llotti 02.01.2019, 01:03 Uhr 0 1

Sonnenuntergänge

und ein paar Bier zu viel. Dann du.

Dieser eine letzte Sommertag, den wir nun am Flussufer ausklingen lassen. Vor uns die Skyline. Hinter uns der eiserne Steg. 

Und dann dieser Sonnenuntergang. Und ein, zwei Bier zu viel vielleicht.

Jedenfalls kommst dann du. Wie so oft, wenn die Sonne untergeht und die Gedanken locker sitzen. Schon komisch, 400 Kilometer entfernt und dennoch bist du da, wenn der Himmel brennt.

Und dann erzähl ich ihr von dir und sie versteht nicht. Stellt Fragen, will Antworten, die auch ich lange Zeit gesucht habe.

Aber in letzter Zeit habe ich damit angefangen, dich zu akzeptieren. Du wirst nicht mehr bei mir sein und dennoch immer da, wenn die Sonne den Horizont küsst und ich ein neues Bier bestelle.

Doch sie versteht nicht - warum ich dennoch von dir erzähle. Versteht nicht, dass man über den Himmel jeden Tag hundert Geschichten schreiben kann. Dass die Sonne jeden Tag neue Muster malt und die Sterne doch nicht am selben Ort zweimal stehen.

Reicht es ihr, wenn man ihr die Milchstraße nur einmal zeigt? Wenn sie das Meer nur ein einziges Mal sehen kann? 

Doch sie versteht nicht, dass du wie der Ozean Wellen schlägst - mal kleine, mal große. Und manchmal bist du still, weil der Wind dann nicht von Ost nach West weht.

Und das ist okay. Du bist halt immer mal ein bisschen da. Und dann ein bisschen weniger, und manchmal bist du weg. So lang, dass ich mich frage, ob es das nun doch gewesen ist. Das mit uns. Doch dann fängt die Sonne an, dem Himmel die Füße zu küssen und dann bist du da, mein alter Freund mit dem neuen Gesicht.

Ob du manchmal wohl auch ein sonniges Bier zu viel trinkst?

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