twieken 16.04.2012, 23:25 Uhr 90 87

3.

Du sitzt neben mir und singst mit. Laut. Und falsch. Aber voller Begeisterung. Und ich blicke auf die Straße, lache, grinse und bin glücklich.

Ich denke an dich. Seit heute früh als ich aufgestanden bin. Und auch in der Nacht. Ständig bin ich wach geworden und hab aufs Handy geguckt, obwohl ich weiß, dass du mir nicht schreibst. Aber du bist der Erste, dem ich es nicht übel nehme. Ich mag das. Weil ich dich mag.

Weil du auch lieber redest, anstatt alles im Netz oder per SMS zu besprechen. Da sind wir uns einig.

Ich glaube, ich könnte in dir mein Gegenstück finden. Ich mag alles an dir und v.a. mag ich es, wie ich bin, wenn du in meiner Nähe bist. Du beruhigst mich und bringst mich zum lachen. Und du berührst mich, oft und lieb und manchmal auch derbe, im Spaß. Manchmal kommst du und umarmst mich, einfach so, ohne Vorwarnung. Dann gehst du wieder und ich guck dir hinterher, weil ich denke, dass du dich drüber freust. Und weil ich gar nicht anders kann. Und dann kommst du wieder, nicht gleich, nach einer gewissen Zeit, stellst dich neben mich, nimmst meinen Arm und fängst an zu Schunkeln. Ohne Musik. Nur so, weil es dir Spaß macht. Und ich sage nicht nein, weil es mir genauso Spaß macht. Und dann gehst du wieder, sagst noch, ich soll nicht weglaufen, du kommst wieder. Und ich glaube dir, jedes einzelne Wort. Denn du hältst, was du sagst. Und kommst wieder. Zu mir.

Ich mag es, dass du mich sprachlos machst, mir manchmal die Argumente ausgehen und du mich unbewusst zwingst, anders zu sein. Mal nachzugeben, nicht immer auf mein Recht zu pochen.

Das ist komisch, ich nehme die Sachen von dir an, ohne genervt zu sein oder den Eindruck zu haben, dass du mir etwas vorschreiben willst.

Und wenn ich dich nach Hause fahre, machst du, wie selbstverständlich, die CD aus, die ich vllt. gerne hören würde, weil ich die Lieder gut finde. Dann machst du, ebenso selbstverständlich, das Radio an- NDR 1. Und ich lasse dich machen, nicht, weil ich mich nicht traue zu sagen „Lass das!“, sondern weil ich weiß, was jetzt kommt, wird gut. Es ist diese nächtliche Atmosphäre, die wir beide mögen und die alles in einem ganz anderen Licht zeigt. Und du machst das Radio an. Und das Auto ist voll toller Lieder, die ich nicht nur gut finde, sondern die ich mag und die fast perfekt zu der Stimmung passen. Und dann bist da du und in diesen Augenblicken mag ich dich noch mehr.

Du sitzt neben mir und singst mit. Laut. Und falsch. Aber voller Begeisterung. Und ich blicke auf die Straße, lache, grinse und bin glücklich. Neben dir. Mit dir.

Und dann schreibst du mir, dass du mir einen schönen Abend wünscht, einfach so, weil dir so war. Und ich lösche die SMS, die ich grad gespeichert hab, weil ich eine Nachricht bekommen habe und schreibe sie neu.

 

„Man sollte viel mehr Herz riskieren, nicht danach gehen, wie viel man erreicht.“

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90 Antworten

Kommentare

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  • 1

    du hast ein meinen sonntag wunderschön ausklingen lassen, mit deinem text... genau diese momente machen das leben immer perfekt... danke

    14.05.2012, 03:15 von TATELIE
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  • 1

    Wie würde meine Feundin jetzt sagen: Ick faul ab! Und das sagt sie nur wenn ihr vor Begeisterung nichts anderes mehr einfällt.

    10.05.2012, 22:26 von schnuffle
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  • 1

    es stimmt einfach und es müsste mehr solche momente geben!!

    28.04.2012, 17:36 von kiwikorb
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  • 5

    schön, besonders gut gefällt mir dieser absatz: 

    Du sitzt neben mir und singst mit. Laut. Und falsch. Aber voller Begeisterung. Und ich blicke auf die Straße, lache, grinse und bin glücklich. Neben dir. Mit dir.

    28.04.2012, 14:40 von miss.boleyn
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  • 1

    Du glückliche ;)


    23.04.2012, 00:38 von dali-na
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Erstmal vielen Dank, für den Hinweis mit den Abkürzungen. Du hast Recht, die Zeit sollte ich mir nehmen :)

      Zu der Sache mit RAZim:
      Ich hoffe, du hast dir wenigstens auch alle anderen Kommentare durchgelesen, denn kritisiert, wurde/wird der Text ja.
      RAZim hat einfach nur "Nee.nee.Nein" geschrieben und sich im ersten Kommentar zu meinem Text schon geäußert.
      Wieso sollte ich so etwas stehen lassen? Das hat weder was mit Kritik zutun, noch mit irgendetwas anderen, was man für das Geschriebene hier, egal bei wem, auf irgendeine Art und Weise anwenden kann.
      Es war der einzige Kommentar, den ich gelöscht habe und ich denke, dass ist ne Sache, über die man sich nicht den Kopf zerbrechen muss.

      Schade finde ich es allerdings, dass du deine Meinung so leicht änderst, ohne zu wissen, worum es eigentlich ging!

      Trotzdem Danke!
      Und ich lösche deinen Kommentar nicht, wieso auch?! Da kann ich wenigstens etwas von "mitnehmen".

      21.04.2012, 17:07 von twieken
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Oh wie schön. :-) Richtige Verknalltheit.

    21.04.2012, 07:23 von FraeuleinHexe
    • 0

      :) :) :)

      21.04.2012, 17:08 von twieken
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  • 2

    genau den Punkt getroffen

    20.04.2012, 22:54 von Herzmist
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  • 2

    Ich habe mich sehr stark in diesem Text wiedererkannt!

    Schade nur, dass ich es als perfekt empfand und er nicht. :')

    20.04.2012, 17:07 von moze
    • 1

      same here ;)

      20.04.2012, 20:59 von TrustYourself
    • 0

      geht mir genau so....

      11.06.2012, 23:16 von PlanB_Maedchen
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  • 2

    WOW! ich kenn das. wunderbar!

    20.04.2012, 15:57 von MissJ
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