safan 27.09.2007, 18:34 Uhr 3 1

Das Werk

„Hallo bei Küche&Co. auf Ihrem Home-Shopping-Sender Shopping Dreams! Schön, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben!

Sie werden sehen, es lohnt sich! Denn heute haben wir ein sensationelles Angebot für Sie! Exklusiv aus Japan haben wir für Sie heute dieses fantastische Messer, das in keiner Küche fehlen sollte! Nach traditioneller japanischer Schmiedekunst gefertigt, garantiert es Ihnen eine lebenslange Schärfe! Dieses Messer schneidet mühelos Gemüse, Obst, Fleisch, ja selbst Knochen, Sehnen und Muskeln sind ein Leichtes für es! Aber sehen Sie selbst! Es schneidet sogar Leder oder Gummi und selbst danach einwandfrei die Tomaten für ihren Salat! Also, rufen sie an und für nur 59,95 gehört dieses geniale Messer Ihnen! Glauben Sie mir, es wird Ihr Leben verändern!“
Vier Tage später war das Packet da.

Sie hatte es nicht geplant. Eigentlich hatte sie nur ein paar Brötchen holen wollen; dass es so weit kommen würde, hatte doch keiner ahnen können. Nicht mal sie selbst. Sie wusste ja nicht einmal, wie das Messer in ihre Tasche gelangt war.
Das Einzige, woran sie sich noch erinnern konnte, war, dass sie, die andere, sie noch freundlich angelächelt hatte, um ihre Bestellung entgegen zu nehmen, diese hinterhältige Schlampe, als ob sie nicht wüsste, wer sie war!
Plötzlich hielt sie das Messer in der Hand, es war noch brandneu, unbenutzt. Und sie beide allein.
„Dieses Messer schneidet mühelos Gemüse, Obst, Fleisch; ja selbst Knochen, Sehnen und Muskeln sind ein Leichtes für es!“
Das Messer hielt sein Versprechen. Es glitt ganz sanft in ihren Rücken: eins, zwei-, drei-, viermal zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule. Fünf-, sechs-, sieben-, achtmal. Durchschnitt Muskeln und Fasern wie Butter.
Es tat so gut! Sie sollte ruhig merken, dass mit ihr nicht zu spaßen war!
Sie würde dem Fernseh-Shopping-Sender einen Dankesbrief schreiben.
Irgendwann wurde ihr es langweilig; wohl ab dem Moment, ab dem dieses billige Flittchen nicht mehr versuchte ihr zu entgehen.
Sie wischte das Messer an ihrem Hemd ab und betrachtete sie. Sie würde es nicht mehr wagen, ihre Finger nach ihm aus zu strecken! Sie lächelte zufrieden.
„Glauben Sie mir, es wird Ihr Leben verändern!“

Sie wusste nicht, wie lange sie dort stand und ihr Werk begutachtete. Sie folgte dem Polizisten ohne Wiederstand.
„Kann ich ein Blatt Papier und einen Stift haben?“, fragte sie den Polizeibeamten lächelnd. „Ich möchte einen Brief schreiben.“

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3 Antworten

Kommentare

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    Die Geschichte ist seltsam und irgendwie fehlt da ein wenig der Zusammenhang...

    Und warum hast du es in die Kategorie "Liebe" gesteckkt?

    30.09.2007, 13:00 von laZizah
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      @laZizah welcher zusammenhang fehlt dir denn? mir scheint du hast die geschichte nicht ganz verstanden.... dann wäre dir bewusst, warum die geschichte in der kategorie "liebe" steckt... vielleicht liest du sie noch mal???

      30.10.2007, 09:17 von Kraeuterhex
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      @[Benutzer gelöscht] Is keine persönliche Geschichte. Hab das mal für 'nen "Zigarettenschachtelroman"-Wettbewerb geschrieben (hab natürlich nich' gewonnen :-( ... ;-) ) und wollte halt was "Aufsehen erregendes" schreiben.

      28.09.2007, 12:41 von safan

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