Blut in meiner Seele
Der Weg zu mir selbst ins Leben
Ich sehe sie an. Ihre Augen, sie sind wie leere Hüllen. So ausdruckslos, so kalt. Es ist kein Leben, was sich in ihren Augen spiegelt, es ist Angst. Angst vor der Einsamkeit. Das Mädchen mit den Glasaugen schaut mich an und formt mit ihren Lippen Worte, die ich nicht verstehe. Ich höre nichts. Mein Herz ist stumm. Meine Gedanken leer.
Auf dem Boden liegt eine rote Feder. Zerzaust, zerrupft, allein. Das Mädchen beobachtet mich. Blut bedeutet Tränen. Ich sehe mich selbst in ihren Augen. Regentropfen. Da sehe ich Ihn. Dort oben. Hoch über mir. Die Sonne blendet.
Dann Dunkelheit. Stille. Träume sind die Antwort auf meine leeren Worte. Jemand weint. Das Mädchen mit den Glasaugen weint. Sie weint rote Tränen. Der Himmel verfärbt sich, die Nacht wird zum Tag und der Abend zum Morgen. Sie hofft. Doch worauf. Der weiße Ritter kommt nicht. Erlöst sie nicht. Sie wartet. Immer.
Da ist er wieder. Der Junge mit dem Eisenschwert. Diesmal näher. Sie hat Angst. Die Hoffnung wird niemals sterben. Dann.. was folgt, ist nichts. Kein Wort. Kein Blick. Dort liegt sie. In seinen Armen. Hoffend. Doch worauf. Der Ritter wird nicht kommen. Es hat Ihn nie gegeben. Sie träumt. Von dir. Von dem Mann mit dem Eisenschwert. An ihrer Seite. Im Schlaf. Wachend. Und doch allein. Beide. Sie hofft. Doch worauf.
Niemand wird wissen, was sie in diesem Augenblick denkt. Es ist das Licht der Sterne, gespiegelt in ihren Augen. Der Schein des Mondes. Der Regen, der das Schwert rosten lässt. Es ist das Licht der aufgehenden Sonne, das in ihre Augen fällt.
Zurück bleibt das unausgesprochene Wort, das zwischen ihnen steht. Sie träumt. Von Ihm. Im Schlaf. Hoffend. Doch was zählt, ist sein Blick. Kein Wort. Nichts. Der Augenblick. Die Magie der leeren Worte. Die Fantasie der Stille. Das unausgesprochene Wort.
Was sein wird, ist allein Hoffnung. Doch worauf. Auf eine zweite Chance? Ist es ihre Bestimmung, gemeinsam, mit ihm?
Und wie sie beide da stehen, im Zentrum der Zeit. Umgeben von Licht. Ein letzter Augenblick. Der Himmel verdunkelt sich. Licht wird zu Schatten und der Morgen zum Abend. Das Licht in ihren Augen verblasst. Ihr Blick wird taub, ihre Sinne dunkel. Er kann sie nicht halten. Sie fällt, hinab in den Abgrund. Um sie herum Finsternis. Sie denkt an Ihn.
Und sie erkennt. Es geht nicht um ihn. Ihr weißer Ritter wird nicht kommen. Es geht allein um sie. Ihr Licht ist erloschen. Kein Boden unter ihren Füßen. Sie ist allein.
Jahre vergehen, der Herbst lässt seine Blüten fallen. Frühling wird Winter, der Schnee trocknet ihre Tränen. Wind verkündet ihren Schmerz. Trägt ihn weit fort doch lässt sie nicht los. Ihr Herz ist gebrochen.
Die Zeit steht still. Ihre Augen sind geschlossen. Kein Laut drängt an ihr Ohr. Die Welt ist tot. Gestorben an ihr. In ihrer Seele ist Dunkelheit. Sie wird nicht erwachen. Vielleicht - nie wieder.
Ihr Herz ist gebrochen. Der Fluss der Zeit kann es nicht heilen. Das Mädchen weint. Rote Tränen bedecken den Boden. Und wieder hofft sie. Auf Ihn.
Und plötzlich erkenne ich mich selbst in ihren Augen. Das Mädchen. Das bin ich. So allein. Wie sie. Ihre Augen sind tot. Ich bin tot. Mein Leben verdunkelt von ihrer Seele. Die Hoffnung in ihrem Blick. Das bin ich. Ich bin sie.
Höre -- dies ist nicht meine Geschichte. Es ist die meiner Seele. So wie ich fühle. Und doch bin ich es nicht. Weißt du nun was du mir angetan hast? Zerstöre nicht noch mehr von mir. Du bist es nicht, den ich geliebt habe. Meine Seele glaubte dich zu lieben. Und doch konntest du sie nicht retten. Niemand konnte das. Du hast sie alleingelassen. Ihr alles genommen, was ihr wichtig war. Und doch verzeihe ich dir. Denn du warst es nicht, der mich rettete. Du warst nicht der weiße Ritter, den ich zu sehen glaubte. Nicht mehr als ein Schatten von ihm. Nicht mehr.
Ich werde es schaffen. Auch ohne dich. Denn es hat dich nie gegeben. Mein Licht wird wieder wachsen. Auch ohne dich. Denn das Licht - kommt aus mir selbst!




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