Bilder mit Katzen
Was dir noch mehr gefiel, war dieses Mädchen da, sie war besonders, hatte Stil. Du hast sie angesprochen, sagtest neckisch: „ Ey Katze..."
“Was dir noch mehr gefiel, war dieses Mädchen da, sie war
besonders, hatte Stil. Du hast sie angesprochen, sagtest neckisch: „ Ey
Katze, hab dich noch nie gesehen (..) “ zitiertest du mir letztes Jahr aus einem Lied und sagtest, ich sei deine Katze, dieses eine Mädchen, das für dich besonders sei.
Und heute, an dem Tag, an dem du und ich ein Jahr lang ein wir gewesen wären, triffst du eine andere und ich, ich weine.
Du und ich, wir passen gut zusammen. Wir verbrachten so unendlich
viele Stunden zusammen. Ich liebte es bei dir zu sein, mit dir Filme
oder eine unserer Lieblingsserien zu gucken, stundenlang X-Box zu
spielen, mit dir dazuliegen und über alles zu reden, was eigentlich
absolut unwichtig war, mich in deine Arme zu kuscheln, mit dir zu
kochen, mit dir zu lachen, mit dir durch die Gegend zu fahren, während
aus den Boxen laut Musik dröhnte, mit dir Federball oder Fußball zu
spielen, aber vor allem mit dir einzuschlafen und dich als erstes zu
sehen, wenn ich morgen wieder aufgewacht war.
Ich liebte alles an uns und dich so sehr, wie ich noch nie einen Menschen zuvor geliebt hatte.
Ja,
wir hatten unsere Fehler – zu viel Sex, zu viel Streit, zu viel Neid.
Aber ich habe ich daran geglaubt, dass wir etwas Besonderes sind, dass
wir zusammen gehören, weil ich bei dir wirklich sein durfte, wie ich
bin. Ich habe mich bei dir immer geborgen gefühlt.
In deiner Welt
konnte mir niemand etwas Böses anhaben. Ich war behütet vor der
Realität, vor dem Stress, der Zuhause auf mich wartete, vor all den
Aufgaben und Verpflichtungen, die ich sonst hatte. Du hast mir all das
abgenommen, damit ich frei war.
Doch damals, im Sommer, als wir
fast ein halbes Jahr zusammen waren und ich so vollkommen verliebt und
voller Glück war, sagte mir einer deiner Freunde: „Dein Freund ist gar
nicht so toll, wie du denkst.“ Er war betrunken und sauer auf dich und
das führte ihn dazu, mir uns zu zerstören.
Ich war verstört und
wusste nicht, was diese Worte zu bedeuten hatte. Ich fragte den ganzen
Abend lang immer wieder nach und nach einigen Stunden guckte er mich an
und flüsterte mit einem Blick, der so elendig voller Mitgefühl war, dass
ich nicht mehr atmen konnte: „Ich wollte es dir nie sagen, weil es
seine Aufgabe wäre, aber… Er hat dich betrogen. Es tut mir leid.“
In
diesem Moment brach in mir innerlich alles zusammen. Ich stand dort
mitten in der Nacht auf einer Party voller Menschen und kam mir so
verlassen von der Welt vor. Ich hörte nichts mehr, ich sah nichts mehr.
Um mich herum war alles still und dunkel, obwohl die Party einfach
weiter ging. Die Welt raste immer noch in unendlicher Geschwindigkeit an
mir vorbei und interessiert sich überhaupt nicht dafür, dass ich dort
regungslos wie in Trance stand und sie verfluchte. Ich konnte und wollte
es einfach nicht glauben.
Am nächsten Morgen fragte ich dich, ob es
wahr sei – ganz still, leise und vorsichtig. Und als du mich voller
Tränen in den Augen ansahst und ein „ja“ wispertest, schlug ich dich ins
Gesicht und schrie dich an. Ich war so voller Wut, voller Enttäuschung,
dass ich nicht aufhörte, bis ich vor Erschöpfung in mich zusammensank.
Ich
habe noch nie in meinem Leben so schrecklich geweint, wie an diesem
Tag. Wie konnte mein Freund, der für mich die Welt war und der mir das
gleiche Gefühl gab, wie konnte er mir so etwas antun? Was hatte ich
getan, dass er mich so sehr missachtete?
Doch du sagtest, es täte dir leid, du liebest mich von ganzen Herzen und du würdest so etwas nie wieder tun wollen.
Ich
hörte deine Worte wie durch Watte. Ich saß dort in deinem Zimmer, das
mir so vertraut war, dass ich jeden Zentimeter kannte und nickte nur
stumm mit dem Kopf.
Ich hatte zu viel Angst, dich zu verlieren. Ich
hing so sehr an dir. Ich brauchte dich, du warst der einzige Mensch, der
mir alles abnahm und mir das Leben einfacher machte, als es anderswo
war. Ich nickte wieder, sah dich an und schluckte. Ich sagte, ich würde
dir noch mal eine Chance geben wollen, weil ich dich so sehr liebte. Und
du, du sahst wirklich glücklich aus darüber, erleichtert, überrascht.
Und ich war fest davon überzeugt, dass du es mir nicht noch einmal antun
würdest, denn ich weinte lange in deinen Armen liegend und ich hörte
nie wirklich auf zu weinen.
In den gesamten darauf folgenden Monaten, die wir noch zusammen waren, weinte ich immer still in mir.
Ich misstraute dir von nun an, denn du hattest mein blindes Vertrauen einfach ausgenutzt.
Ich
wollte nichts mehr mit meinen Freunden machen, wenn du nicht auch etwas
zu tun hattest, damit du nicht in Versuchung gelangen würdest, mich
wieder zu hintergehen. Ich gab mir alle Mühe, damit es wieder
funktionierte. Immerhin warst du doch jemand besonderes für mich,
vielleicht sogar derjenige, der der Richtig sein könnte.
Mein
Misstrauen ging sogar soweit, dass ich dich anfing, zu kontrollieren.
Regelmäßig guckte ich in deine Facebooknachrichten und durchstöberte
dein Handy. Du hast von all dem nie etwas mitgekriegt, bis es mir zu
viel wurde, was ich las. Du sprachst mit diesen Mädchen so, als
existierte ich nicht. Du sagtest einigen auch, wir seien nicht richtig
zusammen und du wollest dich mit ihnen treffen.
All diese Worte, die
ich mir selbst antat, waren wie Messerstiche in meine Brust. Ich hielt
das alles nicht aus, ich schrie dich wieder an, du sagtest, es sei
nichts und was blieb mir wieder anders übrig, als bei dir zu bleiben und
versuchen, dir zu glauben?
Ich war immer noch zu schwach, um es ohne
dich schaffen zu können. Oft genug hatte ich es versucht. Doch jedes
Mal wurde es mir zu viel und ich flüchtete wieder zu dir, zu dir in
deine Arme und in deine beschützenden Seifenblase, in der alles gut und
schön war.
Heute wären wir ein Jahr zusammen und ich habe vor ungefähr einem Monat mit dir Schluss gemacht.
Ich konnte die Lügen nicht mehr ertragen. Ich konnte mir selbst
nichts mehr vorlügen und ich wollte dich nicht länger kontrollieren
müssen. Ich wollte nicht mehr jemanden lieben, der mich zwar beteuert zu
lieben, sich aber gegenteilig verhielt.
Alle haben mir immer gesagt,
du seist nicht gut genug für mich und ich verdiente einen besseren. Du
würdest doch eine Woche später eh eine andere ficken und einen Scheiß
drauf geben, was zwischen dir und mir gewesen sei.
Es klang logisch, was sie sagten, aber ich dachte still bei mir, ihr kennt ihn nicht, er ist anders, er ist besser.
Nach
und nach erfahre ich von dir, dass du wirklich genauso bist, wie sie
sagen. Du redest zwar noch mit mir, als wäre ich für dich die einzig
Wahre, aber du hast eine andere gefickt und du triffst dich heute, an
unserem eigentlichen Jahrestag, mit einer anderen.
Ich weiß
nicht, ob ich mich so sehr in dir getäuscht habe oder ob du mir so gut
etwas vorgespielt hast, was in dir gar nicht existiert, aber ich hoffe
inständig, dass es diese bessere Version von dir, die ich so verzweifelt
liebe, wirklich gibt und dass all das, was ich mit dir verbinde, nicht
eine große Lüge war.
Ein Teil von mir wird dich immer lieben, denn du
hast mich sehr geprägt, du hast mir viel beigebracht und durch dich
durfte ich viele unglaubliche Sachen erleben, die mir immer im
Gedächtnis bleiben werden.
Für mich warst du immer ein wunderbarer
Mensch, den ich über alles wertschätze und auch heute sehe ich in dir
eher diesen Menschen, als meinen betrügerischen Exfreund, dem alles
scheißegal ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich so naiv
bin und dass das alles nicht echt gewesen sein soll.




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