fabi-xo 14.01.2012, 12:32 Uhr 0 0

Bilder mit Katzen

Was dir noch mehr gefiel, war dieses Mädchen da, sie war besonders, hatte Stil. Du hast sie angesprochen, sagtest neckisch: „ Ey Katze..."

“Was dir noch mehr gefiel, war dieses Mädchen da, sie war besonders, hatte Stil. Du hast sie angesprochen, sagtest neckisch: „ Ey Katze, hab dich noch nie gesehen (..) “ zitiertest du mir letztes Jahr aus einem Lied und sagtest, ich sei deine Katze, dieses eine Mädchen, das für dich besonders sei.
Und heute, an dem Tag, an dem du und ich ein Jahr lang ein wir gewesen wären, triffst du eine andere und ich, ich weine.

Du und ich, wir passen gut zusammen. Wir verbrachten so unendlich viele Stunden zusammen. Ich liebte es bei dir zu sein, mit dir Filme oder eine unserer Lieblingsserien zu gucken, stundenlang X-Box zu spielen, mit dir dazuliegen und über alles zu reden, was eigentlich absolut unwichtig war, mich in deine Arme zu kuscheln, mit dir zu kochen, mit dir zu lachen, mit dir durch die Gegend zu fahren, während aus den Boxen laut Musik dröhnte, mit dir Federball oder Fußball zu spielen, aber vor allem mit dir einzuschlafen und dich als erstes zu sehen, wenn ich morgen wieder aufgewacht war.
Ich liebte alles an uns und dich so sehr, wie ich noch nie einen Menschen zuvor geliebt hatte.
Ja, wir hatten unsere Fehler – zu viel Sex, zu viel Streit, zu viel Neid. Aber ich habe ich daran geglaubt, dass wir etwas Besonderes sind, dass wir zusammen gehören, weil ich bei dir wirklich sein durfte, wie ich bin. Ich habe mich bei dir immer geborgen gefühlt.
In deiner Welt konnte mir niemand etwas Böses anhaben. Ich war behütet vor der Realität, vor dem Stress, der Zuhause auf mich wartete, vor all den Aufgaben und Verpflichtungen, die ich sonst hatte. Du hast mir all das abgenommen, damit ich frei war.

Doch damals, im Sommer, als wir fast ein halbes Jahr zusammen waren und ich so vollkommen verliebt und voller Glück war, sagte mir einer deiner Freunde: „Dein Freund ist gar nicht so toll, wie du denkst.“ Er war betrunken und sauer auf dich und das führte ihn dazu, mir uns zu zerstören.
Ich war verstört und wusste nicht, was diese Worte zu bedeuten hatte. Ich fragte den ganzen Abend lang immer wieder nach und nach einigen Stunden guckte er mich an und flüsterte mit einem Blick, der so elendig voller Mitgefühl war, dass ich nicht mehr atmen konnte: „Ich wollte es dir nie sagen, weil es seine Aufgabe wäre, aber… Er hat dich betrogen. Es tut mir leid.“
In diesem Moment brach in mir innerlich alles zusammen. Ich stand dort mitten in der Nacht auf einer Party voller Menschen und kam mir so verlassen von der Welt vor. Ich hörte nichts mehr, ich sah nichts mehr. Um mich herum war alles still und dunkel, obwohl die Party einfach weiter ging. Die Welt raste immer noch in unendlicher Geschwindigkeit an mir vorbei und interessiert sich überhaupt nicht dafür, dass ich dort regungslos wie in Trance stand und sie verfluchte. Ich konnte und wollte es einfach nicht glauben.
Am nächsten Morgen fragte ich dich, ob es wahr sei – ganz still, leise und vorsichtig. Und als du mich voller Tränen in den Augen ansahst und ein „ja“ wispertest, schlug ich dich ins Gesicht und schrie dich an. Ich war so voller Wut, voller Enttäuschung, dass ich nicht aufhörte, bis ich vor Erschöpfung in mich zusammensank.
 
Ich habe noch nie in meinem Leben so schrecklich geweint, wie an diesem Tag. Wie konnte mein Freund, der für mich die Welt war und der mir das gleiche Gefühl gab, wie konnte er mir so etwas antun? Was hatte ich getan, dass er mich so sehr missachtete?

Doch du sagtest, es täte dir leid, du liebest mich von ganzen Herzen und du würdest so etwas nie wieder tun wollen.
Ich hörte deine Worte wie durch Watte. Ich saß dort in deinem Zimmer, das mir so vertraut war, dass ich jeden Zentimeter kannte und nickte nur stumm mit dem Kopf.
Ich hatte zu viel Angst, dich zu verlieren. Ich hing so sehr an dir. Ich brauchte dich, du warst der einzige Mensch, der mir alles abnahm und mir das Leben einfacher machte, als es anderswo war. Ich nickte wieder, sah dich an und schluckte. Ich sagte, ich würde dir noch mal eine Chance geben wollen, weil ich dich so sehr liebte. Und du, du sahst wirklich glücklich aus darüber, erleichtert, überrascht. Und ich war fest davon überzeugt, dass du es mir nicht noch einmal antun würdest, denn ich weinte lange in deinen Armen liegend und ich hörte nie wirklich auf zu weinen.
In den gesamten darauf folgenden Monaten, die wir noch zusammen waren, weinte ich immer still in mir.
Ich misstraute dir von nun an, denn du hattest mein blindes Vertrauen einfach ausgenutzt.
Ich wollte nichts mehr mit meinen Freunden machen, wenn du nicht auch etwas zu tun hattest, damit du nicht in Versuchung gelangen würdest, mich wieder zu hintergehen. Ich gab mir alle Mühe, damit es wieder funktionierte. Immerhin warst du doch jemand besonderes für mich, vielleicht sogar derjenige, der der Richtig sein könnte.
Mein Misstrauen ging sogar soweit, dass ich dich anfing, zu kontrollieren. Regelmäßig guckte ich in deine Facebooknachrichten und durchstöberte dein Handy. Du hast von all dem nie etwas mitgekriegt, bis es mir zu viel wurde, was ich las. Du sprachst mit diesen Mädchen so, als existierte ich nicht. Du sagtest einigen auch, wir seien nicht richtig zusammen und du wollest dich mit ihnen treffen.
All diese Worte, die ich mir selbst antat, waren wie Messerstiche in meine Brust. Ich hielt das alles nicht aus, ich schrie dich wieder an, du sagtest, es sei nichts und was blieb mir wieder anders übrig, als bei dir zu bleiben und versuchen, dir zu glauben?
Ich war immer noch zu schwach, um es ohne dich schaffen zu können. Oft genug hatte ich es versucht. Doch jedes Mal wurde es mir zu viel und ich flüchtete wieder zu dir, zu dir in deine Arme und  in deine beschützenden Seifenblase, in der alles gut und schön war.


Heute wären wir ein Jahr zusammen und ich habe vor ungefähr einem Monat mit dir Schluss gemacht.

Ich konnte die Lügen nicht mehr ertragen. Ich konnte mir selbst nichts mehr vorlügen und ich wollte dich nicht länger kontrollieren müssen. Ich wollte nicht mehr jemanden lieben, der mich zwar beteuert zu lieben, sich aber gegenteilig verhielt.
Alle haben mir immer gesagt, du seist nicht gut genug für mich und ich verdiente einen besseren. Du würdest doch eine Woche später eh eine andere ficken und einen Scheiß drauf geben, was zwischen dir und mir gewesen sei.
Es klang logisch, was sie sagten, aber ich dachte still bei mir, ihr kennt ihn nicht, er ist anders, er ist besser.
Nach und nach erfahre ich von dir, dass du wirklich genauso bist, wie sie sagen. Du redest zwar noch mit mir, als wäre ich für dich die einzig Wahre, aber du hast eine andere gefickt und du triffst dich heute, an unserem eigentlichen Jahrestag, mit einer anderen.

Ich weiß nicht, ob ich mich so sehr in dir getäuscht habe oder ob du mir so gut etwas vorgespielt hast, was in dir gar nicht existiert, aber ich hoffe inständig, dass es diese bessere Version von dir, die ich so verzweifelt liebe, wirklich gibt und dass all das, was ich mit dir verbinde, nicht eine große Lüge war.
Ein Teil von mir wird dich immer lieben, denn du hast mich sehr geprägt, du hast mir viel beigebracht und durch dich durfte ich viele unglaubliche Sachen erleben, die mir immer im Gedächtnis bleiben werden.
Für mich warst du immer ein wunderbarer Mensch, den ich über alles wertschätze und auch heute sehe ich in dir eher diesen Menschen, als meinen betrügerischen Exfreund, dem alles scheißegal ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich so naiv bin und dass das alles nicht echt gewesen sein soll.

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