Wahre Freundschaft
Von wahren und Facebook-Freunden.
In Zeiten des Internets, des Fernsehens und des erhöhten Bedarfs an Luxus in unserer industrialisierten westlichen Welt kommt eines oft zu kurz - das menschliche Miteinander. Ich sehne mich nach echten Beziehungen. Freundschaften, die nicht auf virtuellen Netzwerken basieren, sondern ganz einfach aufgrund von gegenseitigem Interesse und Zuneigung funktionieren und durch Pflege aufrecht erhalten werden können.
Doch ist das heute überhaupt noch möglich? Gilt man nicht schon als Außenseiter sobald man sich nicht der Gruppe unterwirft und einen Facebook-Account besitzt, in dem man täglich seine „Freunde“ auf dem neuesten Stand des Lebens hält?
Meiner Meinung nach besitzt ein persönliches Kompliment viel mehr Ausdrucksfähigkeit und Wert statt eines „I like“-Buttons, der unter dem Bild der neuen Frisur erscheint. Genauso kann man einen persönlichen Geburtstagsanruf auch nicht mit einem von 50 identischen Pinnwandeinträgen vergleichen, vor allem weil Leute ja meistens nur an dich denken, weil Facebook sie an deinen Geburtstag erinnert.
In welcher Art und Weise profitiere ich überhaupt davon, wenn ich erfahre, dass Jan, den ich irgendwann einmal auf einer Party durch Freunde kennengelernt habe und seit dem nicht mehr gesprochen habe, morgen in den Urlaub fährt oder jetzt nicht mehr in einer Beziehung mit Anja ist?
Ist unsere Zeit nicht kostbarer und demnach besser zu nutzen, als zwei Stunden am Tag das noch nicht einmal spannende Leben von Menschen zu durchforsten, die wir nicht wahre Freunde nennen können? Die falsche Definition von „Freunden“ wird auch nicht durch die neue Möglichkeit kompensiert, sie jetzt in Familie, Bekannte und gute Freunde einzuordnen.
Die Lösung liegt auf der Hand: Dann lösche deinen Account doch einfach, wenn du es als enttäuschend erachtest, wie andere Menschen sich öffentlich darstellen und aufwerten müssen, um das Gefühl zu gewinnen, sie sind etwas wert. Werde ich in den Köpfen der Menschen eigentlich genauso schnell gelöscht wie mein Profil selbst? Nach einem tapferen Versuch dann die Erleichterung: Zum Glück ist es ohnehin nicht möglich, ein Facebook-Profil zu löschen.







Kommentare
Ach, wie dumm.
05.06.2012, 09:40 von TaneaIch glaube, einen Fecebookacount zu löschen ist wie sterben. Oder nein, es ist viel schlimmer, weil man danach ja weiterlebt, ohne Freunde.
Meine Güte, wie oft will man das nun noch abhandeln?
05.06.2012, 09:21 von FrauKopf"In Zeiten des Internets"-Blubberblubber.
Und alle Autoren eint eines, sie sehnen sich nach echten Menschen.
Dann geht raus und lernt sie ECHT kennen!
http://www.youtube.com/watch?v=hEcPM3nR9UQ
05.06.2012, 09:07 von sailorKlingt, wie Anfang-80er-No-Future-Gejammer...
05.06.2012, 09:05 von sailorUnd dann gab's auch noch die Volkszählung.
Ich denke, dass Facebook Fluch und Segen zugleich ist. Den Großteil des Fluches hast du ja bereits aufgearbeitet, aber ich denke du darfst auch nicht vergessen, dass man z.b. auf Auslandsreisen oder ähnlichen Ereignissen Leute kennenlernt oder mit seinen anderen Freunden in Kontakt bleiben will.
05.06.2012, 06:50 von IdefixMeistens ist das mit Facebook möglich...und natürlich ging es früher auch ohne und mit der guten Post...aber die Zeiten ändern sich nunmal. Wir fahren auch nicht mehr mit Kutschen durch die Straßen... daher denke ich muss jeder für sich selber raussuchen wie er Facebook nutzt.
Interessant wäre es mal Jugendliche ohne Internet und Handy auf die Straße zu schicken :)