ElMiraSol 26.03.2018, 22:18 Uhr 3 0

Antworten

Und da sitz ich nun und trinke Ingwertee.

Eigentlich trinke ich ja Kaffee. Gerne Schwarz und gerne viel. Dieses seltsame Ingwer-Wurzelding habe ich bisher immer verächtlich links liegen lassen beim Einkaufen.

Wochen-, sogar monatelang habe ich mit mir gerungen. Ich wollte dich kennenlernen, aber nur ein bisschen. Ich wollte mit dir schlafen, aber nur mal zum Ausprobieren. Ich wollte dich treffen, aber nur als guten Freund. Ich wollte mit dir mein liebstes Hobby teilen, aber nur sporadisch.

Du warst immer da. Für alles, was ich wollte und konnte und das andere hast du dir einfach aufgespart. Ich war nie alleine, ich habs nur nicht richtig bemerkt. Du hast mir regelmässig Nachrichten geschickt, mal ein Foto, mal eine Idee, mal ein Gedanke, der dich beschäftigt hat. Keine zu langen Nachrichten und keine zu aufdringlichen. Mal hast du mir ein Buch ausgeliehen und mal ein Nachtessen gekocht. Kein aufwändiges, keines mit Kerzen, sondern eines mit gestapelter Post neben den Tellern auf dem schmalen Küchentisch mit den zwei Barhockern. Es war in Ordnung, wenn ich keine Zeit hatte und es war in Ordnung, wenn ich nicht bleiben wollte.

Du warst wie ein Schatten in meinem Leben. Immer da, mal sichtbarer, mal weniger, aber konstant und beständig. 

Dann das Wochenende im Süden. Als Freunde. Da hast du was bewegt. Du hast es geschafft, die Türe einen Spalt zu öffnen. Mit deinem Schalk und deiner Gelassenheit, mit deiner Spontaneität und deiner Wärme.

Von da an habe ich angefangen, dich anzusehen, dich zu entdecken. Deine Verschmitztheit, dein rabenschwarzer Humor, dein leises Lachen. Deine Gutmütigkeit und Grosszügigkeit, dein Verständnis und deine Ruhe. Diese unendliche Ruhe. Woher du die wohl hast?

Und trotzdem. Immer dieses Schwanken, immer diese Unsicherheit. Ich möchte Nähe, aber doch gerne genug Distanz. Ich möchte dich sehen, aber nicht zu viel. Ich wollte unsere Beziehung offen lassen. Sie gar nicht als Beziehung definieren. Ich wollte gar nichts definieren. Und du hast mich gelassen. Hast mich nicht definieren lassen, mich frei sein lassen und mir in meiner ganzen Unsicherheit immer eine ruhige Insel geboten, mich gehalten und nie ganz losgelassen.

Was bin ich dir dankbar dafür. Und wie traurig bin ich jetzt. Ich vermisse dich so sehr, dass es weh tut. Jetzt, wo du weg bist, hänge ich Fotos auf von dir, trage deine Jogginghose und trinke Ingwertee. Richtig scharf, nur so entfaltet er seine tatsächliche Wirkung, sagst du. Ich vermisse dich sehr. So sehr, dass es weh tut. Und ich bin dir trotzdem fast dankbar dafür, dass du gegangen bist.

Die Türe ist weit offen, das weiss ich jetzt. Ich habe Antworten. Auf deine Fragen und vor allem auf meine eigenen. Ich sehe sie plötzlich vor mir. Sie sind ganz einfach und waren trotzdem so schwierig zu finden. Ich hoffe, du willst sie noch hören, diese Antworten. Ich bin bereit, sie dir zu geben. Auch wenn diesmal ich diejenige bin, die warten muss. Bis es so weit ist, bin ich dein Schatten. Ich bin bei dir, solange wie es eben dauert.

Ich bin bei dir!

3 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    VPN is an excellent subscribed virtual private network which is primarily on privacy.

    best kodi vpnbest kodi vpn

    18.06.2018, 09:02 von Ramkissoon
    • Kommentar schreiben
  • 0

    To play games outdoor, you should have the tools, and you need to set the time and place. free playstation codes

    06.06.2018, 13:07 von qwaszx
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Like many other blogs this blog is also a good and the productive blog. Readers should try to utilize the idea of this blog in uk essays. In this way students will enhance the quality of this blog which is so good for them and bloggers.

    19.05.2018, 19:10 von Georgte
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare