Varekes 17.03.2013, 20:09 Uhr 45 45

Beschäftigungsverhältnis

Wenn sie fort war, dachte ich an sie und wenn sie bei mir war, dachte ich an sie, aber zu keiner Zeit stand sie mir mehr nah.

„Wer Träume verwirklichen will, muss zunächst aus ihnen erwachen.“
Sina sagt es nicht, aber sie denkt es. Ich kenne diesen forschen Blick, der zuerst angriffslustig, dann trotzig und, kurz bevor sie wegsieht, schuldbewusst ist. Ich kann diesen Blick nicht ausstehen. Er macht ihre Nase weiß und meine fängt an zu jucken.
„Ich will uns die Stimmung nicht verschnupfen.“, sagt sie und tut es dann trotzdem bereitwillig, so als wäre eine mustergültige Vorwegentschuldigung Legitimation für jeden Blitzkrieg.
Sina ist mit meinem Lebenswandel nicht einverstanden. Ich denke ihr zu kurz und das geht ihr zu weit.
„Du musst doch zugeben, dass das bei dir keine Phase mehr ist.“
„Gibt es denn vorgeschriebene Längen für Phasen?“, frage ich sie.
Sie überlegt kurz.
„Phasen dauern so lange, wie aus Gestaltungen noch keine Gewohnheiten geworden sind. Sobald etwas zu tun oder nicht zu tun normal für dich geworden ist, fällt es später unter die Kategorie Lebensabschnitt.“
Ich schlucke. Wegen ihres Tonfalls, der schnippisch und rechthaberisch ist und weil ich einen Schritt weiterdenke. Laut ihrer Definition fällt Sina in die Kategorie der Lebensabschnittsgefährtinnen. Sie gehört zu meinem Leben, ohne dass ich jeden Tag hinterfrage, warum sie das tut. Sie ist, was mich anbelangt, offenbar schon einen Schritt weiter. Meine Lebensgewohnheiten passen nicht mehr in ihr Konzept eines Zusammenseins. Ich frage mich, in welcher Phase ihre Renovierungsabsichten wohl gerade stecken.

„Ich finde es toll, dass du dir eine Auszeit nimmst.“
Das waren ihre Worte noch vor wenigen Monaten.
„Finde heraus, was dir im Leben wichtig ist, wo du mit dir hin willst.“
Sagte sich leicht, als ihr Interesse vorrangig meinem Interesse an ihr galt. Solange sie mir wichtig war, konnte ihr egal sein, was es sonst noch war. Die Basis stimmte ja schließlich. Akademikerin liebt Titelanwärter. Eine prima Abwechslung und außerdem dem weiblichen Helfersyndrom zuträglich. Einem wie mir würde sie noch was beibringen können. Meine Orientierungslosigkeit war okay, solange ich mich wenigstens an ihr orientierte. Sie ließ sich von mir bewundern. Aufrichtig. Für ihre Geradlinigkeit, ihre Strebsamkeit, ihren ungeheuren Ehrgeiz. Gegensätze ziehen sich an.
Irgendwie hofft man doch immer, im Anderen zu finden, was man in sich selbst vergeblich sucht. Und wenn die Suche erfolglos bleibt, sucht man nach Antworten, weshalb man nicht sein kann, wie der Andere ist. Das Problem ist nur, dass man nicht am leblosen Objekt studiert.

„Wach auf!“ Anfangs war das noch eine Einladung, frühmorgens meist, wenn sie sich über mich beugte und ihr Atem sauer nach Kaffee und Hektik roch. Anfangs gelang es mir noch, sie dann so lange verträumt anzusehen, bis ihre Pupillen sich aufbliesen wie Rettungsringe und sie es genoss, wie ich ihren Puls nach oben treiben konnte, indem ich einfach nur eine Hand auf ihren Rücken legte und sie ein paar Zentimeter weiter in meinen Dunstkreis zog.
„Du riechst so gut, wieso riechst du denn auch so gut?“, fragte sie, nachdem wir uns stürmisch anstatt eines Frühstücks geliebt hatten. Ihr gelöster Haarknoten lag in meiner Armbeuge und ich freute mich an dem Gedanken, dass sie nun den ganzen Tag über einen kleinen Teil von mir mit sich spazieren tragen würde. Sie zog den Reißverschluss ihrer Jeans hoch und schloss den Gürtel mit eingeübter Schnelligkeit. Ich hasste dieses Geräusch und hasse es noch. Es war mehr als die Ankündigung ihres bevorstehenden Aufbruchs. Fast jeden Morgen sperrte sie mich damit aus ihrem Leben aus, einen acht oder neun Stunden dauernden Abschnitt lang.
„Ich liebe dich!“, rief sie mir zu, bevor sie nach ihrer Tasche griff und die Wohnung verließ. Am Tonfall konnte ich erkennen, dass sie es ehrlich meinte, dass es ihr wichtig war, mich das wissen zu lassen. Nach Wochen änderte sich ihre Stimmlage, ihr Liebesgeständnis war keines mehr, es war eine heimliche Frage, die sie zuerst uns beiden stellte, dann nur noch sich selbst. Diese Phase endete, als sie die Antwort kannte und wusste, dass meine eine andere war. Eine Weile reichte ihr das aus. Ich musste halt ein kleines bisschen für sie mitlieben. Das ging in Ordnung, solange sie zu beschäftigt dazu war, über meine oder ihre Gewohnheiten nachzudenken und herauszufinden, was sie insgeheim längst begriffen hatte. Sie empfand mich als Laster, war aber zu beschäftigt und zu feige, sich mich abzugewöhnen. Sie redete sich ein, es wäre nur fair, diesen Job mir zu überlassen. Einen besseren hatte ich in ihren Augen ja auch nicht.
„Wach auf!“ Eines Morgens klangen diese Worte wie ein Befehl. „Hör auf zu träumen!“ Sie führte sich auf. Mein Weg war nur solange nicht der falsche, wie ich ihren als richtig anerkannte. Es gab auch Momente, in denen sie es sanfter versuchte.
„Schau, du willst doch auch so viel mehr vom Leben.“
Sie sagte das in Augenblicken, die ich als nahezu perfekt in Erinnerung habe. Alles was ich brauchte, um mich gut zu fühlen, hatte ich, wenn sie bei mir war.

An einem Dienstagmorgen schnüffelte sie an mir herum, zog die Nase kraus, schlug mich spaßeshalber mit einem Kissen und meinte, eine Dusche würde mir gut tun. Sie stolperte über meine Socken und warf sie nach mir.
„Das muss doch alles nicht sein.“, kommentierte sie. 
Sie war schon lange aus der Tür, als ich ihr beipflichtete.
Wer Träume verwirklichen will, muss zunächst aus ihnen erwachen. Für ihre Art von Träumen mag das gelten. Für kleine Träume, die nicht größer sind als Seifenblasen, mit deren Zerplatzen man irgendwie rechnet, deren nasse Spuren man mit einer Hand wegwischt, während die andere längst anderes tut.
„Wieso willst du denn bloß nicht aufwachen? Denk doch auch mal an mich.“ Ich dachte pausenlos an sie. Sie verblasste wie eine Erinnerung, wie ein Tagtraum, an dem man sich festhält, weil das Leben einen ansonsten verschlingt.

Wach auf! Ich tue ihr schließlich den Gefallen. Sie beugt sich über mich, ich schließe die Augen und als ich sie wieder öffne, ist sie nicht mehr da.

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45 Antworten

Kommentare

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  • 1

    "Ich freute mich an dem Gedanken, dass sie nun den ganzen Tag über einen kleinen Teil von mir mit sich spazieren tragen würde." Wenn nur dieser eine Satz nicht wäre, würde ich den echt gerne mögen.

    05.05.2013, 14:55 von justanotherpicture
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  • 0

    Das gefällt mir.

    25.03.2013, 22:51 von Partisaneninterakt
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  • 1

    du schreibst halt einfach gut! 

    24.03.2013, 18:20 von Pippi Netzstrumpf
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  • 0

    gänsehaut... und so fühlt sich entlieben an! schrecklich...


    verlieben nicht! :)

    19.03.2013, 04:23 von LeleSchroeder
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  • 6

    Und es ist ein Mythos, man hoffe im Anderen zu finden, was man an sich vergeblich sucht.  Instinkte sind sehr empfänglich für Menschen, deren Erfahrungen den eigenen ähnlich sind, vorallem solche, die man schon als Kind gemacht hat.   Im Guten wie im Schlechten.  Und dann der Klassiker: je stärker die Verliebtheit, desto wahrscheinlicher verletzt zu werden. Darum lieben etliche mit wachsender Erfahrung weniger mutig, weniger ausdauernd... und wundern sich, warum ihnen immer schneller kalt wird, bei all der Berechnung und Hetze nach dem was sie romantische Liebe nennen.

    19.03.2013, 00:54 von schauby
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    • 0

      Was für dich "wirklich" ist, weiß ich nicht.

      Wie ich schon mehrfach sagte, unter anderem zuletzt hier auf Neon in jener Diskussion:
      "Bedingungslose" Liebe gibts nur einmal im Leben .. als Kind von Mutti. 

      Tatsache ist, das weiß ich aus eigener Erfahrung: es gibt dauerhaft tragfähige Liebesbeziehungen, ohne sich dabei zu zerfleischen oder sich (mit sich selbst darin) zu langweilen, in einer Weise, den Partner für etwas verantwortlich zu machen, was einem aus eigener Kraft nicht gelingt. 

      19.03.2013, 18:18 von schauby
    • 2

      "Und es ist ein Mythos, man hoffe im Anderen zu finden, was man an sich vergeblich sucht."

      Es ist wohl eher ein Mythos, im Anderen wirklich zu finden, was man in sich selbst nicht finden kann. Das Problem ist, denke ich, dass der andere als Spiegel zwar funktioniert, Spiegel aber nur sichtbar und nicht begreifbar machen. Da werden dann eigene Defizite projiziert und ausgelagert und letzten Endes bleibt es bei dieser Auslagerung. Die Spiegelung wird nicht mehr als Spiegelung erkannt. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die zur Selbstreflexion nur sehr eingeschränkt fähig sind die Reflexionsbereitschaft Anderer regelrecht ausbeuten.

      20.03.2013, 12:26 von Varekes
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    • 1

      "Ich mag nur den Begriff Liebe so ungern benutzen, weil er so inflationär und abgegriffen ist wie die goldleuchtenden Brüste einer ansonsten matten Bronzestatue im Park, die jeder mal anfassen will."

      Sasali, Sasali, Sasali.

      Ich glaub, wir sollten mal spazieren gehen. ;-)

      20.03.2013, 16:22 von Varekes
    • 1

      @ Sasali
      A. Welcher Begriff, insbesondere des Zwischenmenschlichen, ist nicht „künstlich“ geschaffen?
      B. Welches Attribut bzw. welche Wertung bietet potenziell keine Machtebene?
      C. Die allermeisten haben im Wesentlichen zwei Bedürfnisse an die sogenannte romantische Liebe (und nur um diese geht es in meiner Aussage oben) : „Versteh mich und mach mein Leben interessant.“

      Wer gelegentliche Kopulationsbereitschaft, flatterhaftes Geplänkel und die Gier nach Bereicherung auf Kosten und zu Schaden des Andern mit Liebe verwechselt, kann das tun. Die Ergebnisse und Folgesfolgen sind tausendfach jeden Tag zu beobachten.

      Es geht um die Kraft, die Familien hervorbringt, die Keimzelle jeder Gesellschaft, die Menschen Zuversicht gibt, sie Loyalität und Tapferkeit durch Vorleben lehrt, sie beschützt, pflegt ,stark macht und zusammenhält, die nicht mehr und nicht weniger wichtig ist am Ende, als unsere Art zu erhalten. Die Raffgier der Selbstbezogenheit, ein bißchen Bestätigung abgreifen und hier und da etwas Geficke, ist dazu nicht in der Lage.



      "Eure Oberflächlichkeit, die weder tiefes Glück noch ebensolchen Schmerz fassen kann und sich dann in kurzen Enden flüchtiger Tändelei, ihres Unvermögens zu Höherem zynisch verschließt, ohne dennoch von ihrer Sehnsucht zu lassen,  sie widert mich im Innersten an." [Oscar Wilde]

      22.03.2013, 14:15 von schauby
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    • 0

      Als schwul, hoch sensibel und vielen im Denken voraus in einer damaligen Gesellschaft zu leben, die Homosexualität unter Zuchthaus stellt und sich in einer konventionellen Ehe mit einer Frau ein gesellschaftliches Überleben zu konstruieren (eine Ehefrau, die er übrigens sehr schätzte), ist mit einem ungebrochenen Schicksal nicht zu rechnen.    

      22.03.2013, 19:21 von schauby
    • 1

      Es gibt Hochkulturen und den Zeitgeist der Niederkulturen. Beides funktioniert nicht ohne das Andere. Die Niederkulturen beflügeln den Zeitgeist entgegen und mit seiner Bestimmung.

      Soll heißen: Der Mensch, der sich seiner Natur nicht zu domestizieren weiß, endet als Tier.

      Aber es gilt auch andersherum: Der Mensch, der das Tier in sich leugnet, ist verdammt. Des Überdrusses an Übermaß und des Fehlens an Substanz.(Kierkegaard)

      22.03.2013, 21:52 von Varekes
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    • 0

      wo steht, es gäbe keine Tiefe mehr? das Beobachten und Erleben von Überforderung, ständiger Anspruchs- und Leistungsterror aller Ebenen durchzogen: Beziehung, Partnerschaft, Beruf, Selbstentfaltung, teilt eine ganze Generation.  Es sind nur nicht alle in der Lage, reflexiv und bewusst darauf zu reagieren, statt zu projizieren und weiterzureichen.

      Die Folge: Entfremdung, Überreizung, Schädigung körperlicher und seelischer Gesundheit. (noch nie in der Geschichte gab es soviel Psychodienstleistungen und verschiedenste, vermeintlich hochentwickelte Psychopharmaka bei gleichzeitig um das vielfache steigenden Krankheitsdiagnosen, allein in den letzten 20 Jahren.

      die dahinterstehenden Bedürfnisse: Sinn, Gehaltensein und Solidarität kompensiert durch Ersatzhandlungen, ethische Verflachung, überhitze Trieb-Egos,  die Unfähigkeit von sich selbst und seinem unmittelbaren Nahhorizont der eigenen Haustür abzusehen – wenn überhaupt –  Entwurzelung familiärer Strukturen, hin zu gesteigertem Konsum, (Trival)hedonismus und Promiskuität sind keine Pannen des Systems, das ist beabsichtigt.

      zu Oscar: keine oder einseitige Erfahrung in dem zu machen, was man thematisiert, wäre Scharlatanerie - das Gegenteil von inhaltlicher Kompetenz. Um- und Abwege im Reifungsprozess zu nehmen, zumal in Zwangslage mangels real möglicher Alternativen, verlangt nicht, sich Höherem zynisch zu verschließen.

      Das Häßliche und im Dilemma dem Verfall laufende, was er beschreibt, ist die überaus menschliche, natürliche Sehnsucht nach Dauer und Tragfähigkeit auf der einen Seite, gleichzeitig sabotiert in der Schwäche durch Selbstentfremdung auf der anderen.   

      24.03.2013, 17:37 von schauby
    • 0

      Ich kann die hier bereits genannten Argumente gut nachvollziehen und würde die Meisten davon auch unterschreiben. Deshalb möchte dazu eigentlich auch gar nicht mehr viel sagen (zumal ich mittlerweile auch geschnallt habe, dass ich hier in eine alte Diskussion eingestiegen bin :D ).


      Wo ich mir allerdings nicht ganz sicher bin ist, ob die meisten Menschen heutzutage tatsächlich ihre Reflexionsfähigkeit verloren haben. Im Gegenteil dazu kenne ich sehr viele Menschen, die dermaßen häufig und intensiv Innenschau betreiben, dass ich mich ernsthalft frage, ob sie nicht langsam ein bisschen im Kreis herum reflektieren und ob sie sich nicht vielleicht mal wieder anderen Menschen zuwenden oder einfach mal ihr Leben genießen wollen.


      Die Frage ist auch, ob sich die steigende Anzahl an psychologischen Hilfsangeboten und deren Nutzern (bzw. des Bedarfs) nicht ein wenig gegenseitig bedingt. Ich meine beobachten zu können, dass auch hiervon mittlerweile eine ganze Industrie lebt - man denke nur an die ganzen Ratgeber zu allem Möglichen.


      Mit anderen Worten: Manchmal kann man auch ruhig seinem Bauch folgen, der weiß sowieso sehr oft, was gut für einen ist. Und manchmal kann man das Leben auch einfach genießen, ohne zu viel darüber nachzugrübeln.
      Aber ich wäre wahrscheinlich auch nicht diejenige, die einen Text dazu hier hinsetzt, wenn mir das immer so leicht fallen würde. ;)


      P.S.: Ich glaube eher, früher mussten die Leute eher etwas weniger reflektieren, da ihr Leben und ihre Handlungen ja sowieso in ein deutlich starreres Regelwerk eingebettet waren - das gab ja dann die "richtige Auswahl" an potenziellen Handmöglichkeiten oft schon einfach vor.

      05.05.2013, 16:08 von TheCaptainsFiancee
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  • 2

    Frauen und ihr Nörgel-Gen. Die Unwillkürlichkeit im Drang, der Partner müsse plötzlich dies und das, damit IHR Leben zufriedenstellend sei. Dumme Falle, es ginge darum dem anderen was recht zu machen.  Obendrauf oft als Einbahnstraße. Es ist so schade, da die Differenz im Ähnlichen gerade das Begeistern, Inspirieren, Kribbeln und Lieben begründet, versuchen so viele bald die Unterschiede wegzubügeln und plätten damit zuverlässig die Beziehung. Überzeugt, dass die eigene Hybris .. äh Vorstellung von Glück dem anderen überlegen sei, hat sich die Zweisamkeit bald erledigt. 

    19.03.2013, 00:43 von schauby
    • 4

      Hach, aber schaubsen, da muss ich dann doch mal auf den Zug aufspringen: "Das' nicht nur bei Frauen so." ;)

      19.03.2013, 02:00 von Juliie
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    • 0

      Frauen haben die Verbiegenummer in der Regel besser drauf. Da wird gestutzt und gehämmert, geknetet, geknebelt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Zum Ende hin dann über das selbstproduzierte Ergebnis gemotzt. Bei Männern findet sich dieses Projektgen seltener, die haben andere Ventile für überschüssigen Kreativismus. 

      19.03.2013, 12:50 von Varekes
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    • 0

      Fakt ist bspw.: über 70 Prozent aller Scheidungen werden von den Frauen eingereicht. (Statistisches Bundesamt)

      Unzufriedenheit ist definiert aus dem Verhältnis Erwartetes dividiert durch Erreichtes. Und auch wer einen blinden Fleck in Mathematik hatte, sieht wie leicht es heute ist, sich unzufrieden zu machen.  Man braucht bloß die Erwartungen hinauf zu schrauben... und was jeder erreicht, weiß er selbst.

      „Wer sich In allen Studien, weltweit, in allen Kulturen und in die Geschichte hinein, sich als die Unzufriedeneren immer wieder präsentiert haben, sind die Frauen.“ 
      zum Ausschnitt aus Bernhard Ludwigs Programm: "Anleitung zu Unzufriedenheit in der Partnerschaft" gehts hier.

      19.03.2013, 17:57 von schauby
    • 0

      Häufig ist häufig und selten ist selten. Steht nicht in jedem Glückskeks, stimmt aber trotzdem.

      Das weibliche Geschlecht ist häufig missionarischer als das männliche, dabei aber weniger ziel- bzw. gewinnorientiert, sondern siegeseifrig. Heißt im Ergebnis, dass Frauen sich öfter in ein Ziel verbeißen, so sehr manchmal, dass sie nicht mehr hingehen und überprüfen, ob und welche Alternativen es beim achievement in progress gibt und ob sie das Ziel überhaupt noch erreichen wollen. Stichwort Tunnelblick.

      Frauen haben viel eher als Männer einen Hang zum Beziehungsfanatismus und -vandalismus. Es sind auch meist Frauen, die Beziehungsprobleme am Partner zu lösen versuchen, sich an Defiziten aufhängen und sich so auf sie fokussieren, dass kaum mehr Raum für Anderes bleibt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Beziehungen scheitern, weil frau verbissen Problem-orientiert und man(n) im Gegenzug versessen Lösungs-orientiert ist.

      20.03.2013, 12:07 von Varekes
    • 1

      Also... ihr lieben Männer habt Recht!

      (ja das geht mir jetzt gehörig gegen den Strich). :P 
      Ich muss dem aber leider beipflichten. 
      (an alle angriffslustigen Frauen die nun ihre Messer wetzen: Selbstkritik ist der Weg zur Besserung und eine gute Charaktereigenschaft :P)
      Die meisten Frauen stellen sich am Anfang besser und weitaus verständnisvoller dar, als sie in Wirklichkeit sind. Wenn sie dann ihr Ziel des "Habens" erreicht haben, wird der Schraubstock und die Dressur-Gerte rausgeholt. Und wenn dann das Meiste zurecht gebogen ist ziehen die meisten Frauen von dannen. Wer will schon auf Dauer den ja sagenden Waschlappen den man ähhh frau sich da kreiert hat.
      Ich bin natürlich der Meinung, dass ohne Kompromisse nichts funktionieren kann. 
      Aber wenn man sich verliebt, dann ja wohl gerade deshalb, weil derjenige so ist wie er ist. 
      Also etwas mehr Toleranz würde dem weiblichen Geschlecht sehr gut tun.
      Ich geh dann mal meinen Pantoffel und die Schraubzwingen wieder rausholen. :D

      20.03.2013, 19:54 von sensibilis8
    • 1

      Ich nicht. Punkt. Hab' ich gar keinen Bock drauf. Alle alt genug.


      Kompromisse aushandeln bei Feldern, die beide betreffen: Ja, klar, anders funktioniert das Zusammenleben ja gar nicht.
      Gegenseitige Erziehungsversuche (egal von welchem Geschlecht ausgehend): Nein, danke!

      05.05.2013, 15:36 von TheCaptainsFiancee
    • 0

      die Mehrheit der Frauen war die längste Zeit der Geschichte so sozialisiert und in einem gesellschaftlichen Gefüge geprägt, dass ihnen Macht und Behauptung nur in indirekter Herrschaft verwiesen war, nämlich mittels des Mannes. Das Erbe dieser langen Tradition, schafft sich nicht mal eben innerhalb ein zwei Generation sozialer Wandlungen und kluger Reflexionen ab. leider. 

      05.05.2013, 23:53 von schauby
    • 0

      Schauby, nette Umschreibung der jahrzentenlangen Unterdrückung des weiblichen Geschlechts.:D

      und doch haben viele Frauen die Hosen an.
      Auch wenn es kein Mann gerne zugibt.
      Ich trage trotzdem auch gerne mal einen Rock... :P

      06.05.2013, 11:33 von sensibilis8
    • 2

      Schon mal den Aspekt betrachtet, dass manche (Männer) es offenbar gar nicht so unpraktisch finden, im Privatleben einen Teil der Verantwortung abgeben zu können? Ich kenne nicht so wenige Männer, die durchaus damit kokettieren, dass sie "die Hosen anhat" oder "ihn ganz gut im Griff hat".


      Aber letztendlich mehr oder weniger das, was Juliie und Sasali weiter oben schon sagen: Viele Männer und Frauen üben Macht in der Beziehung aus - jeder auf seine Weise. Aber trotzdem tickt da jeder anders. Und letztendlich muss man als Paar mit seinen Eigenschaften und Einstellungen zusammen passen. Das ein oder andere kann man ja dann sicherlich auch aushandeln: Grenzen aufzeigen und aushandeln und Ähnliches zum Beispiel,... ;-)
      Also, auf zur fröhlichen Puzzelteilsuche!

      06.05.2013, 12:07 von TheCaptainsFiancee
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  • 1

    Meldet sich zurück und bringt direkt dickes Feuerwerk mit - ordentlich! Schön von dir zu lesen.

    18.03.2013, 23:35 von rubs_n_roll
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  • 1

    Varekes, erklär mir mal den Zusammenhang zwischen Titel und Text? (bitte, bin zu blöd um das zu kapieren)

    18.03.2013, 22:30 von SteveStitches
    • 2

      Manche Beziehungen sind nichts mehr als Verhältnisse, mit denen man sich beschäftigt.

      18.03.2013, 22:37 von Varekes
    • 0

      nenn mal eine Beziehung, die kein Verhältnis ist, mit dem man sich beschäftigt und ganz viel mehr als das ist ?

      Ich las in dem Titel eher den Hinweis auf etwas seelenloses, das mehr einer Geschäfts- als Liebesbeziehung ähnelt. 

      03.05.2013, 19:52 von schauby
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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