All die Möglichkeiten
"Wir waren die ersten, die kamen - die letzten, die gingen. Verschlafen in den S-Bahnsitzen" (Kettcar - Ausgetrunken)
Damals, als wir uns haben konnten, wann immer wir wollten, ein Zeichen hinterließen, wann immer uns danach war
und uns nicht zu vermissen brauchten. Damals, als wir des Anderen Gedanken waren und kaum Platz ließen für andere.
Ja damals, als wir gemeinsam betrunkene Nächte verbrachten.
Wir tranken nicht, weil wir uns sahen. Und sahen uns auch nicht, weil wir tranken.
Vielmehr half der Alkohol, das anzudeuten, was man sagen wollte.
Half sich so zu verhalten, wie man eigentlich sein wollte.
Wir machten ein Geheimnis drum. Wollten dem Anderen verbergen,
was wir doch eigentlich zu gestehen versuchten.
Es lag in der luft, umgab uns. Es war unaussprechlich und doch sprachen
wir es stumm aus.
Es war alles da. Zum Greifen nah.
Doch keiner ergriff die Chance,
keiner nahm sich die Liebe.
Ich packte die Möglichkeiten, ja all die Möglichkeiten, die ich sorgsam ausgemalt hatte wieder weg und ließ dich gehen.
Während ich weiterging, blickte ich mich noch mehrmals um,
doch jedesmal wurde der Abstand größer, deine Konturen kleiner.
Ich ging ganz weit hinaus,
lief Wege entlang, die ich nicht kannte
und versuchte mich nicht mehr umzudrehen,
aber ohne dich bin ich nicht vollständig.
Ich kehre um,
werde dich suchen,
bis ich dich finde, irgendwann.
Und dann werde ich es mir nehmen.
Und wir werden zurückkehren zu den Orten von damals.
Ja damals, als ich dir mein Herz ohne Bedenken gab.




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