frdabvry 11.12.2016, 22:37 Uhr 21 15

93 Tage - Das Glück zu unseren Füßen

Am liebsten hättest du mich vor 8 Jahren kennengelernt, sagst du und küsst meine Stirn, ich kann nicht zählen wie oft.

Mit Floskeln erregst du meinen Widerwillen, ich begegne dir, aufreizend und viel zu selbstgefällig wirfst du mit Komplimenten um dich. 

Der Gedanke an die Begegnung mit dir auf der Brücke holt mich ein. Erst einmal auf Prüfungen und Studium konzentrieren, sage ich mir. Dann siehst du weiter. Drei Wochen vergehen und ich stehe betrunken um 3 Uhr Nachts vor dem Laden im Norden der Stadt, die Prüfungen hinter mir, Semesterferien und DU vor mir. Ich dachte nicht, dass wir uns wiedersehen. Wir fangen an uns kennzulernen, ohne Apps, ohne Tinder.

Du schiebst mein Fahrrad den Heimweg entlang, an jedem Kiosk noch kurz ein Bier. Bleibst vor deinem Haus stehen, nimmst dein Rollbrett von meinem Gepäckträger und küsst mich zum Abschied. Ich gehe nicht auf deine Einladung ein, sondern laufe in der Morgensonne mit dem Fahrrad Halbkreise die Straße hinunter. 

Wir sehen uns wieder, der Juli meint es gut mit uns. Wir essen Eis, trinken Bier, sitzen am Hafen bis es Nacht wird. Erraten Figuren aus Wolken, du erzählst mir von Parties, Drogen und Mädchen, wir küssen uns auf der Tischtennisplatte, du bringst mich bis vor die Haustür. Ich fühle mich als wäre ich sechzehn.

Ein Urlaub trennt uns, du fehlst mir. Ein unbehagliches Gefühl in meinem Bauch macht sich breit - bald kommst du zurück. Tage vergehen, wir liegen im Park, ich taste mit meinen Augen langsam über dein Gesicht, meine Hände verhaken sich in deinen Haaren. Die Zeit steht still, wir bleiben bis es dunkel wird. Wir laufen nach Hause, du siehst mich immer wieder an, Schaust zu mir runter als würdest du etwas suchen. Am liebsten hättest du mich vor 8 Jahren kennengelernt, sagst du und küsst meine Stirn, ich kann nicht zählen wie oft.

Du verschwindest ein paar Tage, du fehlst mir, hast mir auf dem Küchentisch einen Zettel mit einem zittrig gemalten Herz hinterlassen.

Du liegst auf meinem Schoss, du bist zurück. „erzähl mir etwas“, forderst du. Manchmal kriege ich keinen vernünftigen Satz zu Stande, erzähle wild durcheinander, von meiner Abschlussarbeit, meinen Jobs, Freunden, den letzten Tagen und gleichzeitig habe ich immer meinen Puls in den Ohren. Gelegentlich erzählst du von dir, deine Stimme ist so schön, vermutlich die schönste die ich je gehört habe. 

Wir liegen im Bett, Tage lang, du machst das beste Frühstück. Pfannkuchen & Sekt, ich möchte die Wohnung nie wieder verlassen. Ich habe mal angefangen zu zählen wie oft wir miteinander geschlafen haben, ich lache und lasse es. Manchmal schaffen wir es auch für ein paar Stunden aufs Sofa, wenn wir nicht kochen sondern essen bestellen können wir uns länger nahe sein, du öffnest dem Lieferanten charmant in Unterwäsche. 

Wieder liegen wir im Park, wir beschließen mit Gin zu meinen Freunden zu gehen, du erzählst mir von deiner nächsten Reise in 4 Wochen, du sorgst dich, ich weiß nicht worüber. Du sagst mir immer wieder wie sehr du mich magst und ich denke mir wie sehr ich dich liebe. So plötzlich und bedingungslos. Wir sind betrunken und du weinst, ich frage mich wovor du Angst hast, sagst mir dass ich das Mädchen bin nach dem du immer gesucht hast.

Ein letztes Mal verschwindest du. Schickst mir eine Nachricht und erzählst von dir. Von dir und deiner Freundin. Du schreibst mir dass du nicht mehr in meiner Stadt lebst. Uns trennen jetzt 400 Kilometer. 


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21 Antworten

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    Gelegentlich erzählst du von dir, deine Stimme ist so schön, vermutlich die schönste die ich je gehört habe. 


    Kein Wunder, du lagst ja auch fast immer nur im Bett oder uffm Sofa mit ihm.  Wie sollst du da Leute mit schoenen Stimmen kennen lernen ? :-)

    16.12.2016, 16:21 von Dr_Lapsus
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      Das leuchtet mir auch nicht ein. Man erwartet eine Wendung, und dann ist sie so ... banal :-(

      12.12.2016, 00:35 von alter_hund
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      manch ferne lässt sich in kilometer oder parsec messen.

      12.12.2016, 00:50 von Freyr
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      Da verwechselst Du Zeit und Raum. Zeit spielt für uns keine Rolle. Aber 400 Kilometer sind 400 Kilometer.

      Und sonst nix.

      12.12.2016, 00:53 von alter_hund
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    • 1

      Die Wendung ist banal, Stumpf und unbefriedigend. 


      12.12.2016, 00:54 von frdabvry
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      wer, ich?

      12.12.2016, 00:55 von Freyr
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      ... das mit zeit und raum.

      12.12.2016, 00:58 von Freyr
    • 0

      ... nicht erspart bleiben. ;)

      12.12.2016, 01:00 von Freyr
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      Kettcar anyone? Eine grenzenlose Liebe gegen die paar hundert Kilometer

      30.12.2016, 11:39 von PinkahPandah
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    • 0

      Aber natürlich nicht. Ich hab lediglich ein Liedzitat in den Raum geworfen. Ich werfe gerne Dinge.

      30.12.2016, 12:55 von PinkahPandah
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      Das hat Schmiss.

      31.12.2016, 14:38 von Freyr
  • 0

    Hmpf..

    12.12.2016, 00:08 von Matze1926
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