AnnieKa 26.12.2008, 13:50 Uhr 1 2

Aprilwetter

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Aprilwetter

Er ist ihr Leben. Er ist der einzige, den sie will. Er ist weg.

Sie weint den ganzen Tag nur noch. Steht morgens auf, um ihn zu vermissen. Schläft ein, um von ihm zu träumen.

Wenn sie in der Küche sitzt, sieht sie die Bilder vor sich. Von ihm, wie er den Kaffee in seinen Lieblingsbecher gießt. Umrührt. Drei Mal mit dem Uhrzeigersinn.

Sie geht abends aus. Ist die ganze Nacht weg. Von einer Bar zur anderen.

Seine Freunde mögen sie nicht. Sie mag seine Freunde nicht. Noch nie. Wenn sie sich begegnen, grüßen sie einander.

Manchmal ist sie am Wasser. Besonders an den kalten Tagen. Unten am Fluss. Ihre Haare fliegen und die Augen tränen vom Wind. Dann legt sie sich auf die Bank, auf der sie immer gemeinsam lagen.

Nachmittags schält sie Zwiebeln. Für einen Grund zum Weinen.

Ab und zu dreht sie sich um ihre eigene Achse. Mindestens neunundreißig Umdrehungen. Dann knarzt das Parkett.

Im Vorbeigehen beobachtet sie die Menschen. Wenn sie jemanden entdeckt, der ihm ähnlich ist, lächelt sie.

Am liebsten trinkt sie Rotwein. Davon bekamen sie immer so einen Kopf. Und schwebten die ganze Nacht.

Seit neustem trägt sie oft das rosa Kleid, das er so sehr an ihr mochte. Und lässt die Haare offen. Damit es manchmal im Nacken kitzelt und sie an seine Fingerspitzen denkt.

Weil er nicht mehr kommt, verkauft sie seinen Lieblingsbecher und schmeißt die Fotoalben aus dem Fenster.

Auf der Dachterasse ist es alleine schön. Sie sieht den Himmel. Und im Himmel das Blau seiner Augen.

Mit diesem Blau im Sinn vergeht die Zeit.

Als es irgendwann im November klingelt, hat sie ihn schon fast vergessen. Dann macht sie die Tür auf und er steht da.

Ein Kuss von damals. Zart wie Federn.

Er ist ihr Leben. Er ist der einzige, den sie will.

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Sie ist sein Leben. Sie ist die einzige, die er will. Sie ist weg.

Er weint den ganzen Tag nur noch. Steht morgens auf, um sie zu vermissen. Schläft ein, um von ihr zu träumen.

Wenn er in der Stube sitzt, sieht er die Bilder vor sich. Von ihr, wie sie den Tee in ihre Lieblingstasse gießt. Umrührt. Vier Mal gegen den Uhrzeigersinn.

Er geht abends aus. Ist die ganze Nacht weg. Von einer Bar zur anderen.

Ihre Freunde mögen ihn nicht. Er mag ihre Freunde nicht. Noch nie. Wenn sie sich begegnen, grüßen sie einander.

Manchmal ist er am Wasser. Besonders an den kalten Tagen. Unten am Fluss. Sein Mantel fliegt und die Augen tränen vom Wind. Dann legt er sich auf die Bank, auf der sie immer gemeinsam lagen.

Nachmittags sprüht er Menthol. Für einen Grund zum Weinen.

Ab und zu dreht er sich um seine eigene Achse. Mindestens einundfünfzig Umdrehungen. Dann knarzt das Parkett.

Im Vorbeigehen beobachtet er die Menschen. Wenn er jemanden entdeckt, der ihr ähnlich ist, lächelt er.

Am liebsten trinkt er Rotwein. Davon bekamen sie immer so einen Kopf. Und schwebten die ganze Nacht.

Seit neustem trägt er oft das dunkle Hemd, das sie so sehr an ihm mochte. Und lässt den Kragen oben. Damit es manchmal im Nacken kitzelt und er an ihre Nasenspitze denkt.

Weil sie nicht mehr kommt, verkauft er ihre Lieblingstasse und schmeißt die Bilderrahmen aus dem Fenster.

Im Garten ist es alleine schön. Er sieht die Bäume. Und in den Bäumen das Braun ihrer Augen.

Mit diesem Braun im Sinn vergeht die Zeit.

Als er irgendwann im November klingelt, hat er sie schon fast vergessen. Dann geht die Tür auf und sie steht da.

Ein Kuss von damals. Zart wie Federn.

Sie ist sein Leben. Sie ist die einzige, die er will.

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1 Antworten

Kommentare

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    Schöner Text.. gefällt mir. Vor allem wohl die Art zu schreiben. Kurz und gut. Knapp gehalten.

    26.12.2008, 17:00 von To_be_crazy
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