zumondundniezurueck 29.01.2013, 22:41 Uhr 13 8

An und für dich

Sie sagen, ich sei herzlich grausam.

 

Du hast mal mein Herz berührt, jetzt berührst du nur noch meinen Magen. Ich könnte kotzen. Ich vermeide seit geraumer Zeit dich zu sehen. Das klappt gut. Ich würde dich nicht mal sehen, wenn du direkt vor mir stehen würdest. Der, den ich sehen wollte, ist gegangen, also was willst du? 

Melden musst du dich auch nicht mehr, ehrlich. Deine Nummer hätte ich gerne ganz dramatisch verbrannt, aber das hätte mein Handy nicht mitgemacht. Neumoderne Technik besteht auf ‚löschen’. Also hab ich dich gelöscht. Schade eigentlich, ich hätte dich lieber verbrannt. 

Du schreibst mir trotzdem. Facebook. Ich habe viele Freunde auf Facebook, aber nur, weil ich auch viele Menschen auslache. Dich auch. Plopp – Chatfenster. Früher hätte es mir den Atem verschlagen, jetzt verschlägt es mir nur noch den Appetit. Nein, geh weg, schließen. Ich hab dich wirklich gebraucht, aber dann ist mir aufgefallen, dass ich auch den Fernseher anmachen kann, wenn mir nach plumpen Gefasel ist.

Du bist wie ein unbeschriebenes Blatt. So schön und so einseitig. Ich lese lieber Bücher musst du wissen.


Tags: höhö, Dieses ganze Rumgeheule ist ja nicht zum Aushalten, Langweile
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13 Antworten

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    also, äh, is das eine abrechnung? eine geschichte? ist da eine handlung drin?

    30.01.2013, 18:52 von impact
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      Nein, das ist einfach eine Gegenreaktion zu dem ganzen übertriebenen Ich-vermisse-dich-so-sehr-oh-mein-gott-ich-sterbe-so-blabla. (Also nicht, dass ich das nicht mag, aber irgendwo reichts auch)

      Wobei man sich in allem, was man schreibt, ja auch immer irgendwo selbst beschreibt.

      30.01.2013, 22:00 von zumondundniezurueck
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    love it! Sprichst mir aus der Seele :-)

    30.01.2013, 18:07 von enila-
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      Oh Hilfe, ein Paradoxon. Welch unbekanntes Stilmittel.

      30.01.2013, 17:13 von zumondundniezurueck
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      Nicht alles, was du nicht verstehst, ergibt keinen Sinn.

      30.01.2013, 21:30 von zumondundniezurueck
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      Ein unbeschriebenes Blatt ist leer, rein, inhaltslos. Es hat keine andere Seite, weil da eben nichts anderes ist. Bücher sind vielseitig im wörtlichen Sinne, also das Gegenteil von einseitig. Die stehen hier natürlich metaphorisch für facettenreiche Menschen.


      Ja, ich weiß, das ist nicht übermäßig tiefgründig und ist okay, wenn du's nicht magst, aber ist halt nicht so, dass ich mir nichts dabei gedacht habe. :D

      30.01.2013, 21:50 von zumondundniezurueck
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      Ich glaube, ich war gedanklich auch sehr bei meinen Buchseiten. Wenn man da ein Blatt 'rausreißt, sagt man ja auch, man hat eine Seite raußgerissen und nicht zwei. Ja, naja, stimmt..egal.


      Ich fühl' mich gerade ein bisschen doof, weil ich das dann ja ganz falsch aufgefasst hatte. Tut mir leid.

      Ohja, hat definitiv was faszinierendes. :)

      30.01.2013, 22:59 von zumondundniezurueck
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  • Satt, aber sexy

    Vergiss die Clubs der Hauptstadt, vergiss die Galerien – die wildeste Party Berlins findet ganz woanders statt: in den Straßen, auf den Tellern.

  • Auffällig unauffällig

    Spezielle Schminktechniken sollen Gesichtserkennungssoftwares überlisten. Doch wie unsichtbar macht dieses sichtbare Make-Up wirklich?

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