Zwei Wege gemeinsam
Du bist nicht meine bessere Hälfte und du bist nicht meine rechte Hand. Du gehst einfach neben mir.
Ich sehe dich an…Und weiß, du bist etwas Besonderes. Ich hatte anfangs keine Ahnung inwiefern, hattest du das Potential mein Herz zu stehlen? Mir einen neuen Weg zu weisen?
Ich konnte diese Besonderheit nicht zuordnen, und vielleicht kann ich es noch immer nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Aber ich weiß, dass du mein Herz in gewisser Weise hast. Und dass du mir in gewisser Weise einen neuen Weg weist.
Du zeigst mir nicht, wohin ich gehen soll, nicht, wo ich hingehen kann oder wo Hindernisse sind. Du zeigst mir keinen besseren oder schlechteren Weg. Du gehst einfach mit.
Du deckst mir nicht den Rücken, ich gehe nicht in deinem Schatten. Du bist nicht meine bessere Hälfte und du bist nicht meine rechte Hand. Du gehst einfach neben mir.
Wir gehen nicht denselben Weg, nicht Hand in Hand, nicht Arm in Arm. Wir sind nicht unzertrennlich und wir haben nicht dieselben Ziele. Wir halten einfach Sichtkontakt.
Wir gehen Wege, die nebeneinander herlaufen, mit eigenen Hindernissen, Zwischenzielen und Kurven. Unsere Pausenstationen sind oft nah beieinander, und so können wir ab und zu eins sein. Wir, zwei Herzen und zwei Seelen. Nicht eine. Wir, vier Hälften die eigentlich nicht halbiert, sondern zwei ganze sind, mit jeweils einer linken und eine rechten Hand.
Du bist einfach da, neben mir. Mein sicherer Fels, mein Ruhepol. Du verkörperst Verlässlichkeit, und deshalb kann ich meinen Weg so gehen wie ich es tue. Ich kann mich anlehnen wenn ich mag und ich kann weiterrennen. Du bist da.
Aber, wie kann das sein? Gehst du absichtlich diesen Parallelweg? Machst du absichtlich gleichzeitig Pausen – und läufst du auch ab und zu einfach los? Oder achtest du auf mich? Darauf, dass ich nicht allein bin, wenn ich ein Hindernis nicht schaffe – oder gerade eines geschafft habe. Darauf, dass ich, wenn ich weiterrenne nicht aus der Kurve fliege, oder ein Zwischenziel übersehe.
Und, was bin ich für dich? Bin ich auch dein Ruhepol? Oder
deine Energiequelle? Habe ich auch eine Schulter zum Anlehnen und kannst du
dich auf mich verlassen? Oder ist dir das egal, solange du bei mir sein kannst?
Solange du mich so ansehen kannst, wie du es von Anfang an getan hast, und was
mir erst aufgefallen ist als es öfter wurde – und verstärkter. Ist es egal,
dass ich so schnell laufe dass du ein Zwischenziel verpasst, solange ich dich
danach völlig außer Puste anlächle und glücklich bin darüber, dass du
mitgelaufen bist?
Ist es dir egal, dass du mein Herz nur auf eine freundschaftliche Weise hast,
und wir nicht gemeinsam einen Weg teilen, sondern nur nebeneinander hergehen?
Ist dir das alles egal, weil ich dein Herz gestohlen hab? Ich, deine beste Freundin…?
Wieso läufst du nie los…? Ich würde auf dich achten. Weißt du das?
Tags: Bester Freund, Egoismus





Kommentare
Aber ich weiß,
11.02.2012, 12:12 von Surecampdass du mein Herz in gewisser Weise hast.
Fehlt da ein "Versaut" ?
Ehmmm.. Nein :D das ist im Sinne von "besitzen" gemeint
12.02.2012, 13:11 von nini-fee