coveredincolors 30.11.-0001, 00:00 Uhr 56 16

Can I call you again?

"Er lässt dich so hoch fliegen aber im Gegenzug doppelt so tief fallen." Worte, die mich treffen. Zutiefst. Denn sie sind wahr.

Wie oft kann man einem Menschen verzeihen? Wie lang braucht es, bis man von ihm loskommt? Und wieso ertragen wir lieber die pure Enttäuschung, als ihn einfach in den Wind zu schießen?

Fragen, die mich quälen. Tagtäglich. Die Geschichte mit dir ist so absurd, dass ich genauso reagieren würde, wie all meine Freunde: "Du bist viel mehr wert." "Er tut dir nicht gut." "Was findest du an ihm?" ... wenn ich das wüsste. 

Ich kann einfach nicht loslassen. Ich lass mich lieber von dir verletzen, als dich für immer zu verlieren. Etwas verlieren, was nie mein war - genauso absurd. 

Es ist dieses eine Telefonat, was mich an dich kettet. Dieses Telefonat, bevor alles den Bach runter ging. Vor unserem ersten Treffen. Vor dem Sex. Dieses Telefonat, in welchem du mir einen so tiefen Einblick in dein Leben und deine Seele geboten hast, dass ich unheimlich berührt war. Seitdem hänge ich wie eine Klette an dir. Seitdem bin ich dir verfallen. 

Und dann denke ich an deine Worte, die du mir nach dem ersten Treffen als Sprachnachricht geschickt hattest: "Das mit uns war eine einmalige Sache. Du bist ein toller Mensch mit einem tollen Charakter aber ... nein. Einfach nein." Autsch. Gefühlt 100 Mal habe ich diese Nachricht abgespielt. Und jedes Mal wieder: Autsch. 

Nach dieser Aktion hätte ich dich eigentlich löschen sollen ... überall einfach löschen. Ich wusste es. Mein Kopf wusste es. Mein Herz hingegen dachte sich: "Komm schon. Denk an das Telefonat. Jeder verdient eine zweite Chance." Deshalb bekamst du diese auch. Und eine dritte. Und vierte.

Denn natürlich blieb es nicht bei dieser einmaligen Sache.

Jedes Mal bot ich dir eine weitere Chance. Und jedes Mal hast du sie einfach mit Füßen getreten. Und jedes Mal gewann mein Herz erneut gegen meinen Kopf.

Eins weiß ich jedenfalls: Du bist immernoch Thema, ich habe dich immernoch nicht gelöscht und ich bin immernoch die Klette, die sich vor etwa fünf Monaten an dich geheftet hat. Ich habe Hoffnung. Zu viel wahrscheinlich. Genauso wie mit den Chancen ...

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56 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Schau mal hier: https://zurueck-zu-mir.jimdo.com/
    Hat mir sehr geholfen vieles zu verstehen.

    21.04.2017, 15:17 von Mumpf34
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  • 0

    Dir geht's ähnlich wie mir :-)

    Hast du schön geschrieben, wirklich. Ich kann es nachvollziehen... Ich wünsche dir, dass du irgendwann loslassen kannst und wieder den Blick auf dich selbst und schöne Dinge richten kannst!

    21.04.2017, 12:54 von Chaoslotse
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  • 2

    Ist es nicht manchmal einfach unsere Fantasie, die es uns unmöglich macht loszulassen? 


    Wie oft lese ich hier Texte von Leuten, die eine Person "scheinbar" kennen gerlernt haben, dann einmal etwas hatten und nun für immer und einseitig an diesen Menschen gebunden sind. 

    Manchmal ist man vermutlich einfach total geblendet von den Geschichten, die man verkauft bekommt. Man hat den Eindruck, dass ein Mensch wunderschön, geheimnisvoll, liebenswert und vorallem "anders" als alle Anderen sein kann, aber vielleicht ist er das eben gar nicht. Vielleicht ist er einfach nur ein guter Schauspieler und hat es perfektioniert, mit seinen ausgedachten Ansichten und Geschichten andere Herzen zu erreichen.

    Ich denke oft ist es unsere Fantasie und all das, was wir mit einem Menschen noch nicht erlebt haben, was uns an ihn bindet. Egal wie oft wir vor den Kopf gestoßen werden, wir reden uns doch eigentlich nur selbst ein, dass es wohl wunderschön wäre, wenn wir mit einer Person eine Beziehung, eigene Geheimnisse, oder sogar Kinder hätten.

    Die Realität würde vermutlich anders aussehen auch wenn wir das alles hätten, denn ein Mensch, von dem wir doch eigentlich so viel halten, würde uns nicht immer vor den Kopf stoßen.



    16.11.2016, 15:34 von Kontrakreativ
    • 1

      Worte, die mich nachdenklich stimmen. Dass die Fantasie unseren Gefühlen oft einen Streich spielt, ist mir einleuchtend. Dies zu erkennen, kann das ganze leichter erträglich machen.

      Aber es ist ja leider wirklich oft so, dass gerade die Menschen, von denen wir so viel halten, jene sind, die uns eben doch vor den Kopf stoßen, verletzen und zurückweisen. Viele von uns wollen doch die, die sie nicht haben können; das macht den Menschen wahrscheinlich gerade erst so interessant und "erstrebenswert", oder? Man will denjenigen eben doch von sich überzeugen. Aber ich denke, so etwas hat nichts mit wahrer Liebe zu tun, sondern mit dem eigenen Ego, das nicht akzeptieren will, ungewollt zu sein.

      Nicht nur die Fantasie führt uns gerne auf die falsche Fährte, auch unser Ego, das sich so schwer von dem differenzieren lässt, was wir wirklich brauchen, ist oft ein falscher Freund. Ein spannendes Thema dieses Ego.

      07.01.2017, 12:52 von bombayblue
    • 0

      Das Ego lässt sich eigentlich nicht verarschen. Das Ego will. 

      Es ist die Angst, die macht, dass wir hinterherlaufen. Die Angst vor der Leere des plötzlich Ausgefüllten. Der Tag, der so voller Strahlen durch den Anderen ist - neudeutsch nennen wir das jetzt whatsapp-Nachrichten en permanence -, erscheint uns grau, wenn diese nicht mehr durchkommen. So geben wir uns auf, nur damit wir genau die gleichen Strahlen wieder bekommen. Dummerweise sind manche von uns noch ziemlich jung und glauben, dass diese Strahlen nur von genau einer Person gesendet werden können. Dabei entstehen die Strahlen durch das Zusammenspiel unserer Augen mit den Wagnissen eines Anderen. Ob er/sie unser Zulassen schätzt oder missbraucht, das ist ein anderes Thema. Dem muss sich dann der Kopf widmen. Vielleicht also einfach mal in gewissen Fällen eine Sonnenbrille aufsetzen...

      23.01.2017, 22:39 von Filousoph
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  • 1

    Toll geschrieben. Viel zu nachfühlbar. 

    04.11.2016, 14:55 von frolleinpippi
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  • 2

    Du schreibst mir aus der Seele. Etwas ähnliches durchlebe ich gerade. Ich hänge in der Luft und kann nicht loslassen, obwohl ich weiß dass er mir nicht gut tut und mich hinhält. Fühl dich gedrückt.

    18.10.2016, 09:34 von eigenbunt
    • 1

      Die Umarmung gibt es zurück. ♥

      18.10.2016, 10:46 von coveredincolors
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  • 2

    Langsam wünscht man sich fast postpuberären Liebeskummer in einer erhöhten Dosis, um endlich mal den Großteil der Neontexte auch emotional begleiten und für gut befinden zu können. Ansonsten, ja nun, Zeit hilft doch immer. Mehr fällt mir einfach nicht mehr ein. Habe den Text aber auch nicht gelesen. 

    17.10.2016, 15:22 von kysinz
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  • 0

    "Narzissmus in Beziehungen" - einfach mal googeln!

    Hab es leider auch noch nicht geschafft - alles Gute!

    Ich versteh dich

    17.10.2016, 14:04 von mrs.k
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  • 0

    " Ich lass mich lieber von dir verletzen, als dich für immer zu verlieren.  "


    Die Angst vor dem Loslassen ist immer schlimmer, als das Loslassen selbst. Bevor man es allerdings nicht praktisch probiert hat, bleibt einem diese Erkenntnis verschlossen.

    16.10.2016, 15:28 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Wenn ich den  von dir zitierten Satz richtig verstehe, Hatto,  ist  die Autorin  "scharf"  auf seine Behandlung  ?  Das sind animalische Zuege.  z.B. die eines  eigenen Hundes.  Der ertraegt jede Misshandlung und Erniedrigung. Auch wenn du ihn verdrischst und  in den Hintern trittst, er kommt immer wieder angekrochen. 


      Solche Schilderungen wie die von Cover entsetzen mich.  Sie ist ne Sklavin ihrer selbst :-((

      16.10.2016, 15:59 von Dr_Lapsus
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      " Wenn ich den  von dir zitierten Satz richtig verstehe, Hatto,  ist  die Autorin  "scharf"  auf seine Behandlung "


      Nein, so meinte ich das nicht. Wie ich schon schrieb: Die Angst lässt das, vor dem ich Angst habe, wesentlich schlimmer erscheinen, als es ist. 
      Insofern nimmt die Autorin lieber die Verletzungen in der "Beziehung" in Kauf. Weil sie glaubt, das Beenden der Beziehung, die Trennung wäre noch schlimmer. Ein Trugschluss.

      Ich meinte das auch überhaupt nicht als "Vorwurf" an die Autorin. Und es gibt wohl keinen Menschen, wenn er ehrlich ist, der dieses Phänomen nicht kennt.

      Und "Sklave" seiner Gefühle ist jeder wohl ab und an. Außer den Erleuchteten. Die sind recht rar gesät.

      16.10.2016, 16:47 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Du hast den Satz ja nicht selbst formuliert,  Hatto, sondern nur zitiert. 

       Ich spreche nicht von deinen Erklaerungen.

      Egal, vor was man Angst hat,  es gibt eine Alternative.  Entweder man weiss, was auf einen zukommt,  oder eben nicht. Grund zur Angst ist also durchaus  gegeben.

      Wenn du sagst, dass es sich um einen Trugschluss handelt,  dann  hilft es ihr trotzdem nicht weiter,  weil es  DEINER  subjektiven Sichtweise entspricht.  Sie ist trotzdem davon ueberzeugt,  dass  dieses "Demuetigungsspielchen"  besser ist,  als sich komplett von ihm zu loesen.

      tja.  Aussenstehende koennen das kaum nachempfinden, weil sie die beschriebene  Situation eventuell  konsequenter loesen wuerden ?

      Ich schrieb es schon weiter unten.  Nur sie kann das Problem bewaeltigen, indem sie ihre  Schmerzgrenzen testet.  
      Wir koennen bloss ein wenig  "klugscheissen" :-))

      16.10.2016, 17:02 von Dr_Lapsus
    • 0

      um ehrlich zu sein:  Ich kenne dieses Phaenomen nicht,  Hatto.


      Aber das steht nicht zur Debatte.

      16.10.2016, 17:04 von Dr_Lapsus
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      " Egal, vor was man Angst hat,  es gibt eine Alternative. "


      So einen Satz kann nur der Kopf formulieren. Der hat aber im Universum der Angst nichts zu melden. :-)

      16.10.2016, 17:09 von Hattori-Hanzo
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  • 0

    Dieses Telefonat, wo du mir einen so tiefen Einblick in dein Leben und
    deine Seele geboten hast, dass ich unheimlich berührt war. Seitdem hänge
    ich wie eine Klette an dir. Seitdem bin ich dir verfallen.

    Und so einfach geht dat. Braucht man gar kein Tinder mehr.

    16.10.2016, 15:04 von mirror87
    • 1

      Genau. Bei ihr wuerde die Firma, die Tinder  anbietet, Pleite gehen :-(

      16.10.2016, 16:11 von Dr_Lapsus
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