An und Aus
Ich hab versucht, mir einzureden, dass du ja eigentlich gar nicht so schön bist [...] und das wir nicht füreinander bestimmt sind (Phillip Poisel)
Es ist nicht so, als könnte ich nicht ohne dich leben und es ist auch nicht so, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht an dich denken muss.
Ich kann lachen und tanzen und feiern ohne dich. Ich habe gelernt, wie es ist, ganz ohne dich. Ich kann mit mir selbst allein sein, ich kann Musik hören, ohne jeden Ton mit dir zu verbinden. Ich kann andere Jungen küssen und mich in sie verlieben, ich kann an sie denken, ganz ohne sie mit dir zu vergleichen.
Ich kann deinen Namen sagen, ohne dass mein Herz daran zerbricht, ganz ehrlich, eigentlich vermisse ich dich nicht.
Ich kann nur jedes mal, wenn ich deinen Geruch irgendwo aufschnappe für ein paar Sekunden nicht mehr atmen. Und dann muss ich für den Rest des Tages an dich denken. Dann kann ich abends nicht einschlafen und dann hole ich deinen Pullover aus meinem Schrank und ziehe ihn zehn mal an und wieder aus. Weil ich am liebsten in dich rein kriechen würde und es gleichzeitig nicht ertrage, etwas von dir so nah bei mir zu haben. Wo du doch so weit weg bist.
Dein Geruch ist das schlimmste, weil alles andere verschwunden ist. Ich weiß nicht mehr die Farbe deiner Augen und ich weiß nicht mehr, wie es klingt, wenn du lachst. Ich hab vergessen, wie es sich anfühlt, mit den Fingern durch dein Haar zu fahren oder wie du aussiehst, wenn du schläfst.
Ich erinnere mich nur an deinen Geruch und an das Gefühl, wenn mein Kopf auf deiner Brust oder deiner Schulter lag. Daran denke ich, wenn mich jemand nach dir fragt oder mir jemand von dir erzählt, daran denke ich, wenn ich traurig bin und manchmal träume ich davon.
Und daran habe ich gedacht, während du mir gesagt hast, dass du mich nie vergessen hast, dass du mich seit so langer Zeit vermisst und oft an mich denkst. Daran habe ich gedacht, als du gesagt hast, dass dir klar geworden ist, dass du in all der Zeit in jedem Mädchen nach mir gesucht hast, aber nie fühlen konntest, was du bei mir gefühlt hast. Daran hab ich gedacht, als ich mich gefragt habe, ob ich dir glauben kann oder nicht. Und daran denke ich jetzt, wo ich weiß, dass du gerade wieder bei einer anderen suchst, was du nur bei mir finden kannst und ich liege wach in meinem Bett, ziehe deinen Pullover an und aus und aus und an und mir zerbricht mein Herz.
Es gibt so vieles, was ich kann, ohne traurig zu sein, ohne dich zu vermissen, ohne auch nur an dich zu denken. Ich habe so viel erlebt, ohne dich, was mich glücklich gemacht hat. Ich habe nur einfach nie aufgehört, dich zu lieben und das einzige, was ich nicht kann, ist mir einzureden, dass du mir nicht fehlst.




Kommentare
Das ist sehr schön geschrieben und geht mir nah.
01.01.2011, 23:30 von alwaysthesamesuper gut. macht mich traurig und erinnert mich an mich selbst...
23.07.2010, 16:06 von Initcha@Initcha Ich habe nur einfach nie aufgehört, dich zu lieben und das einzige, was ich nicht kann, ist mir einzureden, dass du mir nicht fehlst.wie du mir doch aus der seele sprichst....
03.09.2010, 16:39 von Herz.DameDu beschreibst wunderschön, wie es sich "an - aus" fühlt ;) Für mich strahlt es Stärke und Schwäche zugleich aus. Mir gefällt es.
23.07.2010, 11:19 von drachiloonchen@drachiloonchen ..als hättest du kurz in mein Herz gespickt!
23.07.2010, 13:56 von EribeeriJa, allerdings.
23.07.2010, 08:11 von ilikeloudcolours"Ich kann nur jedes mal, wenn ich deinen Geruch irgendwo aufschnappe für ein paar Sekunden nicht mehr atmen"
23.07.2010, 03:28 von DOLLABABYTraurig macht mich dieser Text ,
ich weis nicht ob es die Tatsache ist , dass wir O3 Uhr Nachts haben und dass die Zeit für traurige Gedanken ist, oder einfach nur diese Hilflosigkeit in diesem Text . Wobei ,ich dass nichtmal Hilflosigkeit nennen würde,
dieses" gefangen sein ".
Aufjedenfall ist mir der Text sehr nah gegangen , und sehr schön geschrieben nicht überdrosselt aber auch nicht einfach hingeschmiert . (:
@DOLLABABY Genau dieses Zitat hat es mir auch angetan.
27.07.2010, 16:23 von mia_pfefferminzaEs ist wunderschön. Ja, wunderschön. Und es löst einen Kloß aus, im Hals. Einen ziemlich großen sogar.