adressat_unbekannt 07.09.2006, 22:32 Uhr 16 8

Am Ende liege ich immer in deinem Bett...

Wie es ist, wenn die Liebe dir deinen Verstand raubt.

Die Lampen leuchten matt, im fahlen Licht bewege ich mich auf der Tanzfläche. Ein Freund hatte Geburtstag. Danach ab in den Club. Ich bin betrunken, komme aber klar. Du schaust mir vom Rand zu und lächelst. Du lächelst seit vielen Monaten, doch deine Stimme kenne ich nicht. Dann bewegst du dich, kommst auf mich zu und tanzt mit mir. Ohne ein Wort. Ein schönes Lächeln. Du siehst amüsant aus, wie du dich bewegst. Kein geborener Tänzer, aber ich finde es anziehend. Wir müssen beide oft lachen, worüber? Das wissen wir beide nicht genau. Dann sagst du etwas, willst mir etwas ausgeben. An der Bar reden wir. Über Schule. Daher kennen wir uns. Doch viel sagen können wir nicht, wir lachen zu oft. Wieder auf der Tanzfläche, wir tanzen eng. Nase an Nase. Deine Augen leuchten. Ein Kuss? Du kommst näher und flüsterst „Ich kann nicht, ich habe eine Freundin, deswegen habe ich dich niemals angesprochen“. Mein Magen zieht sich zusammen, doch ich lächle nur und nicke. „Wir tanzen doch nur.“ Wieder das Lachen. Der Abend, wie eine Ewigkeit. Zum Abschied nur ein Winken. Im Taxi trauern. Doch den Abend im Herzen einschließen. Ich wünsche dir und deiner Freundin viel Glück.

Ein paar Tage später. Eine Nachricht von dir. Du hast deiner Freundin von mir erzählt. Sie ist ausgerastet und hat dich verlassen. Mein Herz macht einen Hüpfer. Doch wieso? Wir haben doch nur getanzt. Du antwortest nur „Aber wie wir getanzt haben!“ Du erzählst mir von Partys und Situationen in denen du mich gesehen hast und das ich dich dort nie nicht wahrgenommen habe. Du gibst mir das Gefühl für dich genauso unerreichbar gewesen zu sein, wie du für mich. Doch das weißt du nicht. Wir reden über eine Studentenparty am nächsten Wochenende. Wir sagen beide, vielleicht gehen wir hin. Doch es steht fest, dass wir uns dort sehen.

Es ist Wochenende. Auf der Party finden wir uns sofort. Wir tanzen, lachen und trinken. Wir berühren uns, ständig, haben nur Augen für uns, du willst mich küssen. Ich schüttle nur mit dem Kopf. Will nicht, dass alles so schnell geht. Es ist spät, wir sitzen vor dem Gebäude, unterhalten uns. Es wird hell. Willst mich immer wieder küssen. Ich will nicht nur rummachen. Du erzählst von deiner Beziehung und sagst mir, dass du erstmal für eine lange Zeit keine mehr haben willst. Mein Magen krampft, ich habe einen Klos im Hals, doch ich lächle und nicke. „Das ist doch verständlich nach 2 Jahren.“ Entgegen aller Vernunft fahre ich mit zu dir. Erst bei dir küssen wir uns. Reden die ganze Nacht.

Der nächste Morgen. Du willst mich nicht gehen lassen. „Noch ein Kuss! Noch fünf Minuten.“ Zum Essen mit meiner Familie, anderthalb Stunden zu spät. Ich kämpfe mit dem Essen, mit meinen Gedanken. Am Abend deine Abi-Party. Habe versprochen zu kommen, doch ich muss mit mir ringen. Ich habe Angst vor dir.

Der Abend fängt an. Als du mich siehst, nicht ein Wort. Ein langer Kuss. Wie erschlagen sehe ich dich an, du lachst nur und ziehst mich mit. Stellst mir deine Freunde vor. Viele sind auch meine Freunde. Es ist dein Abend und der deiner Leute. Doch du kümmerst dich nur um mich. Wieder tanzen, lachen und trinken. Diese Harmonie mit dir ist erstaunlich und so neu. Du küsst mich vor all diesen Leuten. Deine Ex wird uns umbringen. Wieder früh, als wir bei dir ankommen. Keiner kann sich zurück halten. Dieses Verlangen. Diese Harmonie. Wie in einer anderen Welt. Den nächsten Tag,Pizza zum Frühstück. Bis Abends im Bett. Wieder lässt du mich nur schwer gehen. Ich bin verwirrt. Du tust so gut.

Tage später. Wir sitzen im Kino. Du willst reden. Sagst, dass du es dir mit mir nicht verscherzen möchtest, doch eine Beziehung willst du nun mal nicht. Ich will schreien, gehen. Doch ich lächle wieder und küsse dich. „Mach dir nicht so viele Sorgen!“ Zwei Wochen vergehen. Wir sehen uns oft. Es geht um Sex. Für dich. Meine Gefühle fahren Achterbahn. Doch ich kann nicht anderes. Jeden Tag denke -ich sag nein, tu es nicht, das macht dich krank-. Doch dann, deine Stimme. „Kommst du vorbei?“ Und immer wieder „Ja.“ Ich kann einfach nicht anders. Zu Hause weine ich. Bei dir lache ich. Wir sehen uns nur wenn dir es passt, solange es dir passt. Nach den zwei Wochen komme ich zu dir. Fest entschlossen Alles zu beenden. Am Ende liege ich in deinem Bett. Doch du weißt es war das letzte Mal für mich. Du weißt du machst mich kaputt.

Vier Tage ohne Kontakt. Bei einem Freund sehen wir uns. Wir sind nett zu einander. Ich gehe dir aus dem Weg. Ein paar Bier und ich kann nicht mehr. Wir lachen wieder wie am ersten Tag. Du sagst du willst reden. Sagst ohne mich geht es nicht. Du willst nicht nur Sex mit mir. Du willst alles anders machen. Mein Herz strahlt, genauso wie ich. Dann sagst du es soll inoffiziell bleiben, willst deiner Ex nicht weh tun. So kurz nach ihr jemand neues. Ich akzeptiere das. Öffentlichkeit ist nicht wichtig. Du bist wichtig. Mit dir mache ich Dinge, die ich so noch nie erfahren habe. Alle Hemmungen verloren. Bei meiner Vergangenheit erstaunlich.

Zwei Monate machst du mich glücklich. Zwei Monate die ich mit niemandem tauschen möchte. Ich habe nur Augen für dich. Meine Freunde warnen mich. „Du bist doch nur die Übergangsfreundin! Nach einer so langen Zeit will er doch nur nicht alleine sein!“ Nein, es ist was Besonderes. Du bist was Besonderes.
Dann meldest du dich nicht mehr. Bist ein paar Tage in einer anderen Stadt. Sagst mir nichts davon. Ich bekomme eine E-Mail. Du hast keine Lust mehr auf unser Techtelmechtel, wie du es nennst. Es dauert schon zu lange. Ich schreie, heule.

Es regnet, ich sitze mitten im Wald. So betrunken war ich schon lange nicht mehr. Meine verschwommene Begleitung lächelt mich mitleidig an. Ob ich noch weine weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch nur noch der Regen. Ich schwöre mir, du bist es nicht wert noch freundlich zu dir zu sein.

Wieder sehen wir uns in dem Klub. -Ich werde nicht mit dir reden, ich werde dich anschreien-. Du kommst auf mich zu lächelst ängstlich. „Alles klar?“ -Schrei ihn an, schrei ihn an-. „Ja!“ sage ich und lächle dich an. Es ist wie immer. Am Ende liege ich in deinem Bett. Ohne dich weine ich wieder.

Doch am Ende werdeich immer in deinem Bett liegen.

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16 Antworten

Kommentare

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    hui. ._.

    22.04.2007, 00:12 von herz.
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    zum Glück sorgen gewisse Schicksalsschläge, für Veränderungen die man eigenmächtig, nicht hätte erzeugen können.

    06.12.2006, 22:20 von ausgezeichnet
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    ein schöner text der zeigt das es schwierig ist wenn der kopf und der bauch nicht die selbe sprache sprechen...
    liegst noch immer in seinem bett?
    liebe grüße

    25.10.2006, 23:52 von Josephin
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      @Josephin Sein Bett steht jetzt zu weit entfernt, was wahrscheinlich das Beste für uns beide ist!
      Danke für die lieben Kommentare.

      27.10.2006, 13:24 von adressat_unbekannt
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    Sehr schön geschrieben, doch leider auch sehr traurig!

    13.10.2006, 14:06 von tin08kl
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    oh je, wie traurig schön.
    ich versteh es sehr gut, andauernd hingehalten zu werden und im nächsten moment wieder fallen gelassen zu werden. besonders die worte, du fehlst mir so sehr und ich kann ohne dich nicht leben, liegen immer noch in meinen ohren. ma fühlt sich so geborgen, wenn er vor anderen leuten zu einem steht und einen sogar küsst - doch dann lässt er dich doch immer wieder fallen. und später liegt man doch in seinen armen... schöner text!

    11.10.2006, 22:21 von salzstange.
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    Oh man das ist echt sehr sehr traurig, lass dich nicht so mitreisen von dem.
    Ich weiß das es schwer ist, mir gings genauso wie dir kannst ja mal meinen Artikel lesen.

    Alles Gute, Danny

    10.10.2006, 19:24 von HeavenKnowS
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    sehr schöner text... letzten montag ging es mir genauso. kenne ihn jetzt seit über einem jahr. ein jahr voller freude, lügen und enttäuschungen. grade sonntag morgen bekomme ich eine sms : lass meinen freund in ruhe!...von seinem handy. montags wollten wir uns treffen. ich fahr hin. will ihm ins gesicht sehn ob er mich wieder angelogen hat. da sitzen wir nun auf seinem bett. reden...er sagt es war nur geknutsche für einen abend...kann ich ihm glauben?! in den moment wird mir klar, wenn ich jetzt geh, gehe ich für immer. ich kann es nicht. ich liebe ihn doch. und wie gesagt ich wollte alles beenden, wenn es da überhaupt was zu beenden gibt. aber auch ich lande nur wieder in seinem bett...

    08.10.2006, 21:43 von hang-loose
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    das mag sich jetzt kalt und machomäßig anhören, aber: die entscheidung liegt bei dir. warum beklagst du dich?

    28.09.2006, 15:08 von Thelonious
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      @Thelonious Ich habe mich nicht beklagt! Ich habe geschrieben wie es mir zu der Zeit ging...

      29.09.2006, 17:13 von adressat_unbekannt
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      @adressat_unbekannt bin sehr dankbar, dass du es geschrieben hast, spricht mir aus der seele. außerdem bleibt einem eben immer die hoffnung, dass "er" sich doch noch für gefühle entscheidet, solange man nur aushält. deshalb ist es schwer, die entscheidung zum eigenen schutz zu treffen...

      06.10.2006, 09:48 von corddyn
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      @corddyn tut mir leid, das verstehe ich nicht ... vielleicht muss man erst ein bisschen älter werden, ehe man durchschaut, dass gefühle entweder gleich da sind oder eben nie.

      06.10.2006, 13:20 von Thelonious
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      @Thelonious Das ist mir auch passiert: Am Ende landete ich immer wieder in seinem Bett.
      An Thelonius: Ich stimme dir zu, dass man sich fuer Gefuehle nicht "entscheiden" kann, sie muessen da sein. Sie koennen jedoch wachsen und stark werden. Denn das hab ich letztendlich erlebt. Und auch heute bin ich immer wieder in seinem Bett, aber auch in einer festen Beziehung. Natuerlich geht es nicht immer so gut aus und man sollte sich auch keine zu grossen, vielleicht falschen Hoffnungen machen, aber die Gefuehle anderer kann man letztendlich nicht beeinflussen.
      Ansonsten schoener Text!

      11.10.2006, 23:42 von Petit_Lama
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