Bis ganz runter schluck ich sie.
Ich stehe im Badezimmer. Ich schreie kurz, im nächsten Moment lege ich mich zu dir, mein Kopf auf das Kissen, auf dem schon zu viele gelegen haben.
Ich nehm die Worte in den Mund, zwischen die Lippen, lecke ein mal dran und stopfe sie mir wieder in den Hals. Bis ganz runter schluck ich sie und kratze mir dabei an der Wange, so, als wäre nichts gewesen. Ich seh dich aus dem Augenwinkel, wie du den Bildschirm fixierst und über die Menschen darin lachst. Manchmal weine ich, wenn du lachst. Eigentlich sogar ziemlich oft.
Für gewöhnlich öffne ich die Beine und lasse dich dazwischen, warte einen Moment bis du in mir bist, um dann an andere Dinge zu denken, solche wie zum Beispiel an meine Zukunft. An meinen versauten Abschluss und das was aus uns werden soll. Ich zeichne Kreise im Kopf, und alle drehen sich diesmal um eine große Leere.
Ich lege den Kopf in den Nacken und lasse dich kommen, kneife die Beine wieder zusammen und verschwinde im Badezimmer. Ich schreie kurz, im nächsten Moment lege ich mich wieder zu dir.
Ich habe einen pulsierenden Kloß in meinem Hals, der von irgendwo aus der Brust gewandert ist, ich reihe die Worte gut gewählt immer wieder aneinander, an deiner Brust, ich nehme die Worte in den Mund, zwischen beide Lippen und beiße darauf rum, bis ich zu dem Schluss komme, dass es keine angebrachte Reihenfolge dafür gibt. Dass auch kein besserer oder angenehmerer Moment kommen, sondern es immer nackt und einfach traurig sein wird: dir auf unromantische Art und Weise zu sagen, dass ich dich liebe.
Ich hab das ganz nach hinten gepackt, die Worte. Weil ich beim letzten Mal irgendwann nicht mehr wusste, warum ich sie überhaupt hervor geholt hatte. Und für wen. War einfach Weg, der Zauber und er mit meiner Liebe. Von da an hab ich mir angewöhnt, regelmäßig die Beine breit zu machen, ohne dabei auch nur mal drüber nachzudenken, wieder nach hinten zu kriechen und nach ihr zu suchen. Der Liebe. Jetzt is sie aber da und ich hab verlernt, wie man sowas sagt. Da ist es einfacher, sich besteigen zu lassen, oder einfach gar nichts zu sagen.
Ich muss kurz ins Bad um zu schreien um mir Luft zu machen und dem was ich fühle, was ich sagen will und was ich sein will. Für dich.
Im nächsten Moment lege ich mich zu dir, mein Kopf auf das Kissen, auf dem schon zu viele gelegen haben. Ich nehm die Worte in den Mund, zwischen die Lippen, lecke ein mal dran und stopfe sie mir wieder in den Hals. Bis ganz runter schluck ich sie und kratze mir dabei an der Wange, so, als wäre nichts gewesen.




Kommentare
...du sprichst mit deinen Worten aus, was ich oft gefühlt hab!
25.09.2008, 00:00 von mouciSehr treffend geschrieben!
Spürt er nichts?
07.09.2008, 15:01 von Frauchen