solanum_carolinense 27.04.2010, 20:14 Uhr 3 0

Danke Freiheit!

Und er hat mich gefragt wie es mir wohl gehe, nach all dem was passiert ist. Und ich? Ich habe einfach nur mit den Schultern gezuckt weil mir Nichts,

einfach gar Nichts eingefallen ist, was ich auf diese Frage hätte antworten können. Nach all dem, was passiert ist..ja, was ist den nun passiert?
Was ist all das? Für mich: Angst, Selbstzweifel, Wut. Das ist mir geschehen. Das bin ich nicht, immer.
Mir ging es weder gut noch schlecht, ich lebte so dahin. Danach. Manchmal ohne Gefühl, oft mit Gefühl. Anfangs depressiv verstimmt, dann glasklare Konfrontation mit der Realität. Zuerst Tränen der Ernüchterung, des sich-bewusst-werdens, die zu Tränen der Erleichterung werden, nach und nach. Kein Regenbogen am Ende des Horizonts, aber auch kein unüberwindbarer Abgrund der meine emotionale Existenz in Frage gestellt hätte. Ein Dahin leben, Höhen, Tiefen, Bedauern, Bewunderung um schlussendlich zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es doch während der Treffen auch nicht anders war.

Jetzt ist wieder diese Freiheit da, diese unbezahlbare Einzigartigkeit. Meine beste Freundin, die ich ein-wie ausatme, die mich umgibt, als eisiger Wind, modriger Verfall oder sommerliche Brise. Die ich mir zeitweise habe wegnehmen lassen und jedes mal wenn sie zurückkommt fühle ich eine unendliche Dankarbeit, dass sie auf mich gewartet hat. Ja, ich kann sie mir nehmen, die Freiheit. Ich bin Herr über meine Freiheit. Sollte sie mich einmal nicht umgeben, habe ich wohl selbst Schuld daran.
Freiheit hat mir bisher noch niemand geben können, mit keinem von euch ist die Freiheit gekommen. Und immer wieder stelle ich mir die Frage, wie es so weit kommen kann, dass ich sie verkommen lasse, verstecke, zurückdränge nur um mich von anderen eingrenzen zu lassen in meinem Handeln, Denken, Spüren, Lachen, Weinen...nur um über kurz oder lang zu scheitern. An einem Punkt anzugelangen, an welchem ich weder ein noch aus weiß.
Am Ende des Horizonts jedoch ist immer noch sie. Und ich nehme sie mir zurück. Die Freiheit. Meine Freiheit. Sie ist ein Geschenk von Gott weiß woher, ich habe Glück gehabt, denn sie ist mir zugefallen. Jedes mal wenn es wieder einmal vorbei ist, denke ich mir: Nie mehr lass ich sie soweit weg. Nicht mehr, keine Fortsetzung, keine Wiederholung. Die Freiheit und ich. Allgegenwärtig. Um mich, mit mir, bei mir.

Und er fragt mich wieder, wie es mir wohl gehe, während er mich auf meine in Runzeln liegende Stirn aufmerksam macht. Und ich? Ich antworte. Zucke mit dem Schultern und sage: All das hat mir die Freiheit wiedergegeben. Du hast mich daran erinnert, was es bedeutet, frei zu sein und was es heißt, nicht frei zu sein. Ich danke dir. Für die Freiheit.
Ich frage ihn, wie es ihm wohl gehe, nach all dem, was mit uns geschehen ist. Er lacht, verlegen. Er zuckt mit den Schultern, er runzelt die Stirn. Aber er spricht kein Wort.
Ich liebe meine-große Freiheit. Danke Freiheit!

3 Antworten

Kommentare

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    Ich will daran glauben, dass es möglich ist. Freiheit und Beziehung.
    Die Lösung?
    Beidseitige, kompromisslose, tiefe Liebe.

    28.04.2010, 19:30 von solanum_carolinense
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    Das wäre wohl auch meine Antwort, auf die Frage.

    28.04.2010, 10:24 von nurluftundluegen
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      @ueberleben Ja, dieses "Danach" wird mehr und mehr zum Gefühl der Resignation...

      28.04.2010, 09:28 von solanum_carolinense
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      @solanum_carolinense Hmm, Resignation ? Weil Freiheit und Beziehung nicht so wirklich zusammenpass(t)en ?

      28.04.2010, 09:42 von Cyro

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