spielmirdaslied 06.01.2017, 20:06 Uhr 0 1

An einem Januar im Bett

Hallo Realität. Du hast lange auf mich gewartet.

Januar 2017

Ich behaupte nicht alles zu wissen oder dass das was ich denke auch der Realität entspricht. Wenn ich alleine in meinem Zimmer bin habe ich Gedanken über Gedanken, Träume, Ereignisse aus der Vergangenheit, ich analysiere Menschen aus meinem Leben oder habe einfach ganz normale Fantasien. Gedanken die man alleine für sich hat sind das innerste was eine menschliche Seele zum Ausdruck bringen kann. Glaube ich jedenfalls. Es sind weniger echte Gefühle, die spielen sich draußen ab und werden erst später bei Alleingängen verarbeitet. Es besteht ein physischer Abstand der viele Dinge klar werden lässt. Natürlich kann man sich hier auch täuschen und seine Gedanken zum persönlichen Vorteil verbiegen. Aber das ist doch das schöne. Man lebt in seiner eigenen Traumwelt, und nichts und niemand kann diese zerstören.

Zurück zur Realität.

Oder auch nicht.

Wage ich es oder nicht? Was hat man zu verlieren? Nichts materielles aber dafür ein Stück seiner selbst. Außer man ist stark genug um es abzuwehren, aber ist man das? Und woher weiß ich das? Natürlich kann man es nur herausfinden wenn man es ausprobiert. Aber dazu gehört viel Mut, Kraft und man muss sich hundertprozentig sicher sein. Ein doofes Wort. Wer ist schon 100% ig sicher. Ich mochte Mathe noch nie besonders gerne. Also kein guter Anfang.

Ich hätte ihn gerne hier bei mir liegen. Neben mir. Ohne Worte. Tiefe Blicke die viel aussagen. Zärtlichkeit während draußen das Leben und das Wetter tost.

Ich wäre gern bei ihm. In der Nacht, wenn alles schläft. Ein Glas Wasser in der Küche weil ich nicht schlafen kann, an ihn denken muss. Was wäre wenn. Er sieht das Licht und kommt rein. Nimmt mich in den Arm und lächelt. Wir umarmen uns ganz lange, wiegen uns im Kreis und lassen die Welt um uns herum still stehen. Unschuldig wie die Nacht.

Komm zu mir.

Was denkst du? Wie denkst du? Was denkst du über mich? Ich will es wissen will es herausfinden aber kann keine Gedanken lesen. Ich selber lasse keine Gedankenlesegänge zu. In der Realität schalte ich ab. Lasse nichts zu. Kein Blick, kein tiefer Ausdruck, schütze mich selbst während ich mich selbst verletze. Wer macht das mit mir und warum? Wieso ist es so kompliziert wenn es so einfach sein kann? Wer hat sich das ausgedacht? Was passiert in unseren Köpfen was dies auslöst?

Ich bin in meinem Zimmer und denke nach. Und denke und denke und nichts passiert. Die Welt draußen lebt weiter während ich meinen Gedanken nachhänge. Ich stehe auf, zieh mich an, nehme den Schlüssel und schließe die Tür hinter mir. Hallo Realität. Du hast lange auf mich gewartet.

1

Diesen Text mochten auch

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare