Reniiih 17.11.2012, 12:07 Uhr 2 3

Abschiedsbrief

All das, was mir von dir fehlt. All das, was ich an Dir liebe.

 
Deine Hände, die schützend einst meine hielten. Auch wenn ich mich oft über sie lustig machte, liebte ich sie. Liebte, wie du mich hältst, mich berührst, selbst wie du mir die letzten Tränen aus dem Gesicht gewischt hast.

Deine Augen, voller Liebe, mittlerweile ein Blick ins Leere.

Deine Umarmungen, voller Wärme, beschützten mich vor dem Fall. Fest und innig, machten sie mich stark. Machtest Du mich stark. Doch losgelassen, zusammengebrochen.

Dein Lachen, ein Zeichen von Wohlbefinden und Freude. Gemeinsame Freude? Sie ist weg. Erloschen, wie das Lachen, dass ich nicht mehr sehe.

Deine Musik, vielleicht nicht für jeden gemacht, für mich perfekt.

Deine Nase, immer leicht links.

Deine Lippen, sinnlich küssten sie meine. Müssen sich jetzt fremd werden. Neue Lippen kennenlernen? Bislang wartend, noch auf deine.

Dein Geruch, an der Schläfe am intensivsten.

Deine Stimme, tief, verraucht, beruhigend. Keine schönere wiegte mich in den Schlaf.

Dein Auto, hätte es ohne dieses jemals eine Verbindung gegeben? Ich schätze nicht.

Dein Zähneknirschen,  holte mich nicht nur einmal aus dem Schlaf. Hm. Irgendwie komisch, dass genau dieser Punkt mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Vielleicht die Tatsache, dass ich nicht die einzige mit Macken bin. Deine liebe ich. Leider.

Deine Art Probleme zu lösen, komplizierter geht es nicht. Dabei schaute ich dir oft belustigend über die Schulter.

Dein Weg zum Traumberuf, ich war dabei, begleitete dich auch wenn du dabei nie auf mich gehört hast. Aber wieso auch? Du kannst das schließlich auch alleine. Jetzt muss ich ran an meinen Weg. Ob ich das auch so schaff, wie du?

Die Art von Lässigkeit, als du mich total betrunken abholen musstest. Jeder andere Freund würde seiner Freundin erst mal eine Rede von Benehmen halten. Du warst einfach nur da für mich.

Deine Art, wenn du Alkohol trinkst. Tausendmal bekam ich zu hören, wie sehr du mich liebst. Deine schmutzigen Gedanken, laut gedacht.

Ich könnte immer weiter schreiben, ohne sicher zu sein, dass es jetzt wirklich der letzte Punkt war. Bei jedem liefen Tränen, aber auch ein Lachen. Das Lachen dafür, dass es eine der schönsten Zeiten bislang in meinem Leben war. Tolle Erinnerungen. Die Tränen für den Abschied. Kein zusammen einschlafen, kein zusammen kochen, kein zusammen weggehen, kein zusammen lieben. Das ‚zusammen‘ fällt weg. Für immer.

Aber wie kann etwas, dass sich immer noch so gut anfühlt falsch sein? Ich kann und werde es nie verstehen, was dich dazu bewegt hat. Vielleicht ist das auch besser so. Vielleicht muss ich jetzt wirklich loslassen. Mich an neues wagen.

Freundschaft jedoch wird in meinen Augen nicht funktionieren. Es verbindet uns zu viel Liebe. Und die Tatsache, dass wir total ungewöhnlich auseinander gegangen sind. Vielleicht ein „Leb wohl.“ oder doch auf das Herz hören?

Ich liebe dich.


Tags: Liebeskummer
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2 Antworten

Kommentare

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    Toll geschrieben.

    29.11.2012, 21:27 von Mann_vom_Meer
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    Schön tiefe Gefühle ausgedrückt, ohne Weinerlichkeit

    17.11.2012, 12:25 von EliasRafael
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