young_adult 05.11.2009, 13:48 Uhr 4 2

Blind vor Liebe? Nein. Das bin ich.

Ich sitze gerade einem „tollen“ Meeting ...

Ich sitze gerade einem „tollen“ Meeting und muss dabei die ganze Zeit an dich denken. Ich tue so als ob ich mitschreiben würde. Es tut weh, ich gehe gerade durch dein Elternhaus. Ich gehe rein, der Hund kommt an die Tür, er bellt nicht. Er weiß, dass ich vor der Tür stehe. Dann kommst du, so schön. Mit deinen dunklen Haaren und deinen schönen Augen. Dein Duft erfasst mich, mein Herz schlägt schneller. Du lächelst mich an und zauberst mir ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich lege meine Arme um dich und presse meinen Körper gegen deinen, ich fühle mich geborgen. Meine Lippen wandern zu deinen, wir küssen uns. Dieses wunderschöne weiche Gefühl. Ich drücke mein Gesicht gegen deins, atme tief ein und aus. Das ist sie, ich weiß es. Wir lächeln uns an, wir wissen es. Du drehst dich um, du hast meine Hand, ich habe deine. Du gehst los. Ich spüre deine Hand nicht mehr. Wo bist du? Wo ist meine große Liebe?

Der Hund geht in die Küche. Blitze der Erinnerung treffen mich. Ich sehe wie du den Schokoladenpudding auf den Boden fallen lässt. Der Hund leckt ihn vom Boden auf. Du stehst rechts, du wäschst ab. Ich gehe zu dir und küsse dich. Du machst die Augen zu und lächelst. Du drehst deinen Kopf zu mir, unsere Lippen berühren sich. Plötzlich kommt dein Vater rein, wir schrecken zusammen. Dann ist es wieder raus und wir fangen an zu lachen, wir haben uns wieder. Ich spüre dich nicht mehr, ich stehe alleine in der Küche. Der Topf mit Pudding steht noch auf dem Herd. Ich drehe mich um, wo bist du? Ich vermisse dich, ich will mein Leben mit dir teilen. Ich hoffe, dass mein Traum in Erfüllung geht. Ich will ihn nicht nur träumen, sondern leben.

Ich folge dem Hund in den Wäscheraum, er legt sich in sein Körbchen. Die Tür geht auf, du kommst rein. Du hast eine Wasserflasche in der Hand. Du lächelst mich an, ich lächle zurück. Ich will dich küssen, doch du bist wieder weg. Ich gehe zurück, ich biege rechts ab ins Wohnzimmer. Ich sehe deine Eltern. Dein Vater auf dem Sofa und deine Mutter auf dem Sessel. Sie lächeln mich an, ich sage Hallo. Ich drehe mich nach links und sehe den Esstisch. Da wo wir zusammen sitzen beim Spargel essen. Du siehst so hübsch aus. Ich sehe zur Bank, wo du bist. Ich möchte meine Hand auf deinen Oberschenkel legen, deine Hand nehmen. Ich spüre nur Holz, du bist nicht da. Ich drehe mich wieder nach rechts, deine Eltern sind weg. Du liegst nackt auf dem Sofa. Ich ziehe mein T-Shirt aus und gehe zu dir, ich lege mich hin und schaue in deine Augen. So schön. Wir lächeln uns an und küssen uns. Mein Kopf wandert nach unten. Dein Duft gelangt in meine Nase, mein Herz schlägt schneller, dein Hals ist heiß und so weich. Du machst die Augen zu, ich fange den Augenblick ein. Deine Brustwarzen haben sich aufgerichtet, ich beiße rein. Du verziehst dein Gesicht. Es tut mir leid, ich werde es wieder gut machen. Ich verspreche es dir, ich küsse deinen süßen Bauchnabel. Ich will weiter nach unten. Du bist plötzlich weg. Wo bist du?

Mein Rücken wird kalt. Ich stehe auf und ziehe meine Shorts wieder an. Ich gehe zurück in den Flur. Ich gehe ins Bad. Ich mache die Tür auf, du bist drin. Du liegst in der Badewanne, du hast Kerzen aufgestellt. Ich fange den Augenblick ein, ich habe noch nie so eine schöne Frau in so einer unglaublichen Atmosphäre gesehen. Ich ziehe mich aus und lege mich in die Wanne. Du guckst mich an, du bist es, ich weiß es. Du bist meine Liebe. Dein Körper verblasst. Ich reibe mir die Augen, du bist wieder weg. Ich muss weinen, ich bin traurig, wo bist du?

Ich gehe aus dem Bad und biege links ab. Ich gehe in euren Computerraum, du bist da. Ich soll auf den Stuhl neben dir. Ich will dich küssen, verdammt, du bist wieder weg, schon wieder. Warum verlässt du mich? Ich dachte immer, dass die Liebe alles möglich macht. Ich springe aus dem Zimmer, gehe in das Nebenzimmer. Die Wodka-Mische liegt immer noch auf der Fensterbank. Du liegst im Bett, du schläfst. Ich fehle neben dir, ich gehe ins Bett. Du wachst auf und rennst weg. Raus aus dem Zimmer, raus aus meinem Traum. In meiner Erinnerung bist du geblieben. Besonders in meinem Herzen. Du bist ein Teil von mir, den ich nie rausreißen kann. Deine Fingernägel haben sich soweit in mein Herz gebohrt, dass ich sie nicht mehr rausbekomme. Falls doch, entstehen Löcher, die ich nie wieder zumachen könnte. Ich würde langsam verbluten.

Ich verlasse das Zimmer, gehe rechts. Du sitzt auf der Terrasse. Du trinkst einen Cocktail, du bist allein. Du siehst traurig aus, ich gehe raus um dich zu trösten. Ich berühre deine Wange, du machst deine Augen zu. Du fängst an zu lächeln. Ich beuge mein Gesicht vor um dich zu küssen. Das Glas fällt aus deiner Hand. Hunderte kleiner Glassplitter sind nun auf dem Boden. Wie eine Liebe, die zerbricht und noch schöne Augenblicke hinterlässt. Du bist weg. Ich sehe nach den Splittern, ich schneide mich. Ich darf die Glasscherben nicht anfassen, sie verletzen mich. Immer wenn ich an dich denke, an die schönen Momente, schneide ich mich. Ich muss mich daran erinnern und fange an zu weinen. Je mehr in daran denke, desto zerschnittener ist meine Hand, mein Kopf, mein Herz. Ich darf sie nicht anfassen, aber ich muss sie aufheben. Ich bin kein gebranntes Kind, sondern ein zerschnittenes, verletztes Kind, welches nicht daraus lernt. Blind vor Liebe? Nein. Das bin ich. Ich bin nicht blind, ich sehe dich doch jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und Sekunde.

Ich gehe wieder ins Haus. Deine Schwester steht vor mir und lächelt mich an. Sie sagt, dass du in deinem Zimmer bist. Ich gehe also in dein Zimmer. Ich sehe dich, doch du bist nicht allein. Du liegst neben einem anderen Mann. Ein schöner Augenblick, zwei Menschen nebeneinander. Du küsst ihn, deine Hände sind zerschnitten, zerschnitten von Glassplittern alter Erinnerungen. Trotzdem küsst du ihn. Ich schüttle meinen Kopf, ich dachte an alles, nur nicht an das. Als ob ein Dolch mitten in mein Herz eindringt. Vier Hände halten es gegen mich. Ich habe keine Chance, ich bin geschwächt. Jeder Versuch dich nochmal zu gewinnen würde fehlschlagen. Es schlägt noch, mein Herz. Ich drehe mich um, wir beide liegen auf dem Sofa und lieben uns. Ein schöner Augenblick, zwei Verliebte geben sich gegenseitig hin. Ich sehe uns, wie schön. Ich nehme den Dolch aus meinem Herzen und reiche ihn dir und warte ab. Was tust du? Wie entscheidest du dich?

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4 Antworten

Kommentare

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    danke für die Kommentare :)

    Text kommt ausm Tagebuch, ist schon ein biskel her ;)

    20.11.2009, 16:53 von young_adult
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    wie traurig :(

    10.11.2009, 19:30 von Engelstraum
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Wow.
    Mes compliments :)

    05.11.2009, 13:54 von Herbstleyd
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