felix_frohboese 21.02.2010, 18:10 Uhr 3 1

Besser als Schlecht ist Gut!

die stimmung ist auf dem absoluten null punkt. eigentlich sogar drunter...

die stimmung ist auf dem absoluten null punkt. eigentlich sogar drunter. falsche gesten oder ein falscher blick könnten das fass zum überlaufen bringen.
wieso die stimmung auf den knien kriecht? die frauen? die arbeit? das wetter? nehmt ruhig alles zusammen.
leben für das wochenende. und es fängt bescheiden an.
alle haben abgesagt,
sind in der heimat,
haben schon was vor,
fühlen sich nicht richtig.

nicht richtig fühlen! wie oft ist er denn mit schädel oder schnupfen durch die partynacht geschwankt? da hätte er auch sagen können... och, ich fühl mich grad nicht so richtig.
aber er beschwert sich ja nicht. er versucht halt da zu sein, wenn gewünscht.
seine wünsche jedoch...

die bahn ist brechend voll. gestank von billigfusel, der mcdonalds wegstärkung und dosenbier liegt in der luft. es wird sich lautstarkt unterhalten, geflirtet, getatscht und geschubst.

der wagon feiert sich selbst.

nur einer steht.
schweigt.
schaut aus der tür, die nicht zum gehsteig zeigt. die miene ausdruckslos.
keine regung als die gruppe nebenan durch drollige geschichten in gelächter ausbricht.

er denkt an sie... sie, die heute auch was anderes macht.

reeperbahn. zahlfreudige, trockene kehlen schieben sich aus der tür ins freie, den konsum im auge. das ist auch sein ziel. doch er steigt erst an den landungsbrücken aus. kauft sich 2 bier, einen 0,2l vodka am kiosk und ist nun auch in der freiheit angekommen.

freiheit ist, wenn man nichts mehr hat was wichtig ist. davon hat er genug.

er sitzt am hafen. der wind weht im heftig ins gesicht. er öffnet eines der biere und zündet sich eine an.
geräusche werden herübergeweht. hektische geräusche die sagen:"Achtung! hier wird gearbeitet! und wenn du nicht am buckeln bist, dann bist du hier falsch!"

Er lässt seinen Blick über den hafen schweifen.
signalleuchten.
blinkelichter.
kräne.
riesige containerschiffen mit tausenden von bruttoregistertonnen welt. eingepfercht in meterlange stahlbüchsen.
kaffe aus brasilien, elektronik aus china, zigaretten aus tschechien, gewürze aus indien, flüchtlinge aus marokko.
nachschub für unser konsumgeschwängertes leben. nachschub für uns!
er hört sein herz schreien: "fernweh! fernweh! auf den nächsten kahn und ab nach..." Mogadishu?!. Nein! das ist bestimmt nicht sein ziel.

die bier sind alle, genau so wie der vodka. rauchen ist nicht drin, da die finger schon halb steif sind und es weht wie sau.
nochmal zum kiosk. diesmal nur vodka, aber dafür reichlich.
langsam schlendert er auf ihm unbekannten wegen richtung kiez. genüßlich am vodka zutschend, der ihm ein warmes gefühl gibt.

könnte nicht jetzt einer aus dem gebüsch springen, das messer gezogen, ein angsteinflößendes leuchten in seinen kriminellen augen?
"Geld oder Leben! Los!" würde der Dieb im scharf zuhauchen. doch seine reaktion würde dem langfinger nicht gefallen.
Er- Leben
Dieb- was?
Er- die option war geld oder leben. mein geld kriegst du nicht.
Dieb- sach ma' spinnst du? ich hab ein messer! gib geld mann!
Er- dann hol es dir!
Noch während er spricht holt er aus.
holt aus, mit seiner gesamten kraft, der aufgestauten wut, dem frust der nicht verwirklichten träume, dem liebeskummer der seine seele zuschnürt.
er legt sich in den schlag.

Was nach dem schlag passiert ist nicht mehr von interesse. es zählt nur diese eine schlag, sein erster. vorher hatter er nachgegeben, war gerannt, ist gar nicht in die situation gekommen oder hätte das geld rausgerückt.
doch diesmal nicht. für ihn hat nichts mehr bedeutung. nur dieser eine schlag.

als er an der esso vorbeigeht wird er aus seinen träumen gerissen. zwei dienstleister des staates machen ihn auf lustige gelbe schilder aufmerksam, die mit niedlichen symbolen der aggression auf dem kiez herr werden wollen. waffenverbot, glasflaschenverbot, hirnverbot!
nach einer kurzen diskussion stellt er sich auf die andere straßenseite, wo das schild gut zu sehen ist und trinkt seinen vodka leer.

langsam merkt er den alkohol in seinem kopf. und in seinen beinen. ein wohliges gefühl schwirrt in ihm umher, übernimmt die kontrolle.
ab in den nächsten laden wo laute musik spielt. gut wäre ein glücksgriff. laut reicht. dunkel und laut. und alkohol! aber das sollte ja nicht das problem sein.
im dritten laden (die anderen waren dann doch zu leise oder die musik war ungenießbar) geht er ohne umwege an der bar vorbei auf die tanzfläche.
bässe pumpen. lichtbiltze flackern. die blase drückt.

auf klo ist das abendliche aufputschspektakel zu beobachten. pillen, pulver, was man will!
ihm wird eine kleine flasche hingehalten. "trink" sagt einer.
nach der frage zur rezeptur, der flüssigkeit, die
leicht dickflüssig in der braunen flasche umherschwappt folgt wieder ein knappes "trink, oder haste was zu verlieren?"
das war das stichwort, denn zu verlieren hat er nichts.
er nippt.
nichts.
als würde man bittere milch trinken.
er kippt.
nichts.
die flasche ist leer.
lächelnd gibt er die flasche den händen, die zu dem völlig perplexen gesicht gehören, das ihn anstarrt.

vom rest weis er nicht mehr viel. vom klo an die bar. dort noch ein bier und einen kurzen. danach wieder tanzfläche... und dann? die erinnerungen sind verschwommen, einfach nicht zu greifen.

dunkle nebelschwaden verdecken die sicht auf den vergangenen abend.

er greift dorthin, wo normalerweise das wasser steht. es steht natürlich nicht da.
sein arm, in verband gepackt, schmerzt. "schlechter anfang", denkt er, "was war denn los?".

er bemerkt eine regung neben sich.

sie liegt dort und schlägt in diesem moment die augen auf.
lächelt zufrieden und liebevoll.

"schlecht? ich weis zwar nicht was passiert ist aber das ist besser als schlecht, das ist..... gut!"

1

Diesen Text mochten auch

3 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Fernweh Fernweh :-)

    02.03.2012, 18:26 von MissDiNah
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Also ihr hat es gefallen und sie findet seine Kritik absolut deplaziert und blöd.
    Ihm danke ich für einen endlich mal lesbaren Text :-)

    15.05.2010, 19:00 von xzw
    • Kommentar schreiben
  • 0

    ob er wohl weis das da fiele fiele rechtschreibfeler sind?
    aber liegt woll am null punkt.

    22.02.2010, 09:33 von Surecamp
    • 0

      @Surecamp ob ihm das wohl egal ist, da er hier kein diktat schreibt, sondern leben?!

      22.02.2010, 09:36 von felix_frohboese
    • Kommentar schreiben

Das Magazin

Die nächste Ausgabe:
14. Mai 2012

NEON-Apps für iOS und Android

Neueste Artikel-Kommentare