An und für dich
Sie sagen, ich sei herzlich grausam.
Du hast mal mein Herz berührt, jetzt berührst du nur noch meinen Magen. Ich könnte kotzen. Ich vermeide seit geraumer Zeit dich zu sehen. Das klappt gut. Ich würde dich nicht mal sehen, wenn du direkt vor mir stehen würdest. Der, den ich sehen wollte, ist gegangen, also was willst du?
Melden musst du dich auch nicht mehr, ehrlich. Deine Nummer hätte ich gerne ganz dramatisch verbrannt, aber das hätte mein Handy nicht mitgemacht. Neumoderne Technik besteht auf ‚löschen’. Also hab ich dich gelöscht. Schade eigentlich, ich hätte dich lieber verbrannt.
Du schreibst mir trotzdem. Facebook. Ich habe viele Freunde auf Facebook, aber nur, weil ich auch viele Menschen auslache. Dich auch. Plopp – Chatfenster. Früher hätte es mir den Atem verschlagen, jetzt verschlägt es mir nur noch den Appetit. Nein, geh weg, schließen. Ich hab dich wirklich gebraucht, aber dann ist mir aufgefallen, dass ich auch den Fernseher anmachen kann, wenn mir nach plumpen Gefasel ist.
Du bist wie ein unbeschriebenes Blatt. So schön und so einseitig. Ich lese lieber Bücher musst du wissen.
Tags: höhö, Dieses ganze Rumgeheule ist ja nicht zum Aushalten, Langweile



Kommentare
also, äh, is das eine abrechnung? eine geschichte? ist da eine handlung drin?
30.01.2013, 18:52 von impactNein, das ist einfach eine Gegenreaktion zu dem ganzen übertriebenen Ich-vermisse-dich-so-sehr-oh-mein-gott-ich-sterbe-so-blabla. (Also nicht, dass ich das nicht mag, aber irgendwo reichts auch)
love it! Sprichst mir aus der Seele :-)
30.01.2013, 18:07 von enila-lustige Tags :-)
29.01.2013, 23:39 von jetztaufimmerDas Blatt, das einseitig ist, würd ich ja gern mal sehen.
29.01.2013, 23:37 von forstOh Hilfe, ein Paradoxon. Welch unbekanntes Stilmittel.
30.01.2013, 17:13 von zumondundniezurueckNicht alles was keinen Sinn ergibt, is ein Paradoxon.
30.01.2013, 18:01 von forstNicht alles, was du nicht verstehst, ergibt keinen Sinn.
30.01.2013, 21:30 von zumondundniezurueckHihi. Na gut:
Weihe mich ein, in die Tiefen dieser beiden Sätze.
30.01.2013, 21:35 von forst
Ein unbeschriebenes Blatt ist leer, rein, inhaltslos. Es hat keine andere Seite, weil da eben nichts anderes ist. Bücher sind vielseitig im wörtlichen Sinne, also das Gegenteil von einseitig. Die stehen hier natürlich metaphorisch für facettenreiche Menschen.
Vielen Dank.
30.01.2013, 22:19 von forstHm…Naja soweit war ich auch. Im Grunde isses ja nur ein kleines Wortspiel mit den Bedeutungen von „einseitig“. Die eine davon macht Sinn (facettenarm vs. facettenreich), die andere nicht (was dein Wortspiel in meinen Augen noch lange nicht zu einem Paradoxon macht, weil dein „einseitig“ ja eigentlich vorrangig die Facetten-Aussage bedient, oder nich? Egal, Ansichtssache).
Für mich ausschlaggebend für einen Kommentar war aber nicht, dass das, wenn man alles viel zu genau nimmt, paradox klingt, sondern dass ich die Idee eines einseitigen Blattes ernsthaft spannend fand.
Hab mal ernsthaft drüber nachgedacht und erst sind mir nur ein- oder zweidimensionale Blätter eingefallen, aber dann bin ich auf die Idee hier gekommen und das fand ich dann so facettenarm auch wieder nicht. :)
Ich glaube, ich war gedanklich auch sehr bei meinen Buchseiten. Wenn man da ein Blatt 'rausreißt, sagt man ja auch, man hat eine Seite raußgerissen und nicht zwei. Ja, naja, stimmt..egal.
Haha. Ne hattest schon recht, ich wollte dich eigentlich nur provozieren. ^^ Umso verlockender, weil du dann auch noch so patzig gekontert hast. Aber ich fands echt gut gelöst von dir. Kompliment.
31.01.2013, 01:48 von forstÜber das Blatt hab ich zwar wirklich nachgedacht, aber das kam erst später. :)