein Typ.

Ich möchte wissen, wie lange es noch dauert, bis es endlich mal vorbei ist. Bis ich dich wegge­dacht habe und mein Herz einen Haken hinter dich setzt. Bis du einfach nur jemand bist, den ich gerne mag, aber nicht mehr. Wann wird das endlich sein? Wenn du mal wieder eine andere hast? Wenn ich mal wieder merke, wie egal ich dir eigentlich bin? Ich will, dass es schnell geht. Ich will endlich akzeptieren, dass ich nicht die Richtige für dich bin. Denn wäre ich es, hättest du dich längst für mich entschieden. 

Und doch warte ich darauf, dass du mir schreibst, obwohl ich weiß, dass du es nicht tun wirst. Schließlich warst du gerade noch hier. Neben mir. Du bist jetzt wieder zuhause und für dich ist alles wie immer. Es ist nicht fair, dass ich so leide und du so gar nicht. Du wirst nie wirklich begreifen, was du für mich bist und es ärgert mich, es frisst mich auf, dass ich diesmal an der Reihe bin, mit etwas so hart zu kämpfen und doch nicht zu gewin­nen.

 

Auf einmal wart ihr da. Dein gestreiftes Shirt und du. Bitte geht wieder.

 

 

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