konsTante 30.11.-0001, 00:00 Uhr 209 36

Definiere: Liebe

Von mir aktuell kritisch hinterfragt, interessiert mich Eure eigene Definition.

Auf der Startseite oft diskutiert, romantisiert oder verkompliziert, in den Himmel gelobt oder herabgewürdigt, als Synonym für was auch immer benutzt, den schwarzen Peter zugeschoben bekommend...Liebe ist in aller Munde, aber wie definiert sie sich eigentlich? Ich überdenke derzeit das Konzept "Liebe".


Wikipedia sagt: "Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegen zu bringen in der Lage ist."

Jemand auf gutefrage.net schreibt:"LIEBE kann man nicht beschreiben, die kann man nur spüren. Aber wenn sie da ist, kannst Du an nichts Anderes mehr denken, alles dreht sich nur noch um den Mann/Frau Deiner Träume. Liebe ist nicht ich + Du, sondernWIR. Du willst ihn/sie für immer und ewig - nur dauert leider die Ewigkeit nicht ewig ;o))"

Von klein auf bekommt man von der Umwelt erzählt, und gezeigt, wie Liebe auszusehen hat. Entweder diese alles verzehrende Hollywood-Liebe, es gibt nur noch diesen einen Menschen, aus zwei Menschen wird ein wir.
Für immer und ewig. Oder, wenns nich so läuft, wie gedacht, na dann lass ich mich mal eben zum 3. mal scheiden.

Ich höre oft Floskeln wie:

"Die Chemie stimmt"

"Die große wahlweise wahre Liebe" (als gäbe es auch eine kleine wahlweise unwahre Liebe)

"Liebe ist ein Arschloch" 

"Liebe ist kompliziert" (hier möchte ich Kafka zitieren:"Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematiach sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.")

"Liebe auf den ersten Blick"

"Liebe ist auch nur ein Wort"


Ich selbst war ab der 7. Klasse quasi dauer"verliebt", in den langhaarigen Einzelgänger in der letzten Reihe, in den Mädchenschwarm der Parallelklasse, in den Jungen, der immer am Schulkiosk verschmitzt zu mir rüber sah, zumindest hab ich mir das eingebildet. Und das, obwohl ich so gut wie nichts über diese Jungs wusste, außer vielleicht, dass der eine gerne Metallica hörte und ein anderer war Skateboarder und Zeuge Jehovas.
Je älter ich wurde, desto schwieriger wurde es aber, dieses Gefühl der vermeintlichen Verliebtheit zu bekommen. Außerdem fand ich es frustrierend, darüber keine Macht zu haben, ich hatte eine Schwäche für einen Dummarsch, aber für einen Mann, der offensichtlich menschlich etwas zu bieten hatte, empfand ich scheinbar rein garnichts.

Männer schienen sich ziemlich schnell ziemlich stark in mich zu verlieben, wenn ich sie allerdings fragte, was genau sie an mir liebten, kamen nur fadenscheinige Antworten von wegen, ich wäre was besonderes (was sie damit meinten, konnten sie mir nicht sagen), so schön unkompliziert, kann gut kochen, toller Körper, blabla. Ich hatte das Gefühl, sie sahen mich garnicht, zumindest nicht das, was über das Offensichtliche hinaus geht.

Vor 3,5 Jahren lernte ich einen Mann kennen, der mich dazu brachte, meine damalige Definition (wenn ich denn überhaupt schon eine hatte) von Liebe zu überdenken indem er hinterfragte. Als ich ihm nach einem Jahr das erste mal sagte, dass ich ihn liebe, fragte er mich: "Warum? Wie kommst Du darauf, dass Du mich liebst? Woran machst Du das fest? Was genau liebst Du an mir?" 
Darauf wollte ich Antworten geben, also dachte ich einige Tage darüber nach und ich kam zu dem Ergebnis, dass er der erste Mann ist, den ich aufgrund seiner Unkonventionalität, seines Freigeistes, seiner Disziplin, seiner  Intelligenz, seines Humors, seiner Stärke - niemals Entscheidungen aus Angst zu treffen, seiner unerschütterlichen Charakterstärke wegen liebe. Er bewegt mich dazu, zuzuhören, ich kann von ihm lernen, er hält mich nicht klein, seine Worte waren und sind für mich Nahrung. Ich habe, neben meinem Opa, ein weiteres Vorbild gefunden. 

Zuvor hatte ich einen Hang dazu, in Sachen Männern ins Klo zu greifen und daran zu glauben, dass sie sich irgendwann weiter entwickeln und sie hätten ja auch eine gute Seite und so n Mist. Alles was existierte war irgendein Gefühl, das ich mit liebe verwechselte und ein ständiges Schöngerede. Ich versuchte, mit übermäßigem Sex zu kompensieren, bzw. Ein Gefühl am Leben zu erhalten.

Natürlich gibt es auch heute körperliche Anziehung, aber diese nimmt keine Überhand. Am stärksten ist das, was ich in ihm sehe. Ich sehe ihn und vor allem, er sieht mich. Da begann ich zu verstehen, dass das, was ich früher als Liebe bezeichnete, nichts weiter als körperliche Anziehung war, eine Schwäche für den anderen haben, dieses Kribbeln im Bauch und Strom in den Fingerspitzen, Sehnsucht, vermissen. Das fühle ich auch heute, aber damals fühlte ich nichts weiter als das. 

Ich dachte, das, was man da körperlich fühlt, das sei Liebe, wie sie sich bemerkbar macht. So spürbar und laut. Lieben mit allen Sinnen. Heftig wie ein Buschfeuer.Den anderen riechen, seine Stimme hören, seine Schönheit sehen, seine Haut spüren. Kopflose Herzmenschen. Heute denke ich, das ist nichts weiter als Chemie und Hormongedöns. 

Für mich ist es eben genau das, was man nicht ständig fühlt, oder was manchmal ganz leise und sanft neben einem her läuft, wie ein kleines, schüchternes Kind, das einem sanft den kleinen Finger hält. Manchmal spürt man sie auch garnicht, aber sie ist da. Liebe und Verstand gehen für mich einher. Sie findet im Kopf statt, nicht im Herzen. Ich habe aufgehört, sie zu romantisieren. Das dient in meinen Augen ohnehin lediglich dazu, ein Defizit an Gefühl auszugleichen / zu intensivieren. Auch das Ausufern an sexuellen Praktiken und immer neuen Möglichkeiten, um der vermeintlichen Liebe neuen Ausdruck zu verleihen oder sie gar neu zu entfachen ist mir zuwider. Ich hab das Gefühl, Liebe ist für viele zu einem einzigen Schauspiel verkommen.


Ich denke mittlerweile, dass Liebe eine bewusste Entscheidung (und die Bereitschaft, sich immer wieder aufs Neue für diesen Weg zu entscheiden) ist, die man durchaus zu treffen fähig ist. Eine Entscheidung zu der man steht, die man nicht mal eben über den Haufen wirft, weil man jemand anderen sexuell anziehend findet, die man nicht anzweifelt, nur weil es mal nicht so gut läuft, der körperliche Bezug oder das sexuelle Verlangen nachlässt.
Nur wenn sie realistisch und rational betrachtet wird, hat die Liebe eine Chance zu bestehen. Früher war ich der Ansicht, dass Rationalität in der Liebe nichts zu suchen hat.

Die meisten Menschen neigen dazu, sich die große, unfassbare Liebe zu wünschen, nur um sie dann in ein Korsett aus Unzulänglichkeiten und Regeln zu quetschen und wundern sich dann, warum sie eingeht.

Sobald Liebe einhergeht mit Eifersucht, Unsicherheiten, Erwartungshaltung, festhalten, Verlustängsten, hat es in meinen Augen nichts mehr mit Liebe zu tun. Das sind Besitzansprüche und eigenes Unvermögen. Ich empfinde meine heutige Definition der Liebe als federleicht, flüsternd, sanft, angstfrei, rein, selbstlos aber auch diszipliniert. Das Schenken von Zeit, Geduld, Fürsorge, Aufmerksamkeit aber auch das Bewusstsein über die Disziplin und Verantwortung, die damit einhergeht sind für mich die Bausteine der Liebe, wie ich sie sehe. Worte, Geschenke oder Taten sind für mich keine Werkzeuge um Liebesbeweise darzustellen. Sex ist für viele einer der wichtigsten Bestandteile einer Beziehung. Ich kann mir mittlerweile durchaus eine platonische Liebe vorstellen. Nicht im allgemein verständlichen Sinne, sondern so, wie Platon sie einst definierte.

Darüber hinaus habe ich sogar schon mit dem Gedanken gespielt, dass Liebe und Ehe besser funktionieren würde, gäbe es keinen partnerschaftlichen Sex mehr, sondern man hält sich Gespielinnen. Aber das ist alles nur Resultat eines nächtlichen, schlaflosen Brainstorms.


Liebe wird auch gerne mit Begrifflichkeiten wie Treue und Ehe in einen Topf geworfen. Das Konzept der Treue und die Institution Ehe ist in meinen Augen überholungsbedürftig, schon allein deswegen, da ein Konzept meiner Meinung nach SMART formuliert sein sollte UND es offensichtlich in den meisten Fällen (jede 2. Ehe wird geschieden) nicht funktioniert. Was bedeutet, jeder 2. glaubt nicht mal an die Bedeutung einer Ehe. Gesellschaftlich ist Untreue allgemein  ein Tabu, wird ganz groß geschrieben, aber irgendwie ist kaum einer fähig, sich an diese selbst auferlegte vermeintliche ethische Wertvorstellung zu halten. Warum hat Sexualität auf der einen Seite einen derart hohen Stellenwert, dass ein Mensch bereit ist, durch Betrug seine Beziehung zu gefähren, aber auf der anderen Seite, warum hat Sexualität einen derart hohen Stellenwert, dass Menschen erwägen, eine Beziehung aufzugeben, nur weil der Partner ihn betrogen hat. Versteht mich da jetzt nicht falsch, ich bin ein absolut treuer Mensch, aber auch das ist eine bewusste Entscheidung, mich nicht von meinen Trieben leiten zu lassen, die ich getroffen habe. Auch wenn ich in keiner Partnerschaft bin, handhabe ich das so. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erzählt werden.

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel hier veröffentlicht, in dem ich ganz nüchtern über mein erstes Treffen mit meinem jetzigen Partner erzähle. Ich wurde dahin gehend kritisiert, dass sich der Artikel so kühl liest, bei einer frischen Liebe erwartet man doch viel mehr. Ich wollte es aber absichtlich nicht mit Duselei übertünchen, aber mir hat es wieder gezeigt, wie festgefahren die Ansicht von Liebe gerade bei weiblichen Usern hier ist.

Um ehrlich zu sein, bin ich gerade noch mittendrin, diese anerzogene, vorgegebene Rüstung von Liebe abzuschütteln um sie für mich neu zu definieren, am Ende bin ich damit noch lange nicht.



Nun meine Fragen an Euch:


Wie definiert ihr die Liebe für Euch?

Glaubt ihr daran, dass man sich bewusst dafür bzw. dagegen entscheiden kann?

Wie hat sich eure Definition im laufe der Jahre verändert?

Wie seht ihr es mit der Liebe in Verbindung mit Treue oder gar Ehe?

Glaubt ihr an Liebe auf den 1. Blick und warum?

Was sind für Euch Liebesbeweise?

Welchen Stellenwert hat Sex in Eurer Beziehung? Würdet ihr euch trennen, wenn der Sex unzureichend, also nicht befriedigend ist oder euer Partner euch fremd geht? Und warum?

Habt ihr Antworten auf Fragen, die ich noch nicht gestellt habe?



Auf ein gutes Gelingen, ich hoffe ich kann noch was lernen und jemand bringt mich zum Nachdenken.









Tags: NEON User täglich, NUT
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209 Antworten

Kommentare

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  • 1

    "Ich denke mittlerweile, dass Liebe eine bewusste Entscheidung (und die Bereitschaft, sich immer wieder aufs Neue für diesen Weg zu entscheiden) ist, die man durchaus zu treffen fähig ist. Eine Entscheidung zu der man steht..." 

    sehe ich auch so

    15.12.2014, 21:25 von sagas11
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  • 0

    Wie definiert ihr die Liebe für Euch?

    Es ist ein Gefühl. Ich kenne es, untersage mir aber den Versuch es tiefer zu beschreiben. Erleuchtend und beflügelnd für den Geist und die Seele zum einen. Prüfungsangst, schwitzen und Übelkeit zum anderen. Liebe ist paradox.

    Glaubt ihr daran, dass man sich bewusst dafür bzw.
    dagegen entscheiden kann?

    Ich glaube man kann sich für Partnerschaften/Freundschaften und Ehen bewusst dafür oder dagegen entscheiden.
    Aber niemand kann sich gegen die Liebe entscheiden, oder: sich gegen ihrer Macht erwehren wo sie aufblüht.

    Wie hat sich eure Definition im laufe der Jahre verändert?

    Kein bisschen.

    Wie seht ihr es mit der Liebe in Verbindung mit Treue oder gar Ehe?

    Wo Liebe ist, braucht es keine Ehe. Alleine die Ehe kann keine Liebe herstellen oder sie erhalten, im Gegenteil. Liebe ist Liebe und Hochzeit ist Business, nicht wahr Courtney Love? 

    Wo Liebe echt ist und Freude macht und so frei wie ein Kumpel sein darf, wo ich die Liebe auch mal alleine spielen lassen kann, wo ich ihr Bälle zuspielen und zurückbekomme, dahin komme ich auch zurück.
    Wozu braucht man einen Ring, wenn man sich doch die Geborgenheit und Liebe und Freundschaft die einen am Leben erhalten und auf dem zwischenmenschlichen basieren, immer geben kann?

    Eine Ehe hat für mich weder etwas romantisches, noch reizendes, noch sinnvolles, außer spärlichen finanziellen Vorteilen. Traditionen aufrecht zu erhalten um Traditionen aufrecht zu erhalten ist mir keine Bemühung wert. 

    Glaubt ihr an Liebe auf den 1. Blick und warum?

    Was spielt es eigentlich für eine Rolle? Ich glaube an die Liebe. Ob sie auf dem ersten oder auf dem fünften Blick beginnt zu blühen ist doch letzten Endes egal. 
    Natürlich gibt es für manche den "ersten Blick" der das Kartenhaus des Herzens zum Einsturz bringt, für manche ist das unvorstellbar.

    Was sind für Euch Liebesbeweise?

    Bei einer Katze ist es einfach: Liegt eine tote Maus vor der Tür zeigt sie ihre Liebe indem sie das Futter mit dir teilen will.
    Bei Menschen überhaupt nicht. Jeder Mensch hat eine ganz eigene und meistens auch seltsame Art seine Liebe zu zeigen und das ist wirklich bei jedem Menschen individuell.

    Welchen
    Stellenwert hat Sex in Eurer Beziehung?


    Eine Beziehung ohne Sex ist völlig uninteressant.
    Eine übersexte Beziehung ist es aber genauso.

    Würdet ihr euch trennen, wenn
    der Sex unzureichend, also nicht befriedigend ist oder euer Partner euch
    fremd geht? Und warum?

    Sex ist kein Turnen und kein Ausdauersport. Wenn es mal nicht läuft, geht das wieder vorbei. Jeder Mensch hat komische Phasen, Launen, Ängste, Sorgen, die belasten und sich seelisch auswirken, ausserdem auch nicht immer nur Lust zu vögeln. Eine Beziehung/Freundschaft/Liebe besteht auch darin, den/die andere seelisch ganz zu verstehen und sich bei eingeschlafener Langeweile im Bett wieder gemeinsam etwas neues finden das Spaß unter die Decke bringt.
    Ist allerdings gar nichts mehr unter der Bettdecke los, wird das frustig und man sucht sich langsam wo anders das was man glaubt haben zu wollen.

    Fremdgehen ist etwas verletzendes, vor allem aber weil es einen selber verletzt, plötzlich nicht "Der" oder "Die" einzige zu sein. Mich interessiert dann: War es eine kurze Romanze, war es ernst zu nehmen? Vielleicht hätte man es ja zu dritt machen können;) ...oder hasst sie mich heimlich seit drei Jahren und ist mit dem anderen schon Jahre heimlich zusammen? Das sind dann entscheidende Umstände für eine Trennung oder für ein Schulterzucken.

    Ich finde es völlig normal, dass es in einer langjährgen Beziehung mal vorkommen kann, andere Menschen zu treffen in die man sich verliebt.
    Bietet das doch immer eine Gelegenheit seine Wahl zu überdenken. Um sich dann doch wieder sicher einzuhaken und weiter zugehen, oder vielleicht ja auch bei dem/der anderen. An welche Seite Du am besten passt, wissen deine Freunde manchmal viel besser.

    Habt ihr Antworten auf Fragen, die ich noch nicht gestellt habe?

    :D

    Das war:
    Die beste Frage zum Schluss.
    Und tschuss.


    09.05.2014, 03:32 von SirMCPedta
    • 0

      Etwas spät, aber lieber spät als nie...danke für Deine ausführlichen Antworten. Ich hätt mir noch gewünscht, dass Du etwas aus Deiner Perspektive erzählt hättest.


      Z.b. Hier: "Bei Menschen überhaupt nicht. Jeder Mensch hat eine ganz eigene und meistens auch seltsame Art seine Liebe zu zeigen und das ist wirklich bei jedem Menschen individuell."

      Oder hier:"Natürlich gibt es für manche den "ersten Blick" der das Kartenhaus des Herzens zum Einsturz bringt, für manche ist das unvorstellbar."

      Ich hab hier gezielt nach persönlichen Meinungen und Ansichten gefragt, denn eine allgemeine , absolute Meinung gibt es hier nicht.

      14.07.2014, 13:05 von konsTante
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  • 3

    Im Grunde genommen das was quatze (vor allem der Agape- und Erosteil) und forst sagen.

    Jemanden von gutefrage.net zu zitieren (inkl. smileys) finde ich fast schon mutig. Oder witzig. Oder traurig.

    05.05.2014, 12:55 von RAZim
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  • 3

    Zuerst mal danke für die rege Teilnahme. Eins möchte ich klarstellen, mir ging es hier nicht um eine allgemein gültige Definition der Liebe, sondern mir ging es darum, ganz viele Blickwinkel darauf zu erhalten. Wenn ich Definition schreibe, dann meine ich das bewusste Wahrnehmen der Liebe. Ich hab das Gefühl, einige scheuen sich davor, Liebe zu definieren oder zu hinterfragen. Aber warum? Angst davor, Illusionen zu zerstören? Den Zauber zu verlieren?
    Ich bin der Meinung, dass gerade etwas so angesehenes wie die Liebe einen bewussten Umgang verdient.

    05.05.2014, 11:09 von konsTante
    • 2

      Da schwingt schon wieder so eine Wertung durch die Zeilen.


      Es ist sicher nie verkehrt Beziehungen zu hinterfragen, die nicht rundlaufen und generell einen bewussten Umgang mit seinen Mitmenschen zu pflegen.

      Mir scheint Du vermischst hier 2 Dinge bzw. verwendest sie Synonym. Liebe und Beziehung. Das ist aber nicht das gleiche.

      05.05.2014, 11:49 von Pixie_Destructo
    • 0

      Das denke ich auch.. gut gesagt, konsTante!


      Denn die Liebe geht uns Alle an. Mögen sie reden, wie sie wollen.. im Grunde suchen alle Menschen ihr Leben lang nach dem einzig wahren Glück in Form von Liebe. In welcher Form auch immer. Jeder Mensch will ankommen und einfach nur glücklich sein.

      05.05.2014, 12:23 von Tora
    • 6

      Bei der Liebe gibt's nix zu hinterfragen.
      Liebe zaubert nicht.
      Sie ist.
      Vielleicht nicht bedingungslos (wahrscheinlich von jedem anders mehr oder minder definiert), aber absolut.
      Bei jedem für jeden anders.

      "Echte" oder "unechte" Liebe ist Gesellschaftsbullshit um vermeintliche Probleme oder Diskrepanzen im Miteinander mit bekloppten absurden Termini möglichst unzugänglich wegzupacken, um sich möglichst wenig mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen.


      Es gibt auch kein "wahres" oder "unwahres" Glück.

      Ich kann sowohl mit als auch ohne Liebe glücklich sein.
      Ich liebe sowohl mit als auch ohne Glück.

      Wie sieht denn der "bewusste Umgang" mit Liebe denn aus oder soll er aussehen? Regelmäßig Arsch abwischen und pudern? ProCon-Listen schreiben? Alle 4 Wochen die Spitzen schneiden, damit kein Spliss entsteht? Liebes-TÜV 1x im Jahr?



      05.05.2014, 13:20 von frl_smilla
    • 0

      Auf jeden Fall regelmäßig gut abschmieren! Und die Schmiernippel frei von Unrat halten.

      05.05.2014, 13:40 von quatzat
    • 1

      Der bewusste Umgang hat für mich nichts mit Handeln zu tun, sondern eben wie schon gesagt, mit hinterfragen. Wie mit dem Essen, da will ich auch wissen, was drin ist. Einige wollens nicht wissen, weil sie dann wahrscheinlich den Appetit verlieren würden. 

      Und nur weil jemand nicht hinterfragt, heißt es nicht, dass es nix zu hinterfragen gibt. Wenn es nix zu hinterfragen gibt, wie kann es dann sein, dass ich etwas zu hinterfragen finde? Der ein oder andere sieht nur keine Notwendigkeit zu hinterfragen, warum auch immer. Genausowenig, wie sich eine einheitliche Definition finden lässt, kann man allgemein behaupten, es gibts nix zu hinterfragen.

      Und jap, manchmal komm ich nicht drum rum, etwas zu bewerten. Meistens dann, wenn sich hinter irgendeiner Entscheidung Angst verbirgt. Oder Bequemlichkeit. 

      05.05.2014, 13:45 von konsTante
    • 1

      Woher willst Du denn wissen, welche Motivation andere antreibt bzw. nicht antreibt?

      Das hört sich ziemlich überheblich an, was Du da von Dir gibst.

      Deine Sicht der Dinge hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

      05.05.2014, 13:50 von Pixie_Destructo
    • 0

      Das hört sich nicht an, als hättest du das Hinterfragen als solches hinterfragt.

      05.05.2014, 13:54 von quatzat
    • 1

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei dem ein oder anderen Angst der Beweggrund ist. Ich behaupte auch nicht, dass jeder meine Sicht der Dinge haben sollte. Ganz im Gegenteil, lernen kann ich nur dann, wenn ich andere Sichtweisen kennenlerne, aber wenn jemand sich erst garnicht zu einer Sichtweise durchringt, dann darf ich das nicht gut finden. Du z.B. findest es nicht gut, dass ich es nicht gut finde, also, nicht so denke wie Du, nicht so viel Toleranz zeige. Also möchtest Du, dass Deine Sicht der Dinge den Anspruch hat, auch für mich zu gelten? Wenn nein, dann siehst Du, dass man andere Denkensweisen durchaus nicht gut finden kann, ohne dass man voraus setzt, dass sie angepasst wird. Wenn ja, muss ich Dich selbst zitieren:"Deine Sicht der Dinge hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit."


      05.05.2014, 14:21 von konsTante
    • 1

      Liebe mit Ernährung zu vergleichen.


      AWESOME.

      05.05.2014, 14:36 von frl_smilla
    • 3

      Nunja, Ernährung ist zum Leben immerhin mal mindestens genau so wichtig wie die Liebe. Und Metaphern machen einige Dinge leichter verständlich. Vergleichen heißt ja nich unbedingt, dass etwas gleichgesetzt wird. 

      05.05.2014, 14:57 von konsTante
    • 0

      Leg mir doch nicht irgendetwas in den Mund, was ich nicht gesagt habe.

      Ich störe mich nicht an Deinem Wunsch Deine Gefühlswelt zu hinterfragen, aber an Deiner Wertung gegenüber jenen, die das nicht tun.

      Das finde ich anmaßend.

      05.05.2014, 15:01 von Pixie_Destructo
    • 0

      Ich sehe nicht, wo ich Dir etwas in den Mund gelegt hätte.


      Ich schrieb:"Du z.B. findest es nicht gut, dass ich es nicht gut finde." Und so ist es doch, oder habe ich da was falsch verstanden?

      Und ich werte nicht grundsätzlich, ich sage nur, dass Angst die falsche Motivation ist. Es gibt sicher auch andere Beweggründe. Dagegen habe ich nichts.

      05.05.2014, 15:06 von konsTante
    • 0

      Bei mir spinnt gerade die Technik, außerdem reden wir aneinander vorbei. Das macht die Diskussion etwas mühsam.


      Bin raus.

      05.05.2014, 15:25 von Pixie_Destructo
    • 0

      Nunja, Ernährung ist zum Leben immerhin mal mindestens genau so wichtig wie die Liebe.

      Kann es sein, dass du Leben mit ÜBERleben verwechselst?

      06.05.2014, 09:12 von frl_smilla
    • 0

      Ich wüßte auch nicht, inwiefern die Liebe 'zum Leben' wichtig sein soll. Für die Erhaltung der Art ist sie wichtig, also von mir aus 'fürs Leben', auch wenn das nicht präzise ausgedrückt ist. Aber 'zum Leben' ist die Liebe mitnichten wichtig. Es gibt genug Beispiele, die zeigen, wie ohne Liebe gelebt werden kann.

      06.05.2014, 09:25 von quatzat
    • 0

      Nenn mir doch mal ein Beispiel, wo ein Mensch ohne jegliche Liebe überlebt, und sei es die liebe zum Leben oder zum Essen oder zur Musik. Ich persönlich kenne keinen Menschen, der absolut nichts liebt. Somit kenne ich natürlich auch keinen Menschen, der nichts liebt und trotzdem lebt. Du kennt so jemanden? Da bin ich glatt neugierig. 


      Leben oder Überleben, Korinthenkackerei.

      06.05.2014, 16:57 von konsTante
    • 0

      Du korrelierst gerne ohne zu Denken, nicht wahr? Nur weil du keinen Menschen kennst, der nicht liebt (woher _du_ auch immer das wissen willst), ist die Liebe also _funktional_ mit dem Leben verbunden?

      Und umdefinieren ist wohl auch etwas, was du gerne machst, hm? Plötzlich wird aus der Liebe als Beziehungskatalysator die Liebe zu den Dingen. Davon war aber in dem NUT oder den Kommentaren _nie_ die Rede.

      Wenn du behaupten kannst, dass du niemanden kennst, der nicht liebt, kann ich mit derselben Berechtigung behaupten, dass ich jemanden kenne, der nicht liebt. Deine Deutungshoheit in allen Ehren, aber von anderen Menschen hast du keine Ahnung. Punkt.

      Die Wahrscheinlichkeit, dass auf dieser Erde ein Mensch gelebt hat, der nicht geliebt wurde (denn wir reden hier ja wohl von erfüllter Liebe, nicht wahr? Oder willst du schon wieder umdefinieren?), liegt bei der Annahme, dass bisher ca. 81 000 000 000 Menschen gelebt haben, doch relativ hoch, oder? Solange du mir keinen _funktionalen_ Zusammenhang zwischen der Liebe und dem Leben zeigen kannst, bist du leider im Hintertreffen. Und komm mir jetzt nicht mit Kaspar Hauser oder ähnlichem, da gings um soziale Interaktion. Nicht notwendigerweise Liebe.

      06.05.2014, 17:23 von quatzat
    • 0

      Ja, manchmal vergess ich das denken, tatsächlich. Ist nichts was ich gerne mache, passiert manchmal. 


      Ob nun "fürs Leben" oder "zum leben". Für mich Erbsenklauberei.

      Ich rede von Menschen die ich kenne. Mit kennen meine ich nicht alle Menschen, zu denen ich kontakt habe, ich rede von kennen. Menschen, dir mit nahe stehen. Das sind nicht all zu viele, also ist es nicht repräsentativ. 

      Ich ging davon, Du kennst wirklich Beispiele und sagst das nicht nur so.

      Und ja, ich hab sogar von Menschen allgemein keine Ahnung, sind mir zu verbissen, kleinkariert, besserwisserisch, unfreundlich.
      Ich bin mir sicher, Du hast auch von einigen Menschen keine Ahnung. Da haben wir was gemeinsam.

      Ich bin somit raus. Denn mir wird hier zu viel geredet ohne was zu sagen. Außerdem muss ich ständig googlen, was Du da so schreibst. 

      Aber über dieses Leben ohne Liebe mach ich mir mal noch Gedanken. 

      06.05.2014, 17:42 von konsTante
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  • 1

    Ich find's übrigens immer ein bisschen schade, wenn der Verfasser des NUT sich nicht an der Diskussion beteiligt bzw. eine solche versucht mit anzuregen.

    05.05.2014, 09:33 von Pixie_Destructo
    • 2

      Ich hätte mich auch gerne mehr beteiligt, werd auch versuchen, mich zu dem ein oder anderen Kommentar zu äußern. Der Zeitpunkt war aus mehreren Gründen etwas ungünstig gewählt. Bin derzeit etwas ausgelastet. Steh kurz vor Prüfungen. Aber ich denke, die User haben unter sich schon sehr angeregt diskutiert, was mir der erste Blick auf die Kommentare verrät.

      05.05.2014, 09:53 von konsTante
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  • 1

    Ich empfinde es auch als schwierig, geeignete Worte zu finden, um ein so komplexes Gefühl zu beschreiben. Gefühle lassen sich eben besser fühlen, als aussprechen.. :)

    Für mich bedeutet das Gefühl von Liebe einem Menschen gegenüber, diesen so, ganzheitlich zu "mögen" wie er eben ist. Sich seelisch, geistig als auch körperlich zu ihm hingezogen zu fühlen, in seinem Beisein Harmonie, Wohlgefühl, Zufriedenheit, Glück zu empfinden. Ich denke, dass man erst von Wahrer Liebe reden kann, wenn man merkt, Macken am Gegenüber akzeptieren zu können, ohne sich an ihnen zu stören.

    05.05.2014, 09:25 von Tora
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  • 1

    So habe ich Liebe für mich empfunden, aber wie schon so oft hier geschrieben wurde: jeder nimmt Liebe anders wahr und es ist wirklich sehr schwierig, nur annähernd Worte dafür zu finden. 


    04.05.2014, 23:45 von Mitbewohnerin_von_einem_Freund
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  • 1

    Liebe kann man nicht Worte und Taten fassen. Das denke ich. Und Liebe kann man auf unendlich viele Arten und Weisen definieren. Und meiner Meinung nach, kann man sich nicht aussuchen, wen man liebt oder nicht liebt. Denn Liebe kann sich natürlich langsam und behutsam aufbauen, aber sie kann dich auch wie ein Zug mit 200 Sachen umhauen.

    04.05.2014, 23:15 von Eulalie
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  • 1

    "Als es an der Zeit war über die Liebe zu schreiben, brach die Feder entzwei, und das Papier riss." (Rumi)

    04.05.2014, 21:46 von zeyjay
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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