Jule-Marie 19.03.2010, 22:02 Uhr 4 0

Das ewige Gänseblümchen.

Ich rupfe einem ewigen Gänseblümchen die Blätter aus. Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht(sondern hasse ihn), ich liebe ihn(sehr), ich liebe ihn nicht

Ich stecke fest! Eine ganze Weile schon. Besser gesagt seit dem 21.01.2006 das macht also etwas über 4 Jahre. Vor vier Jahren war ich 16 Jahre alt. Wie jung das heute in meinen Ohren klingt. Was konnte ich mit 16 schon? Ok, „damals“ konnte man noch mit 16 Zigaretten und Bier kaufen, aber sonst? Was wusste ich vom Leben? Zumindest nicht halb so viel wie ich heute weiß.

Mit 16 träumte ich mein Leben. Ich sah mich auf wilden Partys mit attraktiven Jungs knutschend immer glücklich strahlend voller Selbstbewusstsein. Irgendwann würde dann, wahrscheinlich wie in den Träumen jeder 16-Jährigen DER Mann meines Lebens auftauchen. Er würde dastehen und ich würde wissen: der ist’s! Wir würden zusammenziehen und er würde mich perfekt ergänzen und mich abgöttisch lieben mit all meinen Ecken und Kanten. Bla bla und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende…

NEIN! Natürlich nicht, wer hat sich den Quatsch eigentlich ausgedacht? Mit 16 feierten wir Partys. Wenigstens das lief nach Plan. Ziemlich betrunken lernte ich so auch meine Zukunft kennen. Ich wollte nicht mit Lügen beginnen also sagte ich ihr gleich: „Hallo Zukunft, so habe ich mir dich nicht vorgestellt“ Tja, war wohl nichts. Am nächsten Tag lag sie in meinem Bett als ich aufwachte und sah mich verquollen an. „Mist,“ dachte ich „so hatte ich sie mir nicht vorgestellt.“ Aber da ich mit 16 noch dachte, dass man nicht einfach Rumknutschen kann ohne hinterher über Folgen zu sprechen zu müssen machten wir einen Termin ab um zu klären wie es nun weitergehen solle. Diese Termine wurden zu erneutem Rumknutschen, und wie man mit 16 so ist „kamen wir zusammen“.

Das war dann der 21.01.2006, der Anfang vom Ende würd ich gerne floskeln, aber das ist nicht ganz der Wahrheit entsprechend. Auch wenn es anders kam als geplant hatten wir eine super Zeit. Eine schöne erste große Liebe mit allem drum und dran. Der Mann, der damals noch ein Junge war mit dem ich alles teilen wollte. Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende?

Nein, leider immer noch nicht. Wie wahrscheinlich viele Jungen (entschuldigt die grobe Vermutung, ich gebe zu, ich würde mich sehr leicht vom Gegenteil überzeugen lassen, ich will meine Geschichte nur rechtfertigen in dem ich verallgemeiner), die mit 16 die Liebe ihres Lebens finden, sehnte sich die Meinige irgendwann nach dem, was er aus Erzählungen kannte. „Weiber“, „ficken“, „saufen“.

Wie dem auch sei, ich langweile lieber niemanden mit den Details und komme zur Sache. Ich kam aus dem Urlaub zurück und er erzählte mir, er habe im Suff ein anderes Mädchen geküsst und mit noch einem anderen „rumgemacht“. Mist. Ich konnte es nicht fassen und war eher gelähmt als sauer. Ich konnte mich ja nicht „entlieben“ und somit hielt ich fest. Das brachte uns natürlich wenig weiter, er sehnte sich immer noch nach Freiheit und ich lebte in meiner Seifenblase. Alles wenig vereinbar. Er liebte mich, bewies es mir durch uneingeschränkte Ehrlichkeit und ich band mich an ihn, konnte aber nicht mehr damit leben, dass er andere Mädchen auch nur ansah.

Alles endete in einem Desaster aus Liebe, Eifersucht und den dadurch entstehenden Streit. Wir trennten uns oft, kamen aber auch genauso oft wieder zusammen, da wir uns ja irgendwie doch immer liebten, welches später im Streit nicht mehr sichtbar war woraufhin wir uns wieder trennten…

Nun sind wir älter. Ich habe meine Träume als Träume abgestempelt und er hat gelernt seine Triebe zu zügeln. Ich hasse und ich liebe ihn. Wir sind weder zusammen noch auseinander. Wir sprechen jeden Tag. Seien es liebste Worte die nach ewiger Liebe und gemeinsamer Familie klingen, seien es die schlimmsten Beleidigungen gefüllt von Hass und Missgunst.

So geht es tagein

tagaus

tagein

und wieder aus.

Mein Leben läuft eine Dauerschleife. Seit über vier Jahren klebe ich an diesem Jungen und mein Innerstes zerfällt heute noch in tausend Stücke wenn ich ihn mit einem anderen Mädchen auch nur reden sehe. Ich stecke in der Dauerschleife dessen erster Track den Namen „Liebe.“ trägt. Ganz simpel, ganz eindeutig. Danach folgen „Streit“, „Wut“, „Eifersucht“…

Einer meiner Lieblingtracks dieser Platte die „Leben“ heißt (und dessen Songs sich wohlbemerkt alle um mein Leben mit „ihm“ drehen) lautet „Verzweiflung“. Der Text handelt von der Vielseitigkeit der Verzweiflung. Verzweiflung vor Glück, Verzweiflung aus Trauer, Verzweiflung aus Verzweiflung.

Heute bin ich 20 Jahre alt und ich träume nicht mehr. Ich rupfe einem ewigen Gänseblümchen die Blätter aus. Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht (sondern hasse ihn), ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht (sondern verabscheue ihn).

Heute ist mir schwindelig. Ich drehe mich im Kreis und komme nicht weiter. „Wie sehen Sie Ihr Leben in 5 Jahren?“ Genauso wie jetzt? Werde ich den Weg aus diesem ewigen Kreislauf finden? Ich habe keine Lösung in Sicht. Verzweiflung aus Verzweiflung.
Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende? Als ob ey!

4 Antworten

Kommentare

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    schöner text und ich kann genau nachvollziehen was du meinst weil es mir nicht anders geht das ist wie als wenn dein lieblingssong non stop läuft am anfang ist alles toll nur irgendwann kannst du ihn n icht mehr hören kannst dich aber auch nicht von ihm trennen weil er ein teil deines lebens begleitet hat den du sehr mochtest

    27.07.2010, 17:01 von tesafilmroller
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    ich weiß ja nicht ob die geschichte authentisch und genauso passiert ist aber ich hatte genau das selbe...sprich als ich 15 war hatte ich meinen ersten richtigen freund...fast 5jahre lang.die selbe geschichte wie du oben beschrieben.wir sind unschön und im streit auseinander gegangen obwohl wir uns noch geliebt haben.aber irgendwann kommt der punkt an dem man wohl besser einsehen muss dass es besser ist einfahc zu gehen.ich hab mich dazu gezwungen auch wenn noch soviele gefühle da waren.
    dann habe ich jnd neues kennengelernt.das ist jetzt ein jahr her.damals dachte ich dass es nicht geht nochmal so schnell jnd so großartiges wie den ersten freund zu finden.und heute weiß ich dass es noch viel großartiger war.vielleicht liegts auch daran dass man an stärke gewonnen hat und reifer geworden ist...ich denke zwar noch recht oft an meinen ersten freund aber das was ich heute habe würde ich nicht mehr f r die alte beziehung aufgeben!

    21.06.2010, 01:21 von Gpuenktchen
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    " Ich stecke in der Dauerschleife dessen erster Track den Namen „Liebe.“ trägt. Ganz simpel, ganz eindeutig. Danach folgen „Streit“, „Wut“, „Eifersucht“…

    Einer meiner Lieblingtracks dieser Platte die „Leben“ heißt (und dessen Songs sich wohlbemerkt alle um mein Leben mit „ihm“ drehen) lautet „Verzweiflung“. Der Text handelt von der Vielseitigkeit der Verzweiflung. Verzweiflung vor Glück, Verzweiflung aus Trauer, Verzweiflung aus Verzweiflung.

    Heute bin ich 20 Jahre alt und ich träume nicht mehr. Ich rupfe einem ewigen Gänseblümchen die Blätter aus. Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht (sondern hasse ihn), ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht (sondern verabscheue ihn). "

    ich finde der Teil
    erzählt mehr und genauer
    über den ganzen Rest...

    Nur wenn die Verzweiflung einer Deiner Lieblingssongs ist dann...?

    19.06.2010, 10:33 von FrauRegenwolke
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    Puh...schwieriges Thema die Liebe.Man weiß nie ob es richtig was man tut.
    Zu schön wäre es, wenn unser Leben wie ein Hollywoodfilm ablaufen würde

    13.05.2010, 23:20 von Herz.Dame
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