Stevie and Simon
Unten auf der Straße schalten Ampeln von rot auf grün, der Bus kommt pünktlich wie immer und die
Menschen auf dem Flur halten ihren alltäglichen Plausch. Mir kommt das so absurd vor und ich denke daran einfach liegen zu bleiben und den Tag vergehen zu lassen wie die anderen zwanzig zuvor.
„Weißt du noch wann du da sein sollst?“
„Jaja, Simon. Ich weiß Bescheid, Simon. Zug fährt um 13.20 Uhr. Donnerstag. Also gegen eins hier sein.
Hab´ mir doch alles gemerkt, Simon.“
„Schon gut. Hast du dir das mit dem Bus auch gemerkt?“
„Oh ja! Ist wie bei Fannies hast du gesagt. Jede Viertelstunde einen Dollar einwerfen...“
„...dann verdoppeln wir die Schärfen! Gut, Stevie. Gut.“
Ich kämpfe mich auf, gehe ins Bad und stelle mich unter die Dusche. Putze mir die Zähne, mähe das Gestrüpp in meinem Gesicht und betrachte mich im Spiegel. Eine Augenweide bin ich immer noch nicht, aber ich grase heute eine Weile auf mir, wie ein Schaf, das vor einem langen Winter zum letzten Mal frisches Grün bekommt und warte darauf, dass der Spiegel mich anlächelt.
Durch herumliegende Wäsche, Schnapsflaschen, Zigarettenasche und Zeitungen schlurfe ich wieder ins Zimmer, ziehe das an was ich finde, setze mich auf die Bettkante und rücke den Eimer dichter, in dessen schwarzem Wasser eine Flasche ohne Boden schwebt. Ich mache eine Ziehung nach der anderen und warte darauf, dass sich etwas verändert. Eine Ahnung schleicht wie eine Katze um meine Beine, schnuppert grinsend an meiner Hose, um dann langsam wieder aus meinen Gedanken hinaus zu spazieren. Ich konnte Katzen noch nie leiden.
"...ja, Stevie! Weißt du noch? Damals bei.., wie hieß er noch? Verdammich! Naja, auch egal. Wir saßen da auf diesem zerschlissenen Sofa in dieser reudigen Muchtbude, die so verflucht nach Katzenpisse stank. Das MDMA, der Suff und all das andere Zeug spielten Ping Pong im synaptischen Spalt. Ich war gerade dabei etwas zu downen und versuchte dem Film zu folgen und da bist du auf einmal durchgedreht. Hast die Katze gepackt und die Zange zum Dope-Schneiden genommen. Ich dachte bloß: Meiner Treu! Was geht mit dir? Die Katze fauchte und kratzte fürchterlich. Was zur Hölle macht er da? Und dann hat er sie abgeknipst. Stellt euch das mal vor! Eine nach der anderen. Schnipp, schnapp, Krallen ab. Ich kaute so etwas wie fuck, warum tust du das hervor, aber du hast das Viech einfach losgelassen und gesagt, sie hätte einfach nicht in die Kiste gewollt. Bei jedem, der nach dem Bong greift, würde sie in die mit Löchern versehene Kiste springen. Nur eben bei dir nicht. Was war Adrian sauer damals...
Das Schnaufen der Kaffeemaschine weckte mich aus meinem Tagtraum. Ich schlang die Brühe runter, verließ das Zimmer und machte mich auf den Weg.
Ich habe noch 5 Minuten. Das ist zu schaffen. Selbst für einen wie mich."Wichtige Links zu diesem Text"
Running up that hill





Kommentare
Toler Text!
03.12.2010, 14:50 von Wald-Apothekerinhöhö ich wusste dass du nen kiffer bist. schade dass meine lunge so im arsch ist, sonst wär das sicher lustig und deep und so. kiffen hat mir damals mein komplettes zeitgefühl einfach weggesprengt. und irgendwie sitzt mein auge noch immer dort auf der pyramide und glotzt ins tal der emsigen volldioten. was will man machen?
11.03.2010, 06:49 von outzeiter@outzeiter mal ein lied über dieses dorfkiffdings gemacht. die beiden hiessen "strobo und schizo". habs kaumnoch im kopf, weil bei der aufnahme später 3/4 fehlten, aber bisschen was:
11.03.2010, 06:54 von outzeiter"sag mal kennste strobo
weißte etwa wo der wohnt
ich hab da was für den
also bring mich bitte mal hin
sag mal bist du schizo
dich kenn ich doch von irgendwo
und was du da bei dir hast
verspricht wohl ne menge spaß."
Du siehst nicht durch? Gut so!
03.03.2010, 21:48 von Steifschulz@Steifschulz naja kommst du jez mit: da soll ja niemand niemals nich durchsehn - das muss ja so! ?
04.03.2010, 00:48 von Der_Misanthropwhat da questionmark
03.03.2010, 21:46 von Der_Misanthrop