Wer du bist, wenn du nicht du bist.
Wir lachen zusammen, wir spielen zusammen, wir kuscheln zusammen. Koksen tust du alleine.
Ich mag deine düstere Ausstrahlung, dein Balituch, deine Springerstiefel, deine Metal-shirts, deine Nieten, deine Verschlossenheit. Und vor allem mag ich es, wenn du trotzdem mit mir vom Kaugummiautomaten stehst und mir solange zehn-Cent Münzen in die Hand drückst, bis ich genug Kaugummis im Mund habe, dass ich fast nicht mehr sprechen kann. Ich liebe dein Lachen, und dein Grinsen, auch dein perverses. Wir sind Kinder, die zum Horrorfilm Zuckerwatte essen. Wenn die Shisha blubbert, kann ich mit dir über Probleme reden, und du hörst mir zu. Freunde zu sein, die durch den Regen hüpfen, und wissen, dass sie an diesem Abend schon wieder zuviel geraucht haben, und auch zuviel getrunken…
Wir sind unschuldig und haben uns lieb, wenn ich in deinem Arm liege und wir Küsse austauschen. Wir sind egoistisch und unmoralisch, wenn wir es unseren Beziehungspartnern verheimlichen. Trotzdem kommt es mir nicht falsch vor. Ein Kinderaugenblick.
Ein Wochenendabend, wie jeder andere. Viel zu viele Leute um mich rum, dauernd werde ich gegrüßt. Es richt nach Alk und nach Party. Ich seh dich von weitem, lauf auf dich zu, und umarme dich. Ich hab dich lieb, ich freu mich dich zu sehen. Ich will mit dir spielen.
Du siehst mich, und schließt die Augen, versuchst dich zusammenzureisen, flüsterst „Scheiße“. Du hast mich auch lieb, aber du bist heute kein Spielkind.
Nach einer Sekunde weiß ich was los ist, und nach drei kannst du es nicht mehr verstecken. Du bist glücklich, lachst, springst um mich rum, ein einziges Energiebündel. Erzählst mir was dir heute passiert ist, kommst ganz nah an mein Gesicht, willst was unternehmen, redest zuviel und zu schnell, springst um mich rum, deine Augen zucken hin und her, du bist so schrecklich hyperaktiv.
Ich bin traurig, obwohl wir jetzt perfekt spielen könnten, obwohl du mir zuhören würdest. Ich will dich nicht anschauen, eigentlich will ich nur weg.
Du willst spielen, aber wir sind keine Kinder, verdammt. Ich mag es, mit dir Zuckerwatte zu essen. Ich mag es, mit dir ins Kino zu gehen. Ich mag es, mit dir verbotene Dinge zu tun. Ich mag es, mit dir zu lernen. Ich mag es, mit dir Kaffee trinken zu gehen. Weil du zwar komisch, aber lieb bist. Geheimnisvoll, aber für mich da. Du erzählst mir nicht immer alles, aber hörst mir immer zu. Und passt auf mich auf.
Aber ich hasse es, wenn du gekokst hast. Diese scheiß Droge, die mich dir wegnimmt. Wenn ich nicht süß und lustig sein kann, und in meiner bunten Kinderkarusellwelt verschwinden kann, sondern wenn ich drauf aufpassen muss, dass du genügend trinkst, dass du dich nicht übernimmst, dass du keine Scheiße baust, dass du rechtzeitig zu deinem Bus kommst. Du magst es nicht wenn ich mich um dich kümmere, weil du dich normalerweise um mich kümmerst, aber ich kann nicht anders, weil ich so besorgt bin wenn du nicht mehr du bist. Dass da nur ein Körper ist, der einem Freund gehört, und auf den ich aufpassen muss.
„Hast du was gezogen?“, frag ich dich ernst. „Muss das jetzt sein?“ „Hast du?“ „Ich will darüber jetzt echt nicht reden…Willst du eine Zigarette?“ „Ich will das jetzt aber wissen.“ „Ja.“ Und damit drehst du dich von mir weg, weil du denkst, dass ich nur aus Neugier gefragt habe. Dass es mir eigentlich scheißegal sein kann. Weil du nicht verstehst, dass es mir nicht egal ist. Weil du mein bester Freund bist, mit dem ich momentan nicht lachen kann, obwohl du die ganze Zeit vor dich hinkicherst…




Kommentare
Werd schnell erwachsen und sie zu, dass du Land gewinnst. Solchen Typen ist meist nicht mehr zu helfen!
28.07.2007, 17:39 von aprilhexe79oh.
28.07.2007, 17:03 von kirsch-lilaguter text. und noch besserer letzter satz. wenn auch sehr schade.