Kitty_die_Katze 26.05.2009, 19:46 Uhr 2 3

Da bin ich einfach aus dem Rahmen gefallen

Alice im Wunderland ist nichts gegen mich. Dabei hatte die Dame das Glück sich mit wild gewordenen Kartenspielen vergnügen zu können...

...Ich dagegen erwachte in einer Parallelwelt, in der die Angst meine beste Freundin wurde

Ich war eingeschlafen, ein wenig Ohrenschmerzen vielleicht, nichts Wildes. Silvester hatten wir ruhig begangen, du und ich, deine Freunde, in unserer neuen tollen Altbauwohnung. Nun schliefen wir weiter ins neue Jahr. Träumten, gespickt mit Visionen von unserem gemeinsamen Leben von unserer Zukunft. Hätte ich doch nur weiter geträumt. Hätte ich doch nie die Augen geöffnet und wäre in der friedlichen narkotischen Waagerechten geblieben.
Hätte, hätte, hab ich aber nicht.

Herzrasen, kalter Schweiß auf meiner Stirn, alle Muskeln zum zerreißen gespannt. Meine Begrüßung. Willkommen neues Jahr“! Solltest du mir nicht viele schöne tolle neue Sachen bringen? Was ist das für ein Gefühl in meinem Bauch? Was soll der dicke Pfropf in meiner Brust? Freudige Erwartung fühlt sich anders an.

Du hast von der aufkeimenden Panik in meiner Betthälfte nichts mitbekommen, hältst deinen heißgeliebten Plüschelefanten eng umschlungen und atmest ruhig deinen Atem in unser neues Schlafzimmer. Dein Gesicht ist ganz entspannt. Ich liebe es dein Gesicht anzugucken wenn du schläfst, würde es normalerweise berühren wollen, dir auch im Schlaf meine ganze Liebe schenken. Normal ist aber nichts mehr an diesem Morgen.

Ich bin gefangen, versuche durch erzwungene Normalität zu entkommen, ziehe mich an, koche Kaffee. Du wachst auf. Ich kann dich nicht angucken, kann kaum atmen.
Will nicht, dass du merkst,dass Freundin Panik von mir Besitz ergriffen hat.
Noch ein kleines bisschen kann ich die Tarnung aufrecht erhalten. Ein Stückchen noch.
Wir frühstücken vor dem Fernseher. Ich versuche mich in die Welt der bunten billigen Bilder zu flüchten. Es gibt keine Chance. Mein Herz rast, ich kann nicht still sitzen, nicht atmen.
Was ist hier los, frage ich mich, fragst du mich.
Keine Antwort. Bis heute nicht.

Es fließen viele Tränen in der kommenden Zeit. Zweifel, Angst und Missverständnisse nagen an uns. Fressen unsere Träume auf, lassen sich nicht aufhalten, versuchen unsere Hände die sich, noch in Einigkeit und dem Glauben, dass wir beide die Einen sind, ineinander krallen, zu lösen.

Gedankensprung. Zeitsprung, ein halbes Jahr später.
Wir halten uns nicht mehr an den Händen.
Manchmal haben wir Glück und können uns aus der Ferne betrachten, umhüllt mit warmen Bildern aus vergangenen schönen Tagen. Spüren die Hand des anderen in der Hand, wie eine Erinnerung an das was war und an das was wir geglaubt haben.

Die Liebe ist nicht weg. Ich liebe dich. Du liebst mich. Aber die Liebe liegt schwer verletzt am Boden. Unfähig sich zu rühren. Monatelange Kämpfe haben sie müde gemacht, erschöpft.
Getreten und geschlagen von Gefühlen mit denen wir nicht umgehen können, von Situationen die uns gelehrt haben, dass Träume nicht alles sind, liegt sie auf dem Boden, die Liebe, und wird langsam kalt.

Und wir? Forscher auf verlorenem Gebiet? Vergeblich auf der Suche nach dem Schlüssel zum Glück?
Verzweifelt geklammert an den Wunsch, etwas Besonderes zu sein.
Täglich kämpfend gegen Zweifel, Alltag und meine treuen Gefährten Zweifel und Panik.

Was ist mit uns Freund? Sind wir auf der Strecke geblieben? Ist die Schlacht verloren? Sind wir des Kämpfens müde geworden? Ist sie gestorben, die Liebe?

Fragen ohne Antwort. Fragen mit vielen Antworten, wir haben uns nur noch keine ausgesucht.

Alice ist eines Tages, um ein paar Erfahrungen reicher, wieder aufgewacht in ihrer kleinen heilen Welt.

Ich träume jeden Abend von einem Schlaf der die Parallelwelt verschwinden lässt und mir das Gefühl gibt, das Richtige zu tun. Der mir die Angst nimmt vom Drahtseil zu fallen, auf dem wir schon so lange tanzen.
Wir sind selbst des Tanzens überdrüssig, lassen die Beine baumeln, die Blicke wolkenverhangen. Stürzen wir? Fängt uns ein Netz auf, welches uns die Sicherheit gibt, die sich einfach aus dem Staub gemacht hat? Stricken wir unsere eigenen Netze? Planen wir unsere Flucht?

Wer kennt die Antworten? Vermutlich nur wir selber. Also auf in den Kampf. Tapfer den Blick nach vorne richten und nicht für Gestern leben, auch wenn es noch tiefe Furchen hinterlässt.
Ich weigere mich, mein Leben als einen Kampf zu betrachten, habe ich mal gesagt. In meiner alten Welt. Jetzt kämpfe ich.

Trotzdem wäre mir das weiße Kaninchen lieber gewesen.

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2 Antworten

Kommentare

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    WIR MALEN DIE ROSEN ROT!!!

    31.05.2009, 14:07 von JullaTheTrulla
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    Find ich gut

    26.05.2009, 21:45 von Lumena
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