Das Versprechen, das wir uns einst gaben
Als ich sagte, ich würde dich immer lieben, habe ich nicht gelogen.
Und obwohl ich mir nicht vorstellen kann, jemals damit aufzuhören, wünschte ich, es wäre anders.
Der Tag, an dem du Teil meines Lebens wurdest, hat mich verändert. Du hast mir so viel Hoffnung gegeben, so viel Vertrauen. In einer Welt, in der ich nie etwas Anderes als Ablehnung erfahren habe, warst du mein persönliches Wunder, denn du hast mir das Lieben beigebracht - ein Gefühl, von dessen Intensität ich bis dahin nicht einmal etwas geahnt hatte. Du hast mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und kurzerhand meine mühsam errichtete Mauer zum Einsturz gebracht. Ehe ich begreifen konnte, was geschah, warst du längst mein Mittelpunkt. Nicht einen Gedanken habe ich daran verschwendet, mich jemals wieder an ein Leben ohne dich gewöhnen zu müssen. Warum auch? Du hast mir nie Anlass gegeben, das zu glauben, und meinen Argwohn, mein Misstrauen hatte ich dank dir längst vergessen.
Die Menschen erwarten von mir, dass mein Lachen nicht länger gespielt ist. Dass ich darüber hinweg bin und dass ich endlich aufhöre, mich zu hassen. Ich habe dich verloren. Ein einziger, winziger Moment, in dem ich mich nicht kontrolliert habe, hat das Große zwischen uns zerstört. Bis heute weiß ich nicht, wie es dir damit geht, denn du warst plötzlich einfach verschwunden - so, als wäre unsere Zeit nur eine bittersüße Illusion gewesen. Absolut unerreichbar, keine Chance, mich zu erklären - deinem Verlust, meiner Schuld und dieser kalten Abwehr konnte ich nicht standhalten. Ich war gezwungen, einen Weg zu finden, diese quälenden Gefühle loszuwerden - und ich fand ihn. Du sagtest, ich hätte ihn eingeschlagen, um dich für dein Verlassen zur Verantwortung zu ziehen, und ich weiß nicht, wie ich dir hätte begreiflich machen können, dass ich ihn gehen musste um zu überleben.
Ich gebe mir alle Mühe, den Erwartungen gerecht zu werden. Aber sie wissen nicht, wie es war, zwischen uns. Sie haben keine Ahnung, welches Loch du hinterlassen hast. Sie ahnen nicht einmal, dass ich dich schweigend um Rat frage, wenn ich wieder einmal nicht weiß, was ich noch tun soll.
Das Leben geht weiter, das habe ich inzwischen begriffen, auch wenn es für diese Erkenntnis lange gebraucht hat. Ich will, dass es weitergeht, und deshalb habe ich mich entschlossen, das Fühlen wieder zu erlernen.
Es gibt einen Menschen in meinem Leben. Ich mag ihn sehr, diesen Menschen, aber das würde ich niemals zugeben. Denn leider bedeutet das Wieder-Fühlen zwar, dass ich Glück spüren kann. Aber eben auch, dass die Angst mein neuer-alter Dauerbegleiter ist. Ich bereue nicht, dass ich dich nicht daran gehindert habe, die Mauer einstürzen zu lassen. Ich bereue nur, was ich uns angetan habe, und ich habe Angst, es wieder zu tun. Das hätte sie nicht verdient - genauso wenig, wie du es verdient hast.
Es tut mir Leid. Du wirst niemals zurückkommen in mein Leben, in keiner Weise - aber ich wünsche mir nichts mehr, als dass du weißt, dass es mir Leid tut. Und genauso sehr wünsche ich mir, dass das Versprechen, dass wir uns einst gaben, endlich seine Macht über mich verliert.




Kommentare
sehr traurig,
22.11.2009, 11:40 von potatoeich kann es so gut nachvollzieh'n!
Vill glück auf deinem Weg
@potatoe Dankeschön :-)
23.11.2009, 01:22 von velvet89Irgendwann wird´s leichter, daran glaube ich ganz fest!