Eiskoenigin 14.09.2005, 16:12 Uhr 8 0

Zwischen°Zeiten

Verstohlenes Suchen nach Dingen zu tun

In dich eindringen
Dich fressen
Deine Frucht in mir tragen
Und dein Herz
Für immer aufbewahrt
In einer roten Schale
Im ewigen Eis
Des Tiefkühlschranks

***

Die Vorstellung von jeher
Dass Liebe möglich sein könnte
Existiert
Läßt hoffen
Dass der Verfall von uns selbst
Noch ein wenig länger andauern wird
Als zuerst erwartet

***

Schönheit
Von außen so wundervoll
Rein
Betörend
Sanft
Sieht von innen
Sich selbst nicht mehr

***

Erhobenen Hauptes
Winziges rotes Kleid
Schön
Umwerfend
Anziehend
Sehe ich mich
Wenn du mich ansiehst

***

Warten
Weiß und eckig
Warten
Mit Zahlen
Und Symbolen
Die nie klar waren
Warten warten
Auf dich
Warten darauf
Dass das Telefon klingelt

***

Später
Während du schon lange schläfst
Frage ich mich
Wie es wohl gewesen wäre
Hättest du nicht angerufen
Und mich gefragt
Später
Wäre ich noch immer unglücklich
Ohne es zu wissen

***
Ein großes Zimmer
Dunkel und anonym
Ein riesiges weißes Bad
Ein verstörter Nachtportier
Du, der mich gebeten hat
Und nicht geküßt
An jenem Abend
Glücklichsein verspricht

***

Sehnsucht
In kleinen Abständen
Von zehn Tagen
Glücklichsein
Und Geborgenheit
In kleinen Abständen
Für die Dauer von drei Tagen
Sehnsucht
Und doch glücklich

***

Erregung
In einem Bett mit blauer Wäsche
Auf einem Sofa
Dem weißen Boden
Erregung
Sehen
Denken
Erregung verspüren
Wann immer ich bei dir bin

***

Schüchtern manchmal
Schamhaft nicht selten
Verstört fast immer
Durcheinander
Verdreht
Löst sich auf
Wenn du es willst

***

Bereits im Bett
Den Kopf auf dem Kissen
Die Hand auf dem Hörer
Wünsche ich mir
Dass du hier wärst
Oder zumindest
Nach Hause kämst
Um mit mir zu sprechen

***

Langsam vergeht die Zeit
Im ewigen Warten
Unfähig etwas anderes zu tun
Schokolade in Massen
Und Kokosbonbons
Lassen mich zweifeln
Ob es sich lohnt -
Solange bis du anrufst
Und mich zum Lächeln bringst

***

Nebensächliches Geplänkel
Verstohlenes Suchen nach Dingen
Zu tun
Um nicht zugeben zu müssen
Dass alles woran man noch denkt
Seit ich wieder hier bin
Körperliche Nähe
Zu sein scheint

***

Jetzt, da ich wieder mal
An dich denken muss
Stellt sich mir plötzlich die
Frage
Ob ich nichts Besseres zu tun habe
Als ständig dir nah zu sein
Wohl
Nicht

8 Antworten

Kommentare

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  • 0

    das nach erich fried? *lacht* aber kein stück. meilenweit entfernt.
    aber schön, der text.

    24.09.2005, 14:33 von Niemandsrose
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    da hat wohl jemand gut erich fried gelesen...

    15.09.2005, 23:36 von superintendentin
    • 0

      @superintendentin
      erich fried? noch nicht eine zeile.

      16.09.2005, 11:20 von Eiskoenigin
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    Sehnsucht
    In kleinen Abständen
    Von zehn Tagen
    Glücklichsein
    Und Geborgenheit
    In kleinen Abständen
    Für die Dauer von drei Tagen
    Sehnsucht
    Und doch glücklich

    ***

    Jetzt, da ich wieder mal
    An dich denken muss
    Stellt sich mir plötzlich die
    Frage
    Ob ich nichts Besseres zu tun habe
    Als ständig dir nah zu sein
    Wohl
    Nicht




    wie kann es sein, bei dir, bei mir, gerade so, wer hat es sich ausgedacht, wunderschön.

    15.09.2005, 17:57 von Yinn
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  • 0

    Und ihn nie wirklich erreichen. Weil es nicht geht! Doch die Gefühle werden immer da sein!

    14.09.2005, 22:30 von elverdug
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    Stark geschrieben. Auch ich erkenne mich zur Zeit nur zu gut in Deinen Worten. Denke zeitweise: "Hey, komm klar, wir sehen uns heute Abend (oder in ein paar Tagen) wieder." Bleibt ein billiger Versuch. Denn "Klarkommen" unserer meiner Liebe ist sicherlich das Letzte, was wir wollen.

    14.09.2005, 17:25 von mariachi
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    Sehr schöner Text. Der letzte Absatz hätte auch von mir sein können...du sprichst mir da aus dem Herzen. Schrecklich/schön wenn sich die Gedanken doch nur um ihn drehen.

    14.09.2005, 16:42 von moechtegern
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