Bitte bleib noch ein wenig.
Wie mich das Internet für ein paar Minuten glücklich macht und wie ich insgeheim hoffe, dass es dir genauso geht.
Draußen ist es schon dunkel. Frisch geduscht fahre ich den Computer hoch. Aus Gewohnheit logge ich mich als erstes bei Facebook ein.
Das erste, was meine Augen suchen, ist dein Bild rechts auf der Chatleiste.
Der grüne Punkt ist dahinter. Du bist da.
Ein paar Sekunden lang starre ich einfach nur so auf das kleine Bild, auf dem du so gut aussiehst. Du sitzt im Schatten, trägst dein schönes blaues T-Shirt. Deine Haut ist so schön braun von der Sonne. Deine Haare, dein Gesicht, deine Augen.. So perfekt.
Ich weiß, dass wir uns heute nicht schreiben werden. Das haben wir schon lange nicht mehr getan. Mann, das muss schon wieder dutzend Monate zurück liegen. Und doch mag ich die Möglichkeit, dass wir uns theoretisch schreiben könnten. Dein grünes Licht leuchtet, meins auch.
Das lässt mich irgendwie deine Nähe spüren. Ich fühle mich dabei so wohlig.
Das soziale Netzwerk hab ich eigentlich soweit schon durch. Eigentlich könnte ich mich schon wieder abmelden. Doch ich will bei dir bleiben.
Also lass ich das Fenster offen, suche mir schöne Musik und checke nebenbei meine Mails, die Nachrichten und immer wieder, ob dein grünes Licht noch aufleuchtet. Ich habe irgendwie Angst, ich könnte eine einzige Sekunde verpassen, in der du da bist. Ich will nicht, dass du dich ausloggst.
Bitte bleib noch ein wenig.
Noch während ich das hier schreibe, springe ich von Seite zu Seite.
Und auf einmal ist der grüne Punkt erloschen. Du bist weg.
Irgendwie hinterlässt das eine Lücke, es raubt mir für einen Moment den Atem. Mir war klar, dass wir uns nicht schreiben werden. Und doch bin ich ein weiteres Mal enttäuscht, dass es nicht passierte.
Ich lasse das aktuelle Lied noch fertig spielen; vielleicht in der Hoffnung, dass du doch nochmal auftauchst. Dem ist nicht so.
So hat mein Aufenthalt vor dem Computer keine Bedeutung mehr.
Ich schließe alle Fenster und fahre herunter.
Hab noch einen schönen Abend, Liebster.







Kommentare
Ich hasse Facebook dafür, dass es Stalkereien überhaupt so gut möglich macht... :)
30.08.2012, 15:23 von NimsajTIch finde, du wirst Deinem Namen hier mit diesem Artikel gerecht, Mutlos.
15.07.2012, 23:34 von CyroO.k., als viel zu oft der Realität ferner Träumer kann ich das im Text beschriebene Gefühl sehr gut verstehen, aber manchmal ists doch auch sinnvoll es nicht nur bei passiver Träumerei zu lassen :)
ich kann mich dem nur anschließen - kanns auch nur zu gut nachvollziehen.. dachte jedoch auch: Warum schreibt sie denn nicht einfach selbst? denn wer wartet, der wartet und wartet und wartet.. und dann wartet man immer.
15.07.2012, 23:47 von altes_KindDanke Cyro und altes_Kind! Ihr habt sehr recht mit dem was ihr hier sagt.
17.07.2012, 19:28 von MutlosWas für ein lieblicher Ausdruch, "passive Träumerei"! Das triffsts wirklich ziemlich gut. Euren Rat umzusetzen wäre wirklich ein schwerer Schritt für mich. Vielleicht ist das der Anfang eines Glücks, jedoch überwiegt die Angst vor Ablehnung, das wäre mein Verderben.
Lieben Dank, nochmals!
Na ja, ich will Dich zu nichts drängen .. ich denke nur mal an meine Zeit vor dem Studium ... irgendwann zum Schulende hin steckte mit mal jemand, dass es da ein Mädchen gibt das mich mag. es ist merkwürdig dass sie mir nie auffiel, und sie hatte niemals etwas gesagt. Nie. Und ich kann nun mal nicht hellsehen, Gedanken lesen oder derartiges. Hätte sie doch nur einen Ton gesagt.
17.07.2012, 20:15 von CyroIch weiss nicht in wen Du dich da verguckt hast und ob ihr eine Chance habt, aber wenn noch nichtmal der leiseste Wink kommt, geschweige denn mehr, wie soll der Kerl denn auch nur was von Deinen Gefühlen ahnen ?
Dass eventuelle Ablehnung aber Dein Verderben ist, finde ich, sorry wenn ich das sage, etwas eitel. denn zu verlieren hast Du allenfalls eine Träumerei und Dein Stolz wäre vielleicht gekränkt, der Hauptgewinn hingegen wäre eine Partnerschaft, ganz reell. Solange Du Dir also nicht den Platzhirsch ausgesucht hast der ganz klar an keiner Beziehung, sondern nur an Sex interessiert ist, kann es also gut gehen, und nur wer etwas wagt, kann auch gewinnen.
Ich will mir genauso wenig wie Cyro anmaßen dir irgendwelche Weisheiten aufs Auge zu drücken, denn die Situation in der du steckst, kann unterschiedliche Rahmenbedingungen haben.
17.07.2012, 20:39 von altes_KindJedoch scheint mir, dass eine Ablehnung auch dahin gehend eine Befreiung sein kann, in dem du dich so davon lösen kannst.. und ihm nicht ewig gedanklich hinterherhängst, nach dem Motto 'hätte ich damals doch'..
Ich denke am Ende ist es besser Dinge zu bereuen, die man getan hat, als Dinge, die man nicht getan hat.. Das wiegt schwerer.. Sehe ich persönlich zumindest so..
Und um auch noch einen rauszuhaun:
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!
Also, worauf wartest du denn noch? :)
Danke, Cyro, dass du von deinen Erfahrungen erzählst. "Hätte sie doch nur einen Ton gesagt." - Hättest du es wirklich gerne von ihr gewusst, dass sie dich mag, egal, ob sie für dich infrage gekommen wäre oder nicht?
18.07.2012, 15:45 von MutlosIch hoffe, dass stimmt mit dieser Art Befreiung, altes_Kind. Ich glaube, ich stehe ganz knapp davor, diesen Schritt zu tun, es fällt mir nur sehr schwer, ich muss es gut überdenken.
Ihr sehr das so klar, und bestärkt mich darin, etwas zu tun: Vielen lieben Dank! Dieses Pushen brauch' ich wirklich dringend.
Vielleicht könnt ihr dann schon in einem nächsten Text erfahren, inwiefern ich das umgesetzt habe.
Allenfalls nochmal Dankeschön!
(:
O ja, ich hätte es gerne gewusst. Sehr gerne. Selbst wenn es mit uns schief gegangen wäre, wären wir um Erfahrungen reicher, wenn es gut gegangen wäre, wer weiss wie dann das weitere Leben verlaufen wäre.
18.07.2012, 16:42 von CyroDoch wie heissts so schön: "Hätte, hätte, Fahrradkette" schreibt eine Userin in ihren "vom Leben gelernt" Aussagen. Es nützt nichts der Vergangenheit nachzutrauern oder damalige Entscheidungen in Frage zu stellen, man kann es nur hier und heute besser machen. So wie Du gerade herausfinden kannst, ob Deine Liebe auf Gegenliebe stösst oder nicht
Meine Liebe hat es vor vierzehn Jahren auch nicht gepackt, den ersten Schritt zu machen. Ich habe zwar indirekt um seine Gefühl gewusst, er war mir aber damals zu jung und ich mir deshalb zu unsicher, ob es passen würde, weshalb ich bewusst den Schritt auch nicht gemacht habe. Danach war ich acht Jahre in einer anderen Beziehung. Er hat damals bittere Tränen geweint, dass er seine Chance (die er bei mir durchaus gehabt hätte, an den Gefühlen hats schon damals nicht gefehlt) nicht gepackt hat. Seit nun mehr gut drei Jahren sind wir nun zusammen. Dieses Mal hat er seine Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen wollen.
Wenn du nicht irgendwann traurig um die verpasste Chance sein willst: Trau dich! Wer wagt, verliert vielleicht, wer nicht wagt, hat bereits verloren!
25.07.2012, 15:18 von HatorWow, das klingt richtig toll. Was für eine besondere Geschichte. (:
27.07.2012, 21:55 von MutlosDanke fürs Mutmachen!
Viel Erfolg, Trau dich!
30.08.2012, 15:33 von halbkindmfWarten auf den grünen Punkt :)
15.07.2012, 13:11 von PhilantropFluch der neuen Medien :(
war was? *haltdieklappe*
14.07.2012, 23:38 von adropintheoceangleicher gedankengang. super
14.07.2012, 01:23 von rauchwurstscheibegenauso hab ich mich auch schon gefühlt - und du hast es in so schöne Worte gepackt ! Wunderbar :)
14.07.2012, 00:33 von whatever-sab