Gemuesekuchen 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 0

Über einen guten Freund.

So viel macht doch erst Sinn, wenn man das Ganze betrachtet.

Du bist so ziemlich der einzige Mensch, der mich dauernd unterbricht. Eigentlich ist das ja eine meiner schlechten Angewohnheiten. Aber du bist der Einzige, der das bei mir macht. Und dann plapperst du drauf los, vollkommen vorbehaltlos und naiv. Deine blöden Angewohnheiten, irgendwie hat mich das fasziniert, von Anfang an.

Sowieso kenne ich viele deiner schlechten Angewohnheiten. Deine Ecken und Kanten. Du vergisst viel, bist planlos, verwirrt, rauchst und kiffst zu viel, flüchtest in deine eigene Welt. Und weil du daran nicht erinnert werden willst, bist du manchmal sogar ein bisschen gemein, wenn dich jemand mit seiner Traurigkeit nervt, wo du es doch gerade geschafft hast ein bisschen glücklich zu sein.

Eigentlich bist du ja kein guter Umgang. Aber ich war neugierig. Ich wollte wissen, was du siehst, wenn du deine Kamera wieder auf Dinge richtest und alle später nur irgendwie verwirrt ‚schön‘ sagen und schnell das Thema wechseln. Sowieso hörte ich über dich nur ‚komischer Typ‘ oder ‚irgendwie seltsam‘.  Und ich dachte: Da muss mehr sein, irgendwas versteckt der doch. 

Und dann fingst du an dich mir zu öffnen. Und ich wurde bei dir plötzlich ganz still, habe zugehört. Habe mich unbemerkt in dich verliebt und angefangen zu träumen. Ich wollte dein Herz heilen, wollte dir gut tun, und habe zu spät gemerkt, dass ich damit mein eigenes breche. War fasziniert von dem ganzen scheiß, den machst und der dich ausmacht. Davon, dass du so ein beschissener, unglaublich liebenswürdiger Mensch bist.

Irgendwann hast du dann gemerkt, dass ich dir zu nahe komme. Du hast mich weggeschoben und ich habe mich betrogen gefühlt, obwohl nie etwas war. Du hast mich nie angelogen. Eigentlich bist du nicht derjenige der Herzen bricht, und ich bin nicht diejenige die still ist. Aber für uns sind wir am Ende dann doch genau das gewesen. 

Heute können wir uns anders sehen, haben die Kurve gekriegt und ich bin froh so viel über mich gelernt zu haben. Nur manchmal, wenn dein Selbstbewusstsein wieder einen Knick hat und du sagst, kein Mädchen wird sich in dich verlieben, möchte ich an dir rütteln und sagen: Man kann dich lieben. Und ich weiß ganz genau wofür.

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