glueckskleeblatt 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 0

Das Gleichnis - Ein Langstreckenflug

Ein Langstreckenflug ist es geworden. Hoch hinaus mit dem Flugzeug ging es über Berge und Täler. Weit weit weg von hier und immer so nah beieinander.

Gefunden haben wir uns nicht. Gesucht haben wir uns auch nicht. Wir waren einfach zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Du und ich. Wir fanden zueinander und so begann die Zeit mit uns. Gemeinsam gingen wir auf eine Reise. Wohin wussten wir am Anfang noch nicht so genau. Es war die Neugier, die uns trieb. Wir waren zusammen und sammelten die ersten gemeinsamen Erfahrungen. Wer will da wissen wo es hingeht?

Auf der Couch sitze ich. Neben mir der Platz war leer, bis du kamst. Eingenommen hast du ihn, gefüllt mit Leben. Ohne mich zu fragen. Plötzlich ist es nicht mehr rational was geschieht. Selten komisch, wie doch sonst alles immer seine Erklärung hat, wofür es einen Grund gibt. Wissenschaft ist doch was Schönes. Aber jetzt scheint jegliches Gesetz außer Kraft gesetzt zusein. Wie hast du das gemacht? Keine Erklärung

Ein Langstreckenflug ist es geworden. Hoch hinaus mit dem Flugzeug ging es über Berge und Täler. Weit weit weg von hier und immer so nah beieinander. Wir sahen die schönsten Orte, entdeckten die wundervollsten Ecken und füllten ganz alltägliche Situationen mit Leben und mit unserer Liebe. Wir fühlten uns grenzenlos frei. Nichts konnte uns passieren. Bis wir die Weltmeere erreichten. Ihnen waren wir nicht gewachsen. Ihre Überquerung schien ein zu großes Hindernis zu sein. Sie fingen an uns zu zerbrechen. Das es ein Ozean ist, der zu riesig für uns beide wird, das war nicht geplant. Damit haben wir nicht gerechnet. Du hast die Reißleine gezogen. Mehr konnte ich nicht wahrnehmen. Den Aufprall habe ich nicht mitbekommen. Bist du unversehrt gelandet?

Ins kalte Nass bin ich getaucht, einfach untergegangen in der hohen See. Es fühlte sich so frisch an, ungewohnt, neu, einfach leer. Ich wusste nicht wo ich war. Mein Blickfeld verschwimmt, je weiter ich schaue. Auftauchen konnte ich nicht. Ich sah nichts außer Luftblasen im ganzen Meer. Doch niemand ist da, ich bin allein, im großen Ozean. Wie ausgesetzt bewege ich mich mit den Strömungen und versuche irgendwo anzugelangen, etwas zu finden, wo ich bleiben kann, wohin sie führen weiß ich nicht genau. Immer noch auf der Suche, weiß ich nicht wohin ich treibe. Gerettet wurde ich nicht. Es gab keinen Rettungsring, der mir zugeworfen wurde.

Die Couch ist leer, kein Platz besetzt. Es ist niemand da. Die Schwerkraft zwingt keine Person sich dort nieder zu lassen. Will es keiner wagen ein Abenteuer einzugehen? Ich habe dort keinen Platz mehr, zu weit weg bin ich gestrandet. Auch du wirst es wohl nicht mehr dorthin schaffen. So muss es eben mal wieder das theoretische Wissen richten.

So ging unser Flug zu Ende.


Tags: Langstreckenflug
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