ABgestempelt 25.01.2009, 21:17 Uhr 0 1

120 Stunden

*von Sternensplittern in deinen Augen*

Ich liege hier, mein Gesicht in deinem Duft vergraben.
Vergraben in meinem Kopfkissen.
Allein in der Schwärze der Nacht.
Einsamkeit umfängt mich.
Fast ahne ich dich hier neben mir.
Ich atme dich.
Dein Sein.
Der Wind peitscht den Regen an die Fenster, treibt die dunklen Wolkenberge in nächtlicher Ungeduld vor sich her.
Der Mond vermag nur stückchenweise durch mein Fenster zu scheinen.
Ich hänge im Nichts.
Du bist fort.
Jedes mal wenn du fort gehst nimmst du ein Stück meines Herzens mit und lässt mir im Gegenzug ein paar Sternensplitter die aus deinen Augen fallen da.
Sie sind es, die mich durch meinen zähen Alltag bringen.
Deine Sternensplitter sind es, die mir in mein Fleisch, in mein blutendes Herz stechen und mich daran erinnern, dass ich noch lebe.
Ja, ich lebe noch.
Auch ohne dich.
Aber es ist ein Leben welches nur durch einen grauen, schweren Schleier an mich heran dringt.
Unwirklich und dumpf irgendwie.

Heute sagtest du am Telefon; "Noch 120 Stunden."

120 Stunden die mich von meinem Leben trennen.
120 Stunden noch muss ich aushalten.
120 Stunden nur deinen Duft atmen und nicht dich.
120 Stunden nur deine Stimme an meinem Ohr.
120 Stunden sinnenraubende Sehnsucht
120 Stunden in denen ich mich nicht komplett fühle, als fehlte mir ein Stück meiner selbst.
120 Stunden in denen ich versuche die kläglichen Reste deiner Sternensplitter um ich herum aufzuklauben und hoffe, dass sie es schaffen mich durch die nächsten Tage zu tragen.
120 Stunden bis ich endlich wieder in deine Augen schauen kann und dann da im linken, ganz nah neben der Iris, den kleinen Stern sehe, der mich anstrahlt.

120 Stunden bis ich endlich wieder ganz bin.

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