See_Emm_Why_Kay 24.01.2013, 10:44 Uhr 41 9

David, du schöner Idiot

Eigentlich verabscheue ich Dich ja...

Mit dir verhält es sich so: Eigentlich verabscheue ich Dich für dein Verhalten, deine Arroganz, deine Überheblichkeit und deine Sturheit. Was denkst du Dir eigentlich, wer du bist? Alles willst du mit deiner dunklen Vergangenheit rechtfertigen. Und meine Großeltern benutzt du auch gerne des öfteren als Schuldige für all deine Fehler. 

Wenn sie damals nicht soviel Schaden an dir angerichtet hätte, warst du ja niemals so geworden. Ja, das kann schon sein und ich will es auch gar nicht bestreiten, aber irgendwann muss man sich auch weiterentwickeln. Klüger und weiser werden. 

Aber dann bist du auch so schön gleichzeitig. Du kannst so kindlich und laut und voller Lebenslust sein. Da sind soviele Ideen, die in dir stecken und soviel Energie zum Leben. Manchmal sehe ich dieses Leuchten in deinen Augen. Du willst ausbrechen aus deiner dunklen Seite. Deine Sturheit überwinden, damit endlich Frieden in dich einkehren kann. Da sind soviele Geheimnisse, unausgesprochene Details aus deiner Vergangenheit, die dich so anziehend machen. Ich möchte dich gerne heilen. Dir helfen. Dir eine scheuern, damit du aufwachst. 

Da sind soviele Momente, in denen ich mich nach dir sehne. Nach deiner Wärme, deiner Liebe, deiner Lebendigkeit, die mich immer so angezogen hat. Ich sehne mich auch nach deiner Traurigkeit und deiner mystischen Art. Du bist wie ein Buch, das ich nicht lesen kann, weil es in einer fremden Sprache geschrieben ist. Ich kann es mir übersetzen lassen, aber dann kann ich nur darauf vertrauen und glauben, dass es wahr ist, aber ich werde es nicht wissen können. Ich muss lernen, deine Sprache zu sprechen. 

Gestern ist mir zu Ohren gekommen, dass der Übermut dich wieder eingeholt hat. Mich überkam Wut und ein Gefühl der Enttäuschung. Wieso? Wie lange kann ich dein Verhalten noch rechtfertigen? Du hast dich mit deinem Bruder gestritten. Ehrlich; da sind soviele Dinge, die du dir von ihm abgucken könntest aber im Grunde seid ihr beide gleich. Nur ist er im Moment der Schwächere von euch beiden. Und Pardon wenn ich das so sagen muss, aber nur ein Arschloch tritt noch auf jemand ein, der am Boden liegt. Ich weiss, dass ihr immer schon eure Probleme hattet, aber es gibt soviele Gemeinsamkeiten zwischen euch. Manchmal, wenn ich bei euch zu Besuch war, konnte ich kleine, winzige Anzeichen von Freundschaft und Brüderlichkeit in euch sehen. Aber die waren so flüchtig wie ein Blatt im Wind.  

Es tut mir Leid, dass ich dir das so sagen muss aber solange du dieses Verhalten an den Tag legst und dich nicht mit deinem Bruder versöhnst und deine Sturheit nicht überwinden kannst, solange werde ich dich nicht besuchen. Und du kannst davon ausgehen, dass ich mich auf seine Seite stelle. Du weisst, dass du mir viel bedeutest. Etwas in mir hast du berührt und ich kann nicht erklären, was es ist. Aber Liebe braucht keine Begründung oder Rechtfertigung. Ich werde mich aus deinem Leben raushalten, aber wenn meine Solidarität deinem Bruder gegenüber bedeutet, dass ich mich gegen dich stellen muss, dann tue ich das und ich urteile auch über dich! 

Wach endlich auf und sei der Gerechte, der nachgibt! Öffne dich und lass es zu, das du verletzlich sein kannst. Leg deine Waffen endlich nieder und fang an zu fühlen, Israel.

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  • 1

    'Und meine Großeltern benutzt du auch gerne des öfteren als Schuldige für all deine Fehler.'

    Öhm. Mir ist noch nicht untergekommen, dass die Israelis den Holocaust als Entschuldigung für ihre Fehler herhalten ließen. Was sie machen, ist, den Holocaust als politisches Instrument im Dialog mit Europa und vor allem Deutschland zu benutzen.

    'Wenn sie damals nicht soviel Schaden an dir angerichtet hätte, warst
    du ja niemals so geworden.'

    Das ist infam. Den Israelis zu unterstellen, sie würdem ihre jetzige Politik aus den Erfahrungen im Holocaust ableiten ist erstens falsch und zweitens schon angesichts der Politik an sich vollkommen verquer gedacht. Die jetzige Politik ergibt sich aus der geopolitischen Lage und der Geschichte der beiden Religionen in der Region.

    Es wird ja vielmehr des öfteren propagiert, dass die Israelis gerade nicht so handeln, als würden sie in irgendeiner Weise auf das zurückblicken, was der jüdischen Bevölkerung Europas während des WWII angetan wurde.

    24.01.2013, 11:56 von quatzat
    • 1

      Gib, zu, du dachtest, sie meint dich mit "David"

      24.01.2013, 12:25 von EliasRafael
    • 0

      "Den Israelis zu unterstellen, sie würdem ihre jetzige Politik aus den Erfahrungen im Holocaust ableiten"

      Das habe ich keinesfalls so gemeint. Bzw. hast du das anders interpretiert, als ich es ausdrücken wollte.

      Der Staat Israel mit seinem zionistischen Grundgedanken und seiner Siedlungsstrategie ist erst wirklich nach dem Holocaust entstanden. Nicht, weil er dadurch inspiriert wurde, sondern weil man sich einen sicheren Ort schaffen wollte. Ein Großteil waren Flüchtlinge aus ganz Europa, die ohne einen Krieg vermutlich nicht nach Israel gegangen wären.

      Deshalb: 
      "Wenn sie damals nicht soviel Schaden an dir angerichtet hätte, wärst du ja niemals so geworden" 

      24.01.2013, 12:35 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      Wobei ich jetzt anmerken muss, dass mit "Schaden an dir angerichtet hätte", nicht der Staat Israel gemeint ist, sondern mehr die jüdische Bevölkerung.

      24.01.2013, 12:38 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      So meinte ich das nicht mit der Wortwahl, man darf ruhig Israel ansprechen, mich stört nur die implizite Psychologisierung, d.h. dass man durch die Personifizierung unbewusst auch Änderungen auf Verhaltensebene eines Einzelnen erwartet, das ist schlicht naiv und führt zu Enttäuschungen.

      24.01.2013, 12:41 von EliasRafael
    • 0

      das ist schlicht naiv und führt zu Enttäuschungen.

      aber wie ich finde, der einzige noch mögliche Weg um einen fast 100 Jahre andauernden Konflikt zu beenden. 

      Aber ich verstehe deinen Denkansatz und kann ihn auch nachvollziehen. Nur denke ich mittlerweile anders darüber.

      24.01.2013, 12:50 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      @quatzat: Den Israelis zu unterstellen, sie würdem ihre jetzige Politik aus den
      Erfahrungen im Holocaust ableiten ist erstens falsch und zweitens schon
      angesichts der Politik an sich vollkommen verquer gedacht.


      Naja, grundsätzlich stimmt das schon so. Die Idee, nur in einem eigenen Staat sicher sein zu können, ist zwar älter als der Holocaust, wurde aber erst durch diesen zu einer Art jüdischer "Massenbewegung".

      Dieses "nie wieder wehrloses Opfer sein wollen" hat natürlich eine sehr ausgeprägte psychologische Komponente. Diese von kaum einem Israeli hinterfragte Gewichtung des Militärs im Israelischen Alltag (inkl. 3jährigem Wehrdienst und ständiger Einberufungsbereitschaft) lässt sich ebenso direkt aus den Erfahrungen des Holocaust ableiten. Die Verteidigung der eigenen Leute mit der Waffe in der Hand war ja zuvor für Juden niemals möglich, sie waren immer abhängig von Schutzversprechen anderer)

      Shlomo Auslander, ein New Yorker Autor, hat mal zu recht gesagt, dass Israel ein Ort der kollektiven Psychose sei. Da hat er einen Punkt getroffen. Ich glaube nämlich, dass auch ein Kollektiv traumatisiert sein kann.

      Deswegen finde ich den latenten Vorwurf, Israel erinnere sich nicht an seine eigene Vergangenheit, wenn es die Palästinenser unterdrückt, immer ein bisschen kurzsichtig.

      Richtig schlimm finde ich aber einen solchen pseudo-philosemitischen Text, der David auf den "rechten Weg" zurück rufen will und ihm ansonsten mit Liebesentzug droht ^^

      24.01.2013, 13:03 von holo...
    • 0

      PS: es gibt ja in Israel schon lange diesen Spruch: "Wenn die Araber die Waffen niederlegen, gibt es Frieden. Wenn wir die Wafen niederlegen, sind wir tot."

      Bei aller mitschwingenden Paranoia ist der Spruch mit Blick auf die Geschichte Israels gar nicht so falsch, obwohl sich das mit dem Streben nach Frieden in Israel ja auch seit 20 Jahren erledigt hat.

      24.01.2013, 13:09 von holo...
    • 0

      Natürlich gibt es kollektive Psychosen. U.a. die deutschen leiden nach wie vor unter einer solchen. Im Grunde ganz Europa. Sowas wächst sich erst nach ein paar Generationen raus.

      Ich schrieb 'würden ihre jetzige Politik aus dem Holocaust ableiten'. Und da bin ich immer noch der Meinung, dass man nicht von den Erfahrungen im Holocaust auf die jetzige Politik rückschließen kann. Alleine formal nicht, weil diese Erfahrungen heutzutage fast niemand mehr gemacht hat. Und eine kollektive Psychose mag es geben, also eine größter gemeinsamer Nenner in einer psychischen Störung innnerhalb einer Bevölkerungsgruppe, und es wird auch eine solche Erfahrung geben. Aber wenn die Mehrheit dieser Gruppe über keine direkte Erfahrung mit einer bestimmten Sache mehr verfügt, kann man auch nicht mehr über eine kollektive Erfahrung reden.

      Drehen wir es mal um: Hätten die Israelis bei der Staatsgründung sich auf ihre Erfahrungen im Holocaust berufen, hätten sie nie an dieser Stelle einen Staat gründen wollen. Denn das Konfliktpotential war damals schon absehbar. Und die jetzige Politik hat nichts mehr mit den damaligen Entscheidungen zu tun. Das wäre, wie wenn man die Entscheidungen von Merkel auf Entscheidungen von Adenauer basieren auslegte. Die Rahmenbedingungen haben sich entscheidend geändert, die Vorpolitik ist wenn überhaupt noch ein Identifikationsfaktor.

      Für mich stellt sich die latente Rechtfertigung, dass ein Volk kollektiv traumatisiert wäre für welche Schandtat auch immer eine eher kurzsichtige Auslegung der Lehren aus der Traumatisierung dar. Die Deutschen nehme ich da nicht aus. Aber sie haben (gezwungenermaßen) bis heute sehr viel aufgearbeitet, wenn auch anfangs viel weggedrückt.

      Nochwas: Erfahrung beinhaltet ja als Wort nicht nur den deskriptive Inhalt, also den Vorgang 'etwas passiert mit etwas anderem', sondern auch implizit die Verarbeitung bestimmter Vorgänge. 'Welche Lehren ziehe ich aus diesem Vorgang?'. Die Erfahrung ist es ja oder soll es auch sein, die weise macht. Und das ist so - kollektiv - bei den Israelis leider nicht zu sehen. Wenn man ihre jetzige Politik auf die Erfahrungen im Holocaust gestützt sehen will.

      Will ich nicht.

      Für mich sind es geopolitische Umstände, eine geopolitische Bombe, die man da unten geschaffen hat.

      24.01.2013, 13:18 von quatzat
    • 0

      Ich spreche ja auch nciht von der jetzigen Politik, sondern von dem ganzen Konstrukt an sich, dem Staat Israel mit all seinen Gründungsmythen, Legitimationen als "sicherer Hafen" für alle Juden ect., gepaart mit den Verpflichtungen für den Einzelnen ("Verteidige dein Land mit der Waffe in der Hand" ect.)

      Das ergibt zwar nicht die Tagespolitik, da geb ich dir recht, aber es wirkt dennoch bis heute. Ansonsten wäre eine westliche, in Teilen sehr moderne und urbane Gesellschaft wie die Israels doch nicht weiterhin (ohne große gesellschaftliche Diskussionen) bereit, ihren beileibe nicht kleinen Beitrag zum Militär und dessen Operationen zu leisten. Den Amis ist eine ganze Generation wegen Vietnam um die Ohren geflogen, Israel hat etwas ähnliches seit vielen Generationen - und kein Murren, kein "es ist genug, wir wollen nicht mehr". Und das, obwohl sehr viele junge Israelis von diesen Einsätzen traumatisiert zurück kommen und darunter zu leiden haben. Das wird gemeinhin als Notwendigkeit akzeptiert.

      Es geht also doch gar nicht darum, den Holocaust als Entschuldigung für Siedlungsbau zu missbrauchen, es geht darum, die Ursachen für gesellschaftliche Strukturen zu erkennen, die die aktuelle aggressive Siedlungspolitik stützen bzw. erst möglich machen.

      Dein Einwurf, dass "Erfahrung ja auch weise machen soll", ist aber schon sehr lustig. Daran glaubst du doch selber nicht ^^

      Und natürlich wurden Lehren aus der Erfahrung "Holocaust" gezogen, aber eben nicht die, die man vielleicht gerne hätte. Eben keine Vergebung und Opferdemut, sondern vielleicht Misstrauen und Selbstbezogenheit. Ist nicht schön, aber da sollten wir die letzten sein, die urteilen. Man steckt da nciht in der Haut. Ich habe letztens was von einem Kind von Holocaustüberlebenden gelesen, den seine Eltern mit ihrem Trauma so kirre gemacht haben, dass er als Kind immer "Welcher nachbar würde mich verstecken, welcher verraten" gespielt hat. Natürlich prägt das über Generationen hinweg.

      Und natürlich ist dieser Staat geopolitischer Wahnsinn. Aber eben auch handfeste Tatsache. Und für den jetzigen Zustand und dessen Lösung immer nur auf Israel zu zeigen, ist schon arg einseitig. Ich meine, wie würdest du über deine Nachbarn denken, wenn du immer nur hören würdest: "Wir treiben die Schweine ins Meer"? Ursache und Wirkung sind da unten schon lange nicht mehr zu trennen...


      24.01.2013, 13:45 von holo...
    • 0

      'Ansonsten wäre eine westliche, in Teilen sehr moderne und urbane
      Gesellschaft wie die Israels doch nicht weiterhin (ohne große
      gesellschaftliche Diskussionen) bereit, ihren beileibe nicht kleinen
      Beitrag zum Militär und dessen Operationen zu leisten. Den Amis ist eine
      ganze Generation wegen Vietnam um die Ohren geflogen [...].'

      Und genau da setze ich ein mit meiner Argumentation. Würde Israel nicht in einem solchen Spannungsfeld existieren, würde es doch auch eine solche Politik nicht geben. Zwar würden sie noch den Warner geben, aber mal angenommen, sie hätten ein Territorium zwischen Kanada und den USA: da wäre mit 100%iger Sicherheit eine wie auch immer gemäßigte Tagespolitik zu erwarten. Die USA hatten Vietnam auch nicht vor der Haustür, die Israelis haben gleich reihenweise potentielle Aggressoren direkt als Nachbarn oder in zweiter Reihe lauernd. _Diese_ Bedrohung macht paranoid.

      Und das meinte ich.

      24.01.2013, 13:50 von quatzat
    • 0

      kein Murren, kein "es ist genug, wir wollen nicht mehr".

      Da muss ich stark widersprechen! Die gibt es zu genüge auf beiden Seiten. Und das sind keine Randgruppen mehr.

      24.01.2013, 13:50 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      @quatzat: ok, dann sind wir wohl gar nicht so weit auseinander. Gründungsmythos und realpolitische Situation spielen da natürlich munter ping-pong.

      @see_emm

      Ich hab da eigentlich immer eher ein Murren gegenüber innenpolitischen Problemen (Ausgaben, ausschließlich Tora-studierende Ultra-Orthodoxe, Mietpreise ect.) wahrgenommen. Der Freidensprozess hat ja auch im aktuellen Wahlkampf auch kaum eine Rolle gespielt.

      Mein Eindruck war ja meistens, dass die jungen Leute, die ich getroffen habe, den andauernden Krieg und die Erlebnisse, die sie dort machten, derbe kacke fanden (inkl. psychischer Störungen, Drogen-Exzessen ect. als Folge), aber an eine Alternative hat auch kaum jemand geglaubt.

      24.01.2013, 14:01 von holo...
    • 0

      Im Großen und Ganzen tut sich da auch wenig aber dennoch gründen sich gerade viele Organisationen von jüdisch-Israelischer Seite aus, die gegen den Siedlungsbau und die Besetzung aktiv demonstrieren. 


      Naja, aber ich wollte eigentlich nicht vorrangig eine politische Meinung vertreten mit dem Text, sondern eine persönliche Empfindung für ein Land. 


      24.01.2013, 14:27 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      Dagegen sein heißt aber noch nicht, dass man echte Alternativen hat.


      Im Notfall rücken die ganz schnell alle wieder zusammen, was auch verständlich ist.

      24.01.2013, 14:31 von EliasRafael
    • 0

      @see-emm

      Dein Empfinden ist ja auch ganz anrührend, aber eben auch mehr als ein bisschen naiv. Die Leute übersehen gerne, dass der politische Islam mit seinen faschistischen Tendenzen gerade derbe Aufwind hat. Ist keine Rechtfertigung für die Siedlungspolitik, aber ein bisschen Vorsicht, in welches Boot man sich allzu bereitwillig setzt, sollte man schon walten lassen (#stellemichandieseitedeinesbruders)

      24.01.2013, 14:38 von holo...
    • 0

      Ja danke, ich bin da sehr vorsichtig und mir ist klar, dass man Menschen wie mich immer gerne als "naiv" bezeichnet. Das nehme ich mit einem Lächeln in Kauf. Aber wenn man sowas miterlebt, ist es ganz egal wie neutral und "professionell-sachlich" man bleiben möchte. Man vergisst gerne, dass es hier um einzelne Menschen geht. Ich richte meinen Blick erst auf's Ganze und gehe dann ins Detail. 


      Aber Hut ab für deine Souveränität.

      24.01.2013, 14:50 von See_Emm_Why_Kay
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Bin ich wohl ein gefühlskalter Klotz.

      Dein link sieht ja auf den ersten Blick vernünftig aus, aber ein "ich stell mich an die Seite deines Bruder" ist eben ein weites Feld. Ich hab da eher an die Linke-Abgeordneten in der sog. "Friedensflotte" gedacht, die kein Problem hatten, mit Islamisten buchstäblich in einem Boot zu sitzen.

      24.01.2013, 15:03 von holo...
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Ich kann das auch nicht befürworten und da stecken verdammt viele schmutzige Geschäfte und Lobbyisten mit drin. Um gar nicht erst mit Amerika und Deutschland anzufangen. Aber ich, als eben kein Eisklotz sehe da Menschen, die vertrieben, erniedrigt, beraubt und bedroht/getötet werden und sich nicht mehr selbst wehren können. Und jetzt macht daraus kein Zitat und einen Schwenk zu der Hamas. 

      24.01.2013, 15:13 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      @Lichtspiel: Ja, das ist mir klar aber in dem Ausmaß wie es heute stattfindet, gab es das vor dem Holocaust noch nicht. 

      24.01.2013, 15:15 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      'sondern das sehen selbst israelische regierungsmitglieder so.
      das trauma des holocaust bestimmt ganz klar die israelische poltik -
       auch heute noch:

      o-ton netanjahu am holocaust-gedenktag:
      "Wenn jemand damit droht, uns zu zerstören, dürfen wir das nicht ignorieren."'

      Zwischen dem, was gesagt wird und dem, was wirklich ursächlich etwas bestimmt, liegen meist Welten.

      24.01.2013, 15:18 von quatzat
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    • 0

      Nur weil etwas einschneidend war oder ist, muss es nicht ursächlich bestimmend sein. Ich sehe keinen logischen Zusammenhang.

      Der logische Zusammenhang zwischen konkreter Bedrohung direkt vor der Haustür und entsprechender politischer Reaktion ist klar gegeben.

      Deshalb mein Schluss, dass das auch die ursächlich bestimmende Grundlage für diese Politik ist.


      24.01.2013, 15:32 von quatzat
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    • 0

      Ich habs weiter oben doch schon angedeutet:

      Welche Politik würde der israelische Staat verfolgen, wenn er nicht direkt von den Nachbarn bedroht wäre, oder wenn er sogar gar nicht bedroht wäre?

      Und welche Politik würde der israelische Staat betreiben, wenn er - so wie heutzutage - direkt bedroht wäre, aber es den Holocaust nie gegeben hätte (ja, ich weiß, dass es dann diesen Staat nicht in dieser Form geben würde, aber mal angenommen es wäre so).

      Aus diesen Annahmen lässt sich ableiten, dass die konkrete Bedrohung tatsächlich ursächlich für die heutige Tagespolitik der Israelis ist. Die erhöhte Paranoia, wie holo sie anführt, ist für mich nicht ausschlaggebend. Sie wäre evtl. ausschlaggebend, wenn sie nicht bedroht würden.

      24.01.2013, 15:46 von quatzat
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @quatze

      "Die erhöhte Paranoia, wie holo sie anführt, ist für mich nicht
      ausschlaggebend. Sie wäre evtl. ausschlaggebend, wenn sie nicht bedroht
      würden."

      Das kann man nicht so trennen. Natürlich gibt die konkrete Bedrohung die Handlungsoptionen vor, aber die Prämisse "nie wieder Opfer" (die ja ganz klar direkt aus dem Holocaust abgeleitet wurde, das geht von der Staatengründung über Eichmann bis hin zur teilweise übertriebenen Furcht vor Iran) hat mit Sicherheit zu Entscheidungen geführt, die mit einem anderen Erfahrungshintergrund vielleicht nciht oder nur in abgeschwächter Form getroffen worden wären.

      Ich meine, der ganze intelektuelle und ideologische Überbau dieses Staates beruht auf den Erfahrungen der Verfolgung und des "Opfer-seins" (nicht erst seit dem Holocaust) - ich meine, wie soll das die Politik nicht beeinflussen?

      Natürlich ist da vieles ritaulisiert und bloße Rhetorik, aber so ist es mit dem deutsch-französischen Bündnis ja auch. Da ist viel Ritual dabei, und trotzdem kann man da das Erbe dreier Kriege dieser Länder in den letzten 150 Jahren nicht leugnen. Das wird immer mitgedacht, wenn man über den Nutzen der EU diskutiert...

      24.01.2013, 16:41 von holo...
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  • 0

    das sind schöne klare worte. zum glück bin ich nicht david und muss mir so den kopf waschen lassen. ;)

    24.01.2013, 11:47 von jetsam
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  • 1

    Man sollte Gruppen/Länder, was auch immer, außer in der Lyrik nie personifizieren, da man so letztlich auch den Blick auf mögliche Verbesserungen verstellt: die Stärkung von Institutionen und konkreten Menschen etc. die auf das Hinwirken wollen, was man als erstrebenswert betrachtet.


    Ach, es ist schon okay geschrieben, aber ich mag sowas einfach nicht.


    Wache auf, Deutschland, würde ich mich sicher nicht angesprochen fühlen.

    24.01.2013, 11:27 von EliasRafael
    • 0

      Natürlich würdest du dich nicht angesprochen fühlen, weil wir den Bezug zu unserem Land nicht vergleichen können mit dem Bezug, den Israelis/Palästinenser zu ihrem Land haben.


      zu personifizieren war mit hier ein großes Anliegen, weil nur noch die Menschen dort etwas bewegen können, nicht mehr die Politik. Ein Land besteht auch aus Menschen. Ohne die, wäre Israel doch nur ein Militärstaat und das finde ich zu oberflächlich als Bezeichnung.

      24.01.2013, 11:35 von See_Emm_Why_Kay
    • 1

      "deutschland, erwache!" is aber gloob ich, schon negativ konnotiert^^

      24.01.2013, 11:37 von MaasJan
    • 2

      Natürlich sind das Menschen, aber ein Staat ist kein Mensch.


      Da mein Einwand struktureller Art ist und nicht historisierend oder gar relativierend, reden wir aneinander vorbei. Natürlich kann ich das vergleichen, ich kann es auch mit "Neon-User, wacht auf" vergleichen.


      Stammtischparolen bleiben Stammtischparolen, auch wenn sie aus der Teestube kommen.

      24.01.2013, 11:39 von EliasRafael
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  • 0

    Ich fing an zu lesen und dachte, eine Liebesschnulze passt aber irgendwie nicht zu Dir, also so, wie ich Dich hier bisher erlebt habe. 


    Und dann das. Groß!

    24.01.2013, 11:19 von miss_mel
    • 2

      Liebesschnulzen habe ich hier aber auch schon verfasst. In Zeiten, wo ich mal geliebt habe zumindest... ^^


      24.01.2013, 11:25 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      Gibt ja auch schöne Liebesschnulzen! 


      Ich meinte das aber echt voll als Kompliment...

      24.01.2013, 11:31 von miss_mel
    • 0

      Weiss ich doch ; )

      24.01.2013, 11:35 von See_Emm_Why_Kay
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  • 1

    Wow, der Text hat mich eben geflasht! Ich wusste zunächst nicht so recht, wo er hinführen würde, konnte mit den "Großeltern" zu Beginn auch nicht wirklich viel anfangen.
    Aber das Ende ist einfach der Hammer!
    Ein sehr kräftiger Text, der sofort gemocht wurde (:

    24.01.2013, 11:04 von Babati
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  • Durchs Wochenende mit Lena Steeg

    Und, wie war dein Wochenende so? Jede Woche fotografiert ein NEON-Redakteur sein Wochenende mit dem Handy. Diesmal: Textredakteurin Lena Steeg.

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