Das mit der Liebe.
Eine Abhängigkeit. Er von mir, ich von ihm.
Manchmal ist es einfach besser. Egal was andere sagen. Manchmal ist es einfach besser, sich selbst zu verlieren. Besser, als den anderen. Manchmal ist es dumm, sich selbst treu zu bleiben. Manchmal muss man das gar nicht. Manchmal darf man das gar nicht. Manchmal muss man einen Teil von sich zurück lassen, oft. Damit es funktioniert. Das. Mit dem anderen. Weil man das will. Und deswegen macht man das.. Sich selbst verraten. Um sich damit treu zu bleiben. Denn was nützt es? Der Stolz und das Selbstbewusstsein. Das Sich-für-niemanden-ändern-wollen. Was nützt das alles, wenn man sich damit letztendlich selbst im Weg steht? Du musst dich selbst lieben, sagte er, damit du bedingungslos lieben kannst.
Vermutlich ist das der Weg. Das Ziel jedoch ist nicht die Selbstliebe. Sobald man liebt, muss man lernen, sich selbst an zweite Stelle zu setzen. Damit man bei dem anderen an erster Stelle steht. Ein Geben und Nehmen. Man verliert nichts. Man verändert nur etwas. Denn das ist die Liebe. Eine Umstellung zwar, eine Selbstaufgabe. Dennoch ein Gewinn. Eine Abhängigkeit. Er von mir, ich von ihm. Eine Gemeinsamkeit, wenn alles stimmt. Wenn es funktioniert. Es gibt keine unabhängige Liebe. Nie. Weil Gefühle verletzlich machen. Und weil der andere zum Bedürfnis wird. Wenn man nicht bereit ist, etwas von sich aufzugeben, ist man nicht bereit, bedingungslos zu lieben. Denn das ist die Bedingung.
In der Liebe kann man sich nicht kontrollieren. Kann man nicht und soll man nicht. Denn Kontrolle macht Systeme und Liebe ist kein System. Stattdessen unberechenbar. Sobald sie berechnend wird, war es das. Mit der Liebe. Dann ist es eine Farce. Und die Selbstliebe rückt an die gewohnte Position. Während der andere allein da steht. Im Unverhältnis. Liebend und ungeliebt.
Sie ist komplex, die Liebe. Komplex und doch simpel.
Und glücklich ist, wer sie empfängt.


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Kommentare
Ich widerspreche VEHEMENT!
01.02.2010, 09:32 von DunnaghDer Partner an erster Stelle? Nein. DU bist wichtig - und wer auch immer Dir sagte, dass Du Dich selbst lieben musst, um ihn lieben zu können - das war klug.
Liebe ist ein GANZ großes Glück - und so muss man es auch behandeln. Jeden Tag sehr dankbar dafür sein, dass es noch einen Tag hält. Erwarten kannst Du nix. Nur strahlen, wenn dennoch was kommt.
Und: Wenn Du Dich selbst aufgibst, dann verlierst Du nicht nur Dich, sondern auch die Beziehung. Wer will schon eine seelenlose Klette? Mehr innere Stärke! Mehr mehr mehr!
Liebe als System von Geben und Nehmen. Tja, das Beschriebene zeigt den Idealzustand auf. Aber warum klappt das nie?
21.10.2009, 03:54 von Pagog@Pagog Nie ist so endgültig. Klappt nicht immer. Aber durchaus schon ab und an.
29.10.2009, 03:22 von honi