Ich sitze schon unten, am Rand des Buergersteiges und warte dort auf Dich, so wie fast immer. Unsere gemeinsame Zigarette, die wir bei mir rauchen, nach einem anstrengendem Tag, sie laesst uns entspannen und wir reden ueber Gott und die Welt, wir brauchen das. Das ist eine der Sachen, die wir noch miteinander teilen, nach dem ganzen Stress, den wir schon miteinander hatten und erlebten.
Ein ewiges Hin und Her.
Was waere ich wohl fuer Dich und was bist Du fuer mich. Sind da staerkere Gefuehle bei, als bei einer normalen Freundschaft. Das sind alles Dinge, mit denen wir uns bestimmt schon stundenlang beschaeftigt haben.
Ich war eine ganze zeitlang im Ausland, Du hattest mit mir abgeschlossen, sowohl als Freundin als auch Geliebte.
Eigentlich ist jetzt alles in Ordnung. Wir haben uns immer gefragt, was waere, wenn der eine nicht mehr da ist, wenn der eine von uns einen Unfall haben wuerde. Was waere dann? Wenn einer nicht mehr da ist? Wenn wir Abschied nehmen muessten? Wenn all unsere Gespraeche der Vergangenheit angehoeren wuerden?
Das sind alles ungemein schreckliche Gedankengaenge, aber wir haben sie gemeinsam alle durchgekaut. Wir sind immer fuereinander da, egal wieviel Stress wir momentan haben. Immer.
Aufeinmal klingelt mein Telefon, ich wundere mich, Du rufst an.
Ich antworte Dir: 'Ja wo steckst du denn? Ich sitz schon unten.'
Du antwortest nur mit zitternder Stimme: 'Ich komme nicht.'
Ich frage dich ganz aufgeloest, wieso du denn nicht kommen wuerdest, hatte schon im Gefuehl, dass irgendetwas nicht stimmen koennte.
'Ich hatte einen Unfall.'
Du hast angerufen, Dir konnte es also nicht allzuschlecht gehen. Nur deine Hand und dein Bein waren verletzt. Mit dem Motorrad ueber ein Auto geflogen, der Fahrer hatte nicht geblinkt.
Nachdem ich unsere besten Freunde anrufte, um sie zu informieren und unsere beste Freundin sofort zum Unfallort eilte, wo schon die Polizei stand, um den Unfall zu dokumentieren, erzaehlt sie mir nur, wie Du zu ihr sagtest: 'In just genau diesem Moment, wo das passierte, dachte ich, dass wir uns immer 'Bis gleich' sagen, aber was ist, wenn etwas passiert und es kein 'gleich' gibt?'
Zum Glueck gibt es das und ich muss nicht auf Dich verzichten, aber was waere gewesen, wenn es schlimmer gekommen waere?
Die Zigarette rauchte ich schliesslich alleine. Ohne Dich.
Kommentare
Gänsehaut, beim Lesen.