Das Blaue vom Himmel
Frag mich alles, was du willst. Frag mich nur nicht, was in mir ist und wie sehr ich dich liebe
„Frag mich alles, was du willst. Frag mich nur nicht, was in mir ist und wie sehr ich dich liebe. Denn das wäre so, als wolltest du das Blaue vom Himmel holen, es zusammenfalten und in deine Jackentasche verstecken.“ (Jan Nedved)
Das Universum, der Inbegriff der Unvorstellbarkeit. Und dennoch spielen wir Gott und begreifen nichts. Wir entziehen uns unserer Verantwortung und missbrauchen unseren Verstand, um Leben zu zerstören. Dabei sind wir so ohnmächtig und können es uns nicht erklären. Wir versuchen es trotzdem und enden in Bildern und Religion. Sehr einfache, bequeme Lösungen und dennoch vertrauensvoll, vielleicht naiv, und selbstlos, der Glaube.
Je mehr wir haben, umso mehr wollen wir vom Leben. Und sobald uns nicht mehr zuteil wird, hören wir auf, zu glauben.
Wir vergessen das Wesentliche. Wir erfinden Methoden zum Zeitvertreib und dennoch stehen wir Rücken an Rücken und sehen uns nicht. Wir reden den ganzen Tag und sagen eigentlich nie etwas. Wir reden nur, weil Stille so fürchterlich brennt. Sie lodert zwischen uns bis wir uns schämen und uns nicht einmal mehr in die Augen schauen können.
Vielleicht sind Liebende die Einzigen, die sich schweigend anblicken können. „Wir kennen die Kontur des Fühlens nicht“, schrieb Rilke, „und was sie formt von außen.“ Liebe als Einbildung. Wir hinterfragen sie doch ständig und wissen nicht, ob sie die Wirklichkeit ist. Dann müssten wir uns aber auch fragen, ob das Böse, das uns umgibt, die Wirklichkeit ist.
Beide sind wirklich, denn sie befinden sich in ständigem Kampf, der niemals aufhören wird, solange wir uns auf der Erde befinden.
Ein Glück, dass wir so unterschiedlich sind.
Ein Unglück, dass wir immer noch Unterschiede machen, uns nicht einig werden.
Wir stolpern über unsere eigene Intelligenz, sind aber zu dumm, um die wahren Konsequenzen unseres vernichtenden Handelns zu erkennen. Wir denken, wir lieben die Natur oder „finden sie einfach nur schön“, aber eigentlich zerstören wir sie Tag für Tag und verdrängen, dass sie selbst keinen Tag bräuchte, um uns zu vernichten.
Du liegst noch da und ich ordne die Kissen nach einer langen Nacht. Das Sonnenlicht verteilt unsere Träume im Zimmer. Ich will uns in Luft und Sonne verstecken und das Blaue vom Himmel holen, so klein es auch sein mag, wenn man es zusammenfaltet...




Kommentare
Wow,schön gesagt-wir haben 3 jahre lang gefaltete und gefaltet damit wir´s auch ja einstecken und festhalten können-irgendwann hatten wir es im chaos der tasche nichtmehr wiedergefunden-lasst es am himmel wo´s hingehört
19.07.2004, 19:49 von rudekarlSchöner Text,
18.05.2004, 18:47 von Kellyes ist halt nichts beständig und so ziemlich alles irrational und ein Erklärungsversuch würde scheiterm, aber wie langweilig wäre es denn wir alles verstehen würden?