plasticstar 25.06.2008, 21:25 Uhr 0 1

vom Fliegen (Literatur 2007)

Hab dir vertraut, in der heimlichen Hoffnung mit dir zu fliegen.

Meine Fluegel liess ich dir
Du rupftest sie
Fuer unser Daunenbett
Nun traeume ich nachts
vom fliegen
(Doris Runge * 1943)




(eine Interpretation zu den obenstehenden Zeilen von Doris Runge.)

Lange wusste ich nicht, wie ich das, was ich dir schon Ewigkeiten zu sagen verusche, in Worte zu fassen sollte.
Doch nun hat das, was ich dich wissenlassen muss, nichtmehr den selben Inhalt, wie zuvor.
Die Sehnsucht nach Liebe oder dem, was Glueck ausmacht, breitet sich taeglich aus. Zerfrisst mich von innenheraus. Langsam.
Du hattest mich doch so umschmeichelt. Mir das gefuehl gegeben wieder jemand zu sein. Jemand von Bedeutung. Geliebt zu werden. Gebraucht zu werden. Dich zu brauchen.
Also gab ich dir mein herz.
Mein enttaeuschtes, grade erst wieder aufgluehendes Herz. Darauf, dass du es huetest; behandelst, wie du es deinem eigenen wuenschst.
Hab dir vertraut, in der heimlichen Hoffnung mit dir zu fliegen.
Doch anstatt es wie ein kostbares geschenk eines geliebten Freundes anzunehmen, hast du es an dich gerissen. Ohne jegliche Ruecksicht auf den verwirrten Besitzer.
Und niemals kam etwas zurueck.
Wenn wir nebeneinander lagen. Auf der dunklen Lichtung, die Sterne betrachteten, traeumten wir vom Fliegen. Doch ich flog mit dir an meiner Seite. Denn ich dachte immer an dich.
An wen dachtest du? – Ich weiss es nicht.
Waehrend wir nebeneinander lagen, sah ich dir beim Schlafen zu, und wuenschte mich in deinen Traum. – Doch du teilstest sie nicht mit mir, das spuehrte ich.
Mit dem gedanken an dich schwebte ich durch mein Leben. Mit ausgebreiteten Armen; blind; geleitet von dir.
So bemerkte ich viel zu spaet, dass, wenn ich mich allein fuehlte, niemand da war.
Wenn ich dich brauchte, andere wichtiger waren.Und so rutschte ich von meiner Wolke.
Im freien Fall suchte ich nach deiner rettenden Hand.
Doch ich griff ins Leere.
Immer schneller und schneller wurde ich in die tiefe gezogen.
Fiel hart auf den kalten Boden der Realitaet.
Ein stechender Schmerz durchdrang meinen Koerper, schnellte in meine Brust.
Wieder und wieder breitete ich meine Arme aus. Versuchte erneut aufzusteigen. – Vergeblich.
Nun denke ich imemrnoch tag fuer Tag an dich.- Und traume nachts vom fliegen.

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