Das Gänseblümchen
Manche Menschen sind wie Gänseblümchen - zumindest wenn es um die folgene Kurzgeschichte geht!
Es war einmal ein Gänseblümchen, das wuchs an einem Feldweg, ganz allein, nur umgeben von Grashalmen, auf einer Wiese. Jeden Tag kam an diesem Weg ein kleines Mädchen vorbei. Das Mädchen war meist fröhlich, hüpfte durch die Gegend und sang dabei Lieder. Das Gänseblümchen mochte das Mädchen sehr und beschloss, nur noch für dieses Mädchen zu blühen. Den ganzen Tag und die ganze Nacht schloss die Blume ihre Blütenblätter, doch wenn sie die Stimme oder Schritte des Mädchens hörte, blühte sie sofort auf. Die Blume wünschte sich so sehr von dem Mädchen gepflückt zu werden, damit sie den ganzen Tag bei dem Mädchen verbringen konnte, doch das Mädchen beachtete sie nicht. Die Blume lebte trotzdem weiterhin nur noch für das Mädchen und hoffte darauf, eines Tages von ihr gepflückt zu werden. Ihr Leben bestand nur aus den Momenten, in denen das Mädchen den Weg passierte und sie aufblühen konnte.
Eines Tages merkte die Blume, wie sie jemand anfasste. Sie war verwundert, da sie weder die Stimme noch die Schritte des kleinen Mädchens gehört hatte. Trotzdem öffnete sie ihre Blütenblätter und sah ein anderes kleines Mädchen, das sie berührte. Die Blume fragte sich, warum das neue Mädchen sie beachtete, denn immerhin war ihre Blüte verschlossen. Das Mädchen sagte: „Du bist so wunderschön. Ich werde dich jeden Tag besuchen kommen und dir jeden Tag ein Stück von mir erzählen. Wenn ich dich pflücken würde, dann würdest du nach einiger Zeit verwelken, deshalb sollst du auf dieser Wiese bleiben. Du bist das schönste Gänseblümchen, dass ich jemals in meinem Leben gesehen habe.“
Und von nun an blühte das Gänseblümchen rund um die Uhr und schöner als je zuvor.




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